Wie gewalttätig die Täter bei den Einbrüchen vorgegangen sind, zeigt sich an den von der Polizei sichergestellten Tresoren. Foto: Polizei

Mössinger Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln gegen zehn Tatverdächtige im Alter zwischen 15 und 19 Jahren.

Mössingen - Nach mehreren Einbrüchen in Mössingen ermittelt die Polizei jetzt gegen zehn Tatverdächtige im Alter von 15 bis 19 Jahren.

Die Jugendlichen und Heranwachsenden stehen im Verdacht, mehr als 20 Einbrüche in Mössinger Schulen, Kindergärten, Gaststätten und Firmen begangen oder daran mitgewirkt zu haben. Dabei erbeuteten sie hauptsächlich Bargeld in Höhe von rund 15.000 Euro und richteten teilweise großen Sachschaden von insgesamt über 30.000 Euro an.

Einbruchsserie zieht sich durch die ganze Stadt

Die Straftatenserie begann im Januar dieses Jahres mit zwei aufeinanderfolgenden Einbrüchen in das Sportheim in der Langestraße und in eine Gaststätte in der Breite Straße. Diese Taten waren von zwei der insgesamt vier Hauptverdächtigen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren verübt worden.

Zu weiteren Einbrüchen kam es dann im April: Erneut wurde in das Sportheim eingebrochen. Im Juni wurden acht Taten verübt, die in wechselnder Besetzung begangen wurden. In diesem Fällen waren Mössinger Sporthallen, das Freibad, ein Gymnasium, eine Gaststätte und ein Uhrengeschäft das Ziel der Einbrecher.

Massiv setzte sich die Serie dann im Juli fort: Fast täglich, insgesamt zehn Mal, mussten die Ordnungshüter in verschiedene Schulen, Kindergärten, Firmen, Gaststätten und das Jugendhaus ausrücken, bis es in der Nacht zum 18. Juli zur vorläufigen Festnahme von drei Tatverdächtigen kam.

Alle drei und ein weiterer, wenig später ermittelter 19-Jähriger, die als Haupttäter in Betracht kommen dürften, räumten die Tatvorwürfe weitestgehend ein.

Im Zuge der Folgeermittlungen haben die Beamten sechs weitere Mittäter im Alter zwischen 15 und 19 Jahren - darunter auch eine 17-jährige Jugendliche - ermittelt.

Jugendliche gehen äußerst brachial vor

Bei ihren Einbrüchen gingen die Tatverdächtigen immer gleich und oftmals recht dreist vor. So stiegen sie nach Aufwuchten oder Einschlagen eines Fensters in die Räumlichkeiten ein und verschafften sich im Innern mit brachialer Gewalt Zutritt zu den einzelnen Räumen. Vorhandene befestigte Tresore wurden aus der Verankerung gerissen. Sofern sie sich als für den Transport zu schwer erwiesen, versteckten sie diese zunächst in der näheren Umgebung, holten sie später ab oder riefen Tatgenossen mit einem Auto zum Abtransport herbei.

In einem Fall chauffierten sie einen aus einer Schule entwendeten schweren Geldschrank noch in der Nacht direkt zu einer ihnen bekannten Firma in Nehren und flexten ihn mit den dort vorhandenen Geräten auf.

Das Diebesgut soll stets nach der Tat sofort verteilt und das Bargeld überwiegend in Spielhallen verbraucht worden sein. Von einem Teil der Beute kauften die Beschuldigten, die bis auf drei bereits hinlänglich bei der Polizei bekannt sind, angeblich den bei der Festnahme sichergestellten Roller.

Die aufgebrochenen Tresore, Geldkassetten und sonstigen Behältnisse konnten mittlerweile aufgefunden und sichergestellt werden. Weitere Ermittlungen dauern noch an.

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