Mönchweiler Bürgermeister setzt seinen Urlaub für den Wahlkampf im November ein / Kritiker in Partei

Von Dietmar Schindler Mönchweiler. Am vergangenen Samstag, um 12 Uhr, warf Friedrich Scheerer seine Bürgermeister-Bewerbung im Walldorfer Rathaus ein.Bis gestern war er der einzige Bewerber. Bis 10. November haben andere Interessenten noch Zeit, ihre Unterlagen abzugeben. Gegenüber dem Schwarzwälder betonte er gestern, der richtige Wahlkampf im November stattfinden wird.

Am 5. Dezember ist dann Wahltag. Seine Arbeit im Mönchweiler Rathaus werde kaum darunter leiden, denn er setze seine 36 Tage Urlaub dafür ein. Wohnen wird er in dieser Zeit bei seiner Schwester.

Die nordbadische Heimatzeitung berichtete bereits am Samstag über die Bewerbung Scheerers in Walldorf. "Ich suche nach neuen Herausforderungen" heißt die Schlagzeile. Er betonte, dass er vier Seiten voller Ideen habe, was in Walldorf noch alles bewegt werden kann. Ins Detail will der Mönchweiler Bürgermeister erst im Wahlkampf gehen.

Wie der Schwarzwälder Bote berichtete, geht der Walldorfer Amtsinhaber Heinz Merklinger aus Altersgründen in den Ruhestand. Walldorf, das vor allem dem Softwarekonzern SAP ihren Reichtum verdankt, wird im Gemeinderat mehrheitlich von konservativen Kräften repräsentiert.

Friedrich Scheerer wird in der Astor-Stadt von der dortigen SPD unterstützt. Er sieht sein Amt aber als überparteilich an und möchte im Falle der Wahl auch so arbeiten.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis gibt es derzeit Genossen, die dem Mönchweiler Bürgermeister die Kandidatur in Nordbaden nicht gönnen. Sie stellten ihren Parteifreund ins schlechte Licht. Herangezogen wurde die geplante Feststoff-Konditionierungsanlage, die in Mönchweiler geplant war. Eine Bürgerinitiative sowie der Gemeinderat und Bürgermeister Scheerer haben letztendlich die Realisierung zu Fall gebracht. Der Genosse unterstellt Scheerer, den Bau der Anlage in aller Stille vorangetrieben zu haben. Ob dies so ist, kann der Genosse aus dem Bregtal nicht beweisen. In den vergangenen Wochen musste Singen gegen solch einen Bauantrag ankämpfen. Friedrich Scheerer versteht dies alles nicht mehr. Mit Demokratie habe dies wenig zu tun. Es zeigt sich, dass die Sozialdemokraten im Schwarzwald-Baar-Kreis auch vor der Landtagswahl noch nicht mit einer Stimme reden. Scheerer wird unbeirrt in Walldorf sein, und sein Ziel verfolgen Bürgermeister in Walldorf mit über 14 000 Einwohnern zu werden.

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