Dennis Mattutat (links) übergibt die nötigen Unterschriften für einen Bürgerentscheid an Hauptamtsleiter Sebastian Duffner. Foto: Hettich-Marull

Kommunales: Unterschriften für Bürgerentscheid werden übergeben / Beschluss des Gemeinderats kritisiert

Gegen den Beschluss, die Glocken der St. Antoniuskirche in Mönchweiler zwischen 22 und 6 Uhr nicht mehr läuten zu lassen, formiert sich Widerstand.

Mönchweiler. Seit Donnerstag schlägt sie nachts nicht mehr – die Kirchenglocke der St. Antoniuskirche in Mönchweiler. Der Gemeinderat hatte sich im Juli mehrheitlich für die Abschaltung der Kirchenglocken zwischen 22 und 6 Uhr ausgesprochen, nachdem es einen Antrag eines Bürgers aus den Hindenburgstraße gab. Dieser Beschluss wurde nun konsequent umgesetzt – wie lange, bleibt allerdings abzuwarten, denn in der Bevölkerung regte sich Widerstand.

Dennis Mattutat als Motor dieses Widerstandes sah sich genötigt, Unterschriften für einen Bürgerentscheid zu sammeln, da er die Entscheidung des Gemeinderates nicht hinnehmen wollte. "Und auch meine Unterstützer wollen das nicht", erklärte er. Inzwischen war die Unterschriften-Sammlung erfolgreich, am Montag übergab Mattutat die Listen mit wesentlich mehr, als den geforderten 177 Unterschriften bei Hauptamtsleiter Sebastian Duffner auf dem Rathaus ab.

Dass es nun doch soweit kommen musste, bedauern sowohl die Gemeinde, als auch der Initiator Mattutat. Bürgermeister Fluck hatte in der Gemeinderatssitzung am vergangenen Donnerstag verkündet, dass ein Versuch der Gemeinde, zu einem Kompromiss zu kommen, am Widerspruch des betroffenen Bürgers gescheitert ist. "Wir hatten einen Fachmann der Firma Schneider hier, der uns versicherte, dass er den Glockenschlag kostengünstig mittels einer Korrektur der Seilzüge unter die nachts geltende Dezibel-Belastung absenken könne".

Bürgermeister: Jedes vorbeifahrende Auto ist lauter

Der Fachmann kam, senkte ab, die verringerte Lautstärke war sofort hör- und auch messbar. Während Dennis Mattutat sich vergleichswillig zeigte, lehnte der betroffene Bürger ab und erklärte, dass ihm das Glockengeläut immer noch zu laut sei. Er bestehe auf eine Lärmbelastung unter 45 Dezibel – die Abschwächung hatte unter 63 Dezibel gelegen.

Diese Forderung, so Bürgermeister Fluck, sei technisch nicht durchführbar und deshalb abzulehnen. Im übrigen sei dann jedes vorbeifahrende Auto lauter als die Glocken. Deshalb wird es also in Sachen "Kirchenglocken" in Mönchweiler einen Bürgerentscheid geben. Das, so Bürgermeister Fluck, binde viel Arbeitszeit und koste "so viel wie eine Bürgermeisterwahl".

Für Hauptamtsleiter Sebastian Duffner ist es schade, dass man hier nicht zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen ist. "Und das, obwohl Herr Mattutat sehr kompromissbereit war". Gegen Ende November wird der Gemeinderat aufgefordert sein, die Formelle Richtigkeit der Unterschriftenliste festzustellen. Ist sie zulässig, muss innerhalb der nächsten vier Monate nach Feststellung der Bürgerentscheid durchgeführt werden.

"Das wollen wir noch vor Fasnacht über die Bühne bringen", erklärte Duffner. Wie bei einer ganz herkömmlichen Wahl wird es wieder vier Wahlbezirke geben – inklusive Briefwahl.

Sebastian Duffner rechnet indes damit, mindestens 40 Wahlhelfer mobilisieren zu müssen. "Das wird nicht leicht, aber da müssen wir durch", gibt er sich kämpferisch.