Ein Modellprojekt mit Strahlkraft für den ganzen Schwarzwald-Baar-Kreis und darüber hinaus – die Hoffnungen, die auf dem St. Georgener Bürgerzentrum Roter Löwen ruhen, sind enorm. Doch ebenso groß war nun das Lob, das es für das Projekt gab.
Thomas Wirth von der Stadtentwicklungsgesellschaft STEG brachte es am Mittwoch beim Besuch im Roten Löwen auf den Punkt: „Was jetzt hier steht, ist ein Leuchtturmprojekt; das ist beispielgebend“, betonte er. Und nicht nur von seiner Seite gab es Lob für das neue Bürgerzentrum in der St. Georgener Stadtmitte.
Denn Bürgermeister Michael Rieger, Vertreter der Stadtverwaltung und des Gemeinderats konnten an diesem Tag hohen Besuch im Roten Löwen begrüßen: Vertreter des Landes Baden-Württemberg und des Regierungspräsidiums Freiburg sahen sich im Bürgerzentrum um.
„Stolz wie Bolle“ war Ralph König, Referatsleiter für den Bereich Städtebauliche Erneuerung im Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen, darauf, was in der St. Georgener Stadtmitte mit finanzieller Unterstützung des Landes geschaffen wurde. Denn mit einer Förderung von rund 3,5 Millionen Euro – etwa 55 Prozent der Gesamtkosten von ungefähr 6,5 Millionen Euro – machte das Land die Sanierung des Roten Löwen erst möglich.
Nächste Projekte laufen
Auch dass St. Georgen nicht nur bei diesem Projekt städtebaulich aktiv war und ist, zeigten Königs Ausführungen: Seit 1974 profitiere die Bergstadt von Mitteln der Städtebauförderung. Die stolze Summe von rund 20,5 Millionen Euro floss seither nach St. Georgen. Auch für das laufende Jahr wurden 1,4 Millionen Euro an Städtebauförderung bewilligt – und weitere Zuschüsse werden wohl folgen. Denn nun stünden, blickte König voraus, „die nächsten Brocken“ an.
Für den Roten Löwen hatte König noch eine besondere Auszeichnung parat. „Dieses Gebäude ragt weit aus der breiten Masse heraus“, betonte er. Als Anerkennung des Landes überreichte König Bürgermeister Rieger daher eine Bronzeplakette zur Anbringung am Roten Löwen.
Großer Mut zahlt sich aus
Zur Umsetzung solcher Projekte gehöre „stets auch eine große Portion Mut“, lobte auch FDP-Landtagsabgeordneter Frank Bonath. Beim Roten Löwen habe sich dieser Mut ausgezahlt: Es sei ein Ort entstanden, an dem sich Menschen einbringen könnten, freute sich Bonath. Er ist sich sicher: „Das wird langfristig wirken.“
So viel Lob es nun gab – so steinig war der Weg hierher bisweilen, wie Bürgermeister Rieger den Besuchern erklärte. Er blickte weit zurück, denn bereits vor 16 Jahren sei die Idee, den Roten Löwen zu beleben, aufgekommen. Doch das Projekt versprach nicht nur, teuer zu werden, sondern rief in der Stadt auch Kritiker auf den Plan. Erst durch das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK), blickte Rieger zurück, sei es gelungen, „die Brücke zu den Menschen zu bauen“ – die Möglichkeit, Fördermittel aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ zu erhalten, sei dann zur Initialzündung für das Projekt geworden.
Gebäude wichtiger denn je
Mittlerweile ist die Sanierung abgeschlossen, das Gebäude offiziell eingeweiht – und viele der Kritiker seien verstummt, schilderte Rieger seinen Eindruck. Er freute sich über die positive Resonanz zum Bürgerzentrum. „Man wird das Haus in Zukunft noch brauchen“, war er sich sicher. Denn soziale Treffpunkte wie dieser würden immer wichtiger.
Ins gleiche Horn stieß Architekt Stefan Blum, der das Projekt zusammen mit seinem Berufskollegen Martin Rosenfelder betreut hatte. Er wünschte daher „eine wirklich begegnungsreiche Zukunft für den Roten Löwen“.