Sie sind die neuen Ehrenmitglieder des VfR Sulz, hier zusammen mit den Laudatoren. Foto: Steinmetz

350 Besucher wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Das war beim 100. beziehungsweise 105. Jubiläum des VfR Sulz geboten.

Das war ein Anlass zum Rückblick in die bewegte Geschichte, Grußworte, Glückwünsche, Dankesworten an die vielen Ehrenamtlichen, die den Verein am Leben hielten und halten, sowie Ehrungen.

 

„Sport verbindet“, betonte Vorstandssprecher Marco Wörner. Hautfarbe, Religion oder Herkunft spielten keine Rolle: „Wir leben Vielfalt und Toleranz“, stellte er heraus, was den gesellschaftlichen Stellenwert des Vereins in der Stadt ausmacht. Es würden Werte vermittelt wie Teamgeist, Respekt, Zusammenhalt und Unterstützung.

Die Meilensteine

Dafür mussten aber auch die Voraussetzungen geschaffen werden. Bürgermeister Jens Keucher erinnerte an die „Meilensteine“ der VfR-Geschichte, die 1920 begann. Die Spielplatzsuche war in den Anfangsjahren und in den Nachkriegsjahren ein immer wiederkehrendes Problem, bis dann 1955 die „Albeck-Kampfbahn“ mit Rasenspielfeld und Aschenbahn eingeweiht werden konnte.

Keucher zitierte den damaligen Bürgermeister Walter Wetzel. Er habe gesagt, dass die neue Sportanlage der Jugend die Möglichkeit geben solle, sich sportlich und gesund zu betätigen. Die Stadt unterstützte den Vereinssport – „bis zum heutigen Tag“, wie Keucher erklärte.

Auf ein Vereinsheim musste man lange warten

So wurde 2001 und 2013 das Albeck-Stadion saniert. 2022 ist die Flutlichtanlage modernisiert worden. Auf ein Vereinsheim mussten die VfRler allerdings lange warten. Mitte der 90er-Jahre sei es eröffnet worden.

Keucher betonte, dass der VfR Sulz mehr als nur ein Fußballverein sei. Er sei Treffpunkt, biete Gemeinschaft und Lebensfreude. Der Verein habe 105 Jahre nicht nur überlebt, sondern sich immer wieder neu erfunden, ohne seine Wurzeln zu vergessen. Dem Vorstandssprecher überreichte Keucher neben einem Geldgeschenk ein gerahmtes Schriftstück von der Vereinsgründung im Jahr 1921.

So jung wie nie

„Gehört der Verein zum alten Eisen?“ Es war nur eine rhetorische Frage, die der Sportkreisvorsitzende Karl-Heinz Wachter aufwarf. „Nie war der VfR so jung wie bei seinem 105. Jubiläum“, stellte er fest. Mit dem Fußball als verbindendes Element sei der Verein Anlaufstelle für Jung und Alt. „Der VfR gehört zu den wichtigsten Säulen der Stadt“, so Wachter.

Der Verein für Rasenspiele und der Turnverein Sulz hatten in ihrer Geschichte immer wieder Berührungspunkte. Daran erinnerte TV-Vorstandssprecherin Martina Maier. Das geht zurück bis zur Anfangszeit des Fußballsports. Die Sanierung des Albeck-Stadions 2001 zusammen mit der Stadt sei ein gemeinsames Großprojekt gewesen. Auch Gräben seien überwunden worden. Beide Vereine profitierten voneinander. „Wir haben ein unkompliziertes freundschaftliches Verhältnis zueinander gefunden,“ bestätigte Martina Maier.

Trainingsanzüge über die Jahre

Zum Jubiläum gratulierte ebenfalls der Vorsitzende des Fußballbezirks Nordschwarzwald, Wolfgang Ottmar. Er überbrachte einen Fußball mit dem Wunsch, dass dieser häufiger im gegnerischen Tor als im eigenen landet.

Zwischen den Beiträgen gab es verschiedene Auftritte. Die Jugendkapelle des Musikvereins spielte. VfR-Kicker gingen auf den „Laufsteg“: Sie zeigten, wie sich die Mode der Trainingsanzüge im Laufe der Jahrzehnte geändert hat.

Alte Fußballlieder geschmettert

Die neugegründete Kindershowtanzgruppe der Narrenzunft begeisterte mit „Biene Maja“. Mit Spagat, Handstandüberschlag, Hebefiguren und Pyramide boten sie turnerische Glanzleistungen auf der Bühne. Die VfR-Senioren sangen alte Fußballlieder.

Nicht auf dem Programm stand die Einlage von Uwe und Annette Fläschel: Die ehemaligen Weltklasse-Rock’n’Roller wirbelten auf der Bühne fast wie in alten Zeiten. Sie hatten mit Regina und Jörg Sülzle für die größten sportlichen Erfolge der VfR-Vereinsgeschichte gesorgt.

Ehrenmitglieder ernannt

Beim Festakt galt der Dank vor allem den Ehrenamtlichen, die den VfR Sulz 105 Jahre lang am Leben gehalten haben. Anlässlich des Jubiläums hat der Verein neue Ehrenmitglieder ernannt und ihre Verdienste gewürdigt. Das haben mehrere Laudatoren, unter anderem die ehemaligen Bürgermeister Peter Vosseler und Gerd Hieber, übernommen. Es gab auch Verbandsehrungen durch den Vorsitzenden des Fußballbezirks Nordschwarzwald, Wolfgang Ottmar.

Den Verbandsehrenbrief für besondere Leistungen im Verein erhielten Julian Kopp, Michael Hess, Tim Brillinger und Marco Wörner. Die Jugendleiterehrennadel in Bronze bekam Rolf Maier, und mit der Spielerehrennadel in Bronze wurde Philipp Rumpel ausgezeichnet.

Die neuen Ehrenmitglieder sind Annette und Uwe Fläschel, Regina und Jörg Sülzle, Wolfgang Hummel, Daniel Häußermann, Karl-Friedrich Breitling und Tobias Nübel.