Mit einem wissenschaftlich begleiteten Modell soll Urlaub an der Nordsee, wie hier auf der Insel Sylt, bald möglich sein. Foto: dpa/Christian Charisius

Das Land Schleswig-Holstein hat vier Modellregionen ausgewählt, in denen Tourismus wieder möglich sein soll. Endlich gibt es damit wieder eine Perspektive für den Tourismus im Inland, kommentiert unsere Reiseredakteurin Susanne Hamann.

Stuttgart - Als Mitte März die ersten Ferienflieger in Richtung Mallorca abhoben war die Empörung groß. Zu Recht wurde kritisiert, dass Reisen auf die Balearen erlaubt sind, während man in Büsum noch nicht einmal isoliert in einer Ferienwohnung urlauben darf. Dieses Dilemma wird jetzt durch sogenannte Modellregionen gelöst. Hinter dem sperrigen Wort verbirgt sich ein vorsichtiges Öffnungskonzept, das strenge Regeln wie regelmäßige Corona-Tests für Gäste und Einheimische sowie eine Kontaktverfolgung via App vorsieht. Mitmachen dürfen auch beliebte Ferienregionen an der Nord- und Ostsee wie die nordfriesischen Inseln und die Lübecker Bucht. Geht alles gut, kann man dort die Pfingstferien verbringen.

 

Eine Erfolg versprechende Alternative zu ständigen Lockdowns

Endlich gibt es also einen Funken Hoffnung – für die pandemiegeplagten Menschen, die Urlaub und Erholung dringend nötig haben. Und für die Tourismusbetriebe, die nach Monaten des Stillstandes mit dem Rücken zur Wand stehen. Die Branche hat ausgefeilte Schutzkonzepte entwickelt, Tische gerückt, Plexiglasscheiben installiert und eine Chance absolut verdient.

Das Experiment ist gut und wichtig: Es bietet eine Erfolg versprechende Alternative zu ständigen Lockdowns. Der wissenschaftlich begleitete Versuch ist auch ein Testlauf für die großen Ferien. Nun kommt es darauf an, dass die Sache klappt und die Inzidenz niedrig bleibt. Alle müssen mitmachen – auch wenn es etwas lästig sein mag, sich jeden zweiten Ferientag in einer Schlange vor dem Testzentrum einzureihen. Geht die Sache schief, wäre das fatal für das Vertrauen. Klappt es aber, ist es ein gangbarer Weg für unsere Ferienträume.

susanne.hamann@stzn.de