Die Reinigung der Nistkästen im Wald rund um Mötzingen war eine der wenigen Aktionen des Nabu Mötzingen-Gäufelden, die im vergangenen Jahr möglich waren. Foto: Priestersbach Foto: Schwarzwälder Bote

Naturschutz: Ortsgruppe Mötzingen/Gäufelden freut sich über Rückkehr der Biber und Steinkäuze

Mötzingen. Die Ortsgruppe Mötzingen-Gäufelden des Naturschutzbundes (Nabu) setzte bei ihrer Hauptversammlung auf ein virtuelles Format. Allerdings machte der NABU-Vorsitzende Markus Bihler deutlich, dass er lieber im Wald unterwegs ist als bei "Zoom"-Versammlungen.

Doch nachdem bereits die Hauptversammlung im vergangenen Jahr ausgefallen war, hatte man sich jetzt für die digitale Variante entschieden. Somit ließ man mit 2019 und 2020 gleich zwei Jahre Revue passieren – wobei im vergangenen Jahr die meisten Aktionen Corona zum Opfer gefallen waren. Zu den positiven Aspekten in der Rückschau des Vorsitzenden zählte der der Umstand, dass der Steinkauz wieder zurück im Gäu ist oder die Fledermaus-Exkursionen der rührigen Ortsgruppe immer sehr gut angenommen wurden.

Traurig findet es Markus Bihler dagegen, wie viele Menschen ihren Müll im Wald liegenlassen. So sammelten Mitglieder bei der letzten Nistkastenreinigung etlichen Müll und Unrat ein – den kuriosesten Fund bildete eine im Wald entsorgte Autotüre. Umso wichtiger sei es da, dass es im Nabu viele Leute gibt, die sich bewegen und engagieren. Als Beispiel nannte der Vorsitzende die neue Amphibien-Strecke zwischen Nebringen und Haslach. Quasi in einer "Hauruckaktion" war es gelungen, auf einer Strecke von 400 Metern einen Amphibienzaun aufzustellen. Zwischenzeitlich konnten von den Helfern der Ortsgruppe bereits mehr als 100 Erdkröten gerettet werden.

Zurück im Landkreis Böblingen ist neben dem Steinkauz auch der Biber, der sich an der Ammer angesiedelt hat. Um den vor 150 Jahren in Deutschland ausgerotteten Biber bei der Wiederansiedlung zu unterstützen, hat der Nabu-Vorsitzende eine Ausbildung zum Biberberater absolviert. "Der Biber wird richtig zurückkommen", ist Markus Bihler überzeugt.

Großes Ziel der NABU-Ortsgruppe Mötzingen-Gäufelden ist der Kauf oder das Pachten eines Gartengrundstückes in Mötzingen oder Gäufelden – vorzugsweise eine Streuobstwiese. Wie Angelo Magro, Nabu-Mitglied und stellvertretender Bauhofleiter in Gäufelden deutlich machte, verkaufe oder verpachte die Gäugemeinde regelmäßig Obstbaumwiesen.

Die notwendige Entlastung des Nabu-Vorstandes leitete Mötzingens Bürgermeister Marcel Hagenlocher, der sich ebenfalls unter die 15 Teilnehmer der virtuellen Hauptversammlung gesellt hatte. Der Schultes erinnerte daran, dass vor einem Jahr niemand damit gerechnet habe, "dass wir jetzt immer noch in der virtuellen Welt unterwegs sind". Für ihn stellte sich vor diesem Hintergrund vor allem auch die "spannende Fragen, wie sich die Pandemie auf die Verein auswirkt – und ob die Mitglieder zur Stange halten".

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