Ikea ist mit verschiedenen Formaten am Markt und prüft offenbar einen Standort in Villingen-Schwenningen. Foto: Ikea

Nach der angekündigten Schließung der Roller-Filiale sorgt ein neuer Name für Aufmerksamkeit: Der Möbelkonzern Ikea prüft offenbar einen Standort in Villingen-Schwenningen.

Wie ein Paukenschlag wirkte die Ankündigung von Möbel Roller, die Villinger Filiale in der Sebastian-Kneipp-Straße nach annähernd 20 Jahren zu schließen.

 

Derzeit lockt das Unternehmen mit massiven Rabattaktionen auf die Ausstellungsware, um den Abverkauf und damit die Räumung der Filiale zu beschleunigen. Ende Juni soll der Standort der Vergangenheit angehören.

Hinsichtlich der Gründe verweist man insbesondere auf die derzeitige konjunkturelle Lage, die sich auch auf die Möbelbranche auswirkt. Klar: Wo weniger gebaut wird, werden auch weniger Möbel gebraucht. Die Lage im Sektor stagniert. Dafür spricht, dass Roller weitere Filialen – unter anderem in Reutlingen – schließt.

Umso überraschender wird derzeit das Interesse eines Möbelriesen an einem Standort in Villingen-Schwenningen vernommen. Ausgerechnet Ikea hat offenbar ein Auge auf die Doppelstadt geworfen. Das hat unsere Redaktion aus gut unterrichteten Kreisen erfahren.

Im Fokus steht eine zentrumsnahe Lage

So heißt es, dass bereits erste Gespräche hinsichtlich möglicher Standorte geführt wurden. Über die Ernsthaftigkeit dieser Anfragen gibt es derzeit noch keine konkreten Aussagen. Handelt es sich noch um ein erstes Abklopfen oder gibt es bereits konkrete Planungen?

Aus der Pressestelle von Ikea kommt zunächst eine Bestätigung für laufende Gespräche: „Wir stehen mit unterschiedlichen Anbietern im Austausch und ziehen für innerstädtische Formate prinzipiell alle Standorte und Optionen in zentrumsnaher Lage in Betracht, die unseren Anforderungen entsprechen.“

Keine Äußerung zu vertraulichen Gesprächen

Als Unternehmen sei man grundsätzlich neugierig. Mit dieser Haltung betrachte man jeden Markt individuell und evaluiere die Möglichkeiten laufend. Aber konkret werden will das Unternehmen noch nicht. Zu „vertraulichen Gesprächen“ werde man sich nicht öffentlich äußern, heißt es von einem Ikea-Sprecher.

Dieser erklärt, dass der Möbelriese auf digitale und stationäre Formate setzt, die sich gegenseitig ergänzen sollen. Das Ziel sei ein „individuelles Netz an Ikea-Formaten, die optimal verzahnt ineinandergreifen“. Heißt konkret: In Villingen-Schwenningen ist die Realisierung eines ergänzenden Angebots außerhalb der großen Ikea-Standorte wie in Freiburg oder Sindelfingen durchaus denkbar. Dafür spricht auch das „innerstädtische Format“.

Immer mehr kompakte City-Formate

Beim Blick in die derzeitige Strategie der Schweden springen hierbei beispielsweise die Ikea-Planungsbüros ins Auge. Deren Expansion hat der Global Player vor rund zwei Jahren ausgerufen. In diesen kompakten „City-Formaten“ erhalten Kunden „Unterstützung und Beratung bei der Planung von Einrichtungslösungen aus dem gesamten Ikea-Sortiment“ – und zwar von der Küche bis zu ganzen Räumen. Die Spannbreite: kleine Studios ab 50 Quadratmetern bis hin zu größeren Standorten mit rund 800 Quadratmetern.

Denkbar wäre aber auch die Eröffnung eines Pop-up-Stores, wie er im vergangenen Oktober in Nürnberg an den Start ging. Im ehemaligen Kaufhof wird dieser Store mit dem Schwerpunkt „Kochen & Essen“ angeboten, geplant sind dort auch wechselnde Themen. Im Mittelpunkt stehen Produkte, die sich leicht transportieren und mitnehmen lassen. Zudem ist die Bestellung von größeren Möbelstücken möglich.

Ikea war schon im Jahr 2018 Thema

Eine mögliche Ansiedlung von Ikea war bereits vor Jahren Thema in Villingen – und zwar im Zusammenhang mit dem Alten-Tonhallen-Areal. Der damalige FDP-Bundestagsabgeordnete Marcel Klinge hatte im Jahr 2018 beim schwedischen Möbelriesen angeklopft, um das damals und auch heute noch brachliegende Gelände mit einem City-Store zu beleben.

Schon damals sah Ikea die Nische kompakterer Formate, um abseits der großen Einrichtungshäuser eine Anlaufstelle für Kunden zu haben. Abgesehen von einem „Abklopfen“ kam die damalige Idee aber nicht in Schwung.