Sie hoffen auf einen baldigen Re-Start in neuen Räumen: Sabiene Müller (von links), Ingrid Schienle und Ulrike Polaczek vom Café Zeitlos.Foto: Hettich-Marull Foto: Schwarzwälder Bote

Soziales: Helferteam gibt den Mitbürgern Unterstützung und Nächstenliebe / Das Café wird derzeit schmerzlich vermisst

Seit Herbst 2019 ist die Generationenhilfe in Mönchweiler installiert und arbeitet mit Erfolg für eine hohe Lebensqualität der Mönchweiler Bürger.

 

Mönchweiler. Bürgerlotsin Sabiene Müller – seit April unterstützt durch Cornelia Schwarzwälder – bringt zusammen mit einem hoch motivierten Helferteam den Mitbürgern Unterstützung, Nächstenliebe und Lebensfreude.

Gerade in Corona-Zeiten, wo doch vielen Alleinlebenden der soziale, persönliche Kontakt zu den Mitmenschen fehlt, wird diese Unterstützung wichtiger und stärkt auch das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gemeinde. Montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr ist die Generationenhilfe für die Bürger erreichbar, durch das Förderprogramm des Landes konnte der Aufbau und die Entwicklung des zukunftsweisenden Projekts unterstützt werden.

Ein Teilbereich der Generationenbrücke

Die Generationenhilfe ist trägergestützt durch die Gemeinde, als Teilbereich der Generationenbrücke Mönchweiler. Durch ein eigenes ausgearbeitetes Konzept über den Aufbau bis zu den Arbeitsstrukturen in der Nachbarschaftshilfe, ist diese Institution in der Gemeinde nicht mehr wegzudenken. Seit September 2019 ist die Generationenhilfe vom Landratsamt Schwarzwald-Baar Kreis anerkannt. Das bedeutet, dass Dienstleistungen über einen Pflegegrad bei der Pflegekasse abgerechnet werden können.

Die Aufgaben der Bürgerlotsin umfassen zahlreiche Tätigkeiten – auch solche, die der Bürger nicht sieht. Im Hintergrund gilt es, Einsatzplanung und das Zusammenspiel zwischen Helfern, Klienten und allen an der Pflege Beteiligten zu koordinieren. Hausbesuche zur Einschätzung der Situation gehören ebenso dazu, wie die Organisation von Aus- und Fortbildung der ehrenamtlich Tätigen. Und natürlich wird auch ständig an der Konzeptweiterentwicklung gefeilt – denn auch hier gilt Stillstand ist Rückschritt.

Ist das Bürgerzentrum in der Schillerstraße fertiggestellt, werden die Bürgerlotsinnen ihr Büro in den neuen Räumlichkeiten beziehen. Im Bürgerzentrum findet dann auch eine weitere wichtige Säule der Generationenhilfe ihren Platz: Das Begegnungscafé "Zeitlos" wird – sobald es die Corona-Beschränkungen erlauben – wieder seinen regelmäßigen Betrieb aufnehmen. Auch hier war Sabiene Müller zusammen mit Ingrid Schienle und Ulrike Polaczek maßgeblich am Prozess beteiligt. Das Café wird seit der Schließung schmerzlich vermisst.

Der momentanen Situation geschuldet, sind viele Aktivitäten im Moment nicht möglich – nachgefragt sind auf jeden Fall die wöchentlichen Einkaufsfahrten – auch wenn die Bürger selbst nicht daran teilnehmen können. Die ehrenamtlichen Helfer nehmen Einkaufslisten entgegen und bringen den Einkauf an die Haustür.

Für die Bürgerlotsin Sabiene Müller und ihre Unterstützer ist die Zeit keine leichte – in den vergangenen Monaten zeichne sich in der Gemeinde hier und da eine Verunsicherung als Zeichen der menschlichen Hilf- und Haltlosigkeit ab, erklärt Müller. "Mit einem Mal wurde uns vor Augen geführt, dass unser ganzes Sein jederzeit an einem seidenen Faden hängt – auch ohne Coronavirus." Um dieser Hilflosigkeit entgegenzuwirken sei es ein wichtiges Anliegen, durch die niederschwelligen Unterstützungsangebote der Generationenhilfe ein Wohlbefinden im häuslichen Umfeld zu gewährleisten. Immer mehr Bedeutung kommt einem weiteren Arbeitsbereich von Sabiene Müller zu: Die Hilfestellung bei Neuanträgen oder Höherstufungen eines Pflegegrades. "Leider bedeutet dies oft eine mühselige Arbeit, begleitet von einem hohen Zeitaufwand und viel Durchhaltevermögen." Oftmals werde die Zusage eines Pflegegrades im ersten Schritt von den Pflegekassen nicht genehmigt. "Der Pflegegrad ist jedoch eine fast zwingende Voraussetzung für die Inanspruchnahme einer Leistung des Pflegedienstes."

Rückmeldung von den Bürgern positiv

Die Generationenhilfe möchte in diesem Bereich eine Brücke schlagen, damit eine gute und stimmige Betreuung mit Pflegedienst und den eigenen niederschwelligen Dienstleistungen für hilfsbedürftige Bürger gewährleistet werden kann.

Der besondere Dank – nach einem schwierigen Jahr – gilt jedoch den ehrenamtlichen Helfern: "Jeder Einzelne bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein und unterstützt uns auch mit Ideen und Verbesserungsvorschlägen."

Die Rückmeldungen von den Bürgern seien durchweg positiv. "Teilweise haben sich in den Betreuungen Freundschaften entwickelt." Diese positive Resonanz sei auf eine gute Zusammenarbeit und die Schulung des gesamten Helferteams zurückzuführen.

Gute Wünsche gehen auch in Richtung aller Mitbürger. "Wir wünschen uns, dass wir zusammen gut aus der Pandemie kommen und bald wieder viel Normalität in unserem Umfeld einkehrt", blickt Sabiene Müller optimistisch in die Zukunft.