Heiko Eßlinger aus Gechingen betreibt jetzt seine Schäferei im neuen Stall. Die Tiere sind in mehreren Boxen aufgeteilt. Er hat nun viel mehr Möglichkeiten. Das war am alten Standort nicht möglich.
Seit vergangenem Sonntag ist das tierische Leben in den neu gebauten Schafstall auf der Höhe bei der Sporthalle und dem Wasserturm in Gechingen eingezogen.
Heiko Eßlinger betreibt nun dort oben seine Schäferei nach seinen Wünschen und Bedürfnissen, wie es am bisherigen Standort in der Gechinger Ortsmitte nicht möglich war.
Das vielfache Blöken der Schafe mischt sich mit dem Klappern der verschiebbaren Metallstangen an den Fressgittern, denn Heiko Eßlinger ist grad mit dem Füttern seiner Tiere beschäftigt und verteilt Heu in den Futtergassen zwischen den einzelnen Gattern.
Am vergangenen Sonntag ist Eßlinger mit dem Großteil seiner Schafherde von der Weide im Bereich der Gechinger Mühle umgezogen in den neuen offenen Schafstall.
„Manche Tiere kapieren sofort, wie das funktioniert und stecken ihre Köpfe hoch genug aus den beweglichen Fressgittern,“ zeigt er.
Andere, vor allem die älteren Schafe, haben noch etwas Lernbedarf. „Aber in ein zwei Tagen haben die es auch drauf“, ist er sicher.
In mehreren Boxen, zwischen denen die Futtergassen verlaufen, sind die Tiere aufgeteilt. In der einen tummeln sich die sogenannten Absetzer, die im Moment jüngsten Schafe im neuen Stall. Sie wurden im vergangenen Frühjahr und Sommer geboren.
In einer anderen Box sind die tragenden Mutterschafe versammelt, „ab dem 3. März werden dann ihre Lämmer geboren“, weiß der junge Schäfer schon genau.
Auch die Schafe, die demnächst geschlachtet werden, hat Eßlinger in einer separaten Box zusammengefasst.
Schon vor Weihnachten durften die etwa 40 Ziegen Eßlingers in ihr Winterquartier einziehen. „Eine davon ist heute Nachmittag durchs Fressgitter ausgebüxt, sie hat es geschafft, sich durch die Stangen durchzuwinden“, erzählt der Tierhalter.
Der Frechdachs ist jetzt bei den Schafen untergebracht, die demnächst geschlachtet werden. Kleinere Rangkämpfe wurden dort schon ausgefochten, lacht Eßlinger.
Die Mütter sind mit ihren Lämmern separat untergebracht
Der Stall bietet Eßlinger nach eigenen Worten auch die Möglichkeit, künftig die Trächtigkeit der Mutterschafe und dann das Ablammen im Jahr nach vorne zu verlegen, „so Ende Januar, Anfang Februar vielleicht. Wir haben hier genügend Platz, um die Mütter und ihre Lämmer dann separat von den anderen Schafen unterzubringen und sie auch ausreichend lange beieinander zu lassen.“
Etwa 160 Mutterschafe und rund 100 Lämmer oder Absetzer umfasst Eßlingers Herde derzeit, gemischt aus den Rassen Schwarzkopf-Landschaf und Merino-Fleischschaf. Die meisten verbringen den Winter jetzt im Offenstall, „nur eine kleine Gruppe bleibt die ganze Zeit über im Freien auf einem Feld in der Nähe“, berichtet er.
Futter lagert trocken und zentral
Der Stall erleichtert Eßlinger die Arbeit und Versorgung der Tiere ganz enorm, denn auch wenn die Schafe ganzjährig draußen waren, musste er im Winter oft zufüttern, weil sie nicht immer genug Futter finden. Zum anderen lagert das Futter für die Tiere jetzt trocken und zentral im zweigeteilten und dreiseitig geschlossenen Stallgebäude, links das Futter und die Maschinen, rechts die Tiere.
Über dem Tierbereich finden noch ein Aufenthaltsraum sowie ein Betriebs- und ein Büroraum ihren Platz. Der jetzt belebte stattliche neue Schafstall ist für die Gechinger Familien bereits ein beliebtes Ausflugsziel, wie Vater Jürgen Eßlinger berichtet. Am Gebäude sind noch kleinere Restarbeiten von den Zimmerern oder den Flaschnern und Elektrikern zu verrichten, aber der Betrieb mit den Tieren funktioniert wie gewünscht. Die ganze Familie Eßlinger ist in den Schäfereibetrieb involviert, neben Heiko sind das seine Eltern und seine beiden Schwestern. Sie vermarkten die Schaffelle und Wollepellets sowie das Fleisch der Schafe, die in Gültlingen geschlachtet werden.