Volker Meissner würde im Rentenalter gern ein Museum mit seinen Werken eröffnen. Foto: Kimmich

Der Modellbauer schafft faszinierende Miniaturwelten. Mit tausenden Followern teilt er seine einzigartigen Kreationen.

Seit seiner Kindheit hegt Volker Meissner eine unbegrenzte Leidenschaft für Modellbahnen. Er gehört jedoch nicht ausschließlich zu den Sammlern, sondern lebt sein Hobby auch als Modellbauer aus.

 

Mit seinen eindrücklichen Gebilden und Gefährten füttert Meissner auf Social-Media-Plattformen eine inzwischen nicht unbeträchtliche Anzahl an Followern. Mehr als zehntausend Zuschauer warten auf seine regelmäßigen Beiträge, in denen er preisgibt, wie man bestmöglich landschaftliche Details erschaffen kann.

„Es soll echt aussehen“

Welcher Eisenbahnkenner träumt nicht davon: Sich von der kalifornischen Landschaft beeindrucken lassen, alte Tunnelportale bewundern und den Big Boy, die weltgrößte Dampflokomotive, auf den Gleisen rattern hören. Nun, dafür muss sich zumindest Volker Meissner nicht mehr stundenlang ins Flugzeug setzen und etliche Euro dafür ausgeben. Einmal in den Keller geschlappt, steht das Wunderwerk parat.

„Von sieben Tagen bin ich an sieben Tagen in diesem Raum. Dabei verbringe ich hier zwischen fünf Minuten und zwei bis drei Stunden“, erklärt der Gymnasiallehrer.

Aktuell beschäftige er sich mit der Nachbildung der Bäume in der Region in Südost-Kalifornien. Sein persönliches Meisterstück: der Streckenabschnitt zwischen den Tehachapi Mountains und der Mojave-Wüste. Den Fokus bilde hier der berühmte Tehachapi-Loop, eine 360-Grad-Schleife, bei der meilenlange Züge etliche Höhenmeter auf kurzer Distanz zurücklegen.

Sogar eine Zeitschrift aus Bakersfield (USA) sei über seinen Beitrag gestolpert und habe den Modellliebhaber dazu interviewt. „Wichtig ist mir bei dem Ganzen, alles ganz getreu nachzubilden. Ob die Länge der Tunnelportale oder Kurvenradien, es soll echt aussehen.“ Sogar die Anzahl der Bäume berücksichtige er dabei.

Schon als Kind von Zügen begeistert

Bereits als Kind habe Meissner die Vorliebe für Züge und Loks seines Vaters übernommen. „In einem Katalog entdeckte ich als Kind den Big Boy der Union Pacific. Da der aber unbezahlbar war, baute ich ihn aus Lego nach.“

Das sei dem jungen Meissner aber zu „kantig“ gewesen, und es folgte ein Prototyp aus Pappe. Laut seiner Eltern perfektionierte er das Gefährt immer weiter, bis schließlich ein ansehnlicher Big Boy herausgekommen sei. Der Ursprung für die Entwicklung in amerikanische Gefilde war hiermit gesetzt. „Zu amerikanischen Loks passen auch nur amerikanische Gleise“, folgert er und verweist auf seine Sammlung an Zügen.

„2012 haben wir dieses Haus gekauft. Mein erster Schritt war die Zusammenlegung der unteren beiden Kellerräume. Der Spatenstich, sozusagen, war im Januar 2013.“ Bereits eineinhalb Jahre später sei die erste Bahn computergesteuert im Kreis gefahren. 2016 legte der Seedorfer die Landschaft an und integrierte zwei unterirdische Wendeln, die mit jeweils etwa 60 Metern Länge ausreichend Platz für abgestellte Züge böten.

Beim Modellieren arbeite er von der Pinzette bis zum Tepeziermesser mit allerhand Werkzeugen und entdecke dabei selbst Möglichkeiten, die Dinge in Miniatur darzustellen. So sei eines seiner Felsmodellierungsclips 2017 bei einem Internetportal für Videofilme mit 270 000 Klicks durch die Decke gegangen und schaffte es im Blogartikel von „Walthers“, dem amerikanischen Modellbahnmarkenführer, zum Titel „King of the Rocks“.

Meissners persönliches Ziel sei es, im Rentenalter ein Museum aus seinen Werken zu eröffnen. Dafür hat der 50-Jährige aber noch etwas Zeit.