Die große Faszination der Modelleisenbahnen wurde auch zur inzwischen 29. Modellbahnausstellung der Eisenbahnfreunde deutlich. Neben rund zehn Modell- und Modulanlagen wurde den Besuchern ebenso ein großer Modellbahnflohmarkt geboten.
Auswahl gab es dazu reichlich. Auch kamen die Gespräche unter den Modellbahnfreunden nicht zu kurz. Von den Gastgebern, den „Eisenbahnfreunden Freudenstadt“, freute sich Vorsitzender Stefan Braun über eine große Besucherresonanz.
Mit einer ausführlichen Dokumentation über die Nagoldtalbahn von Pforzheim-Brötzingen bis Hochdorf bei Horb, trug Braun auf sechs Schautafeln selbst zum Gelingen der Modellbahnschau bei. Als Mitarbeiter der Bahn-Signalmeisterei Horb ist er gut mit der Original-Eisenbahn vertraut. In seiner Freizeit ist er dazu als Historiker ein echter Kenner der Bahnstrecken rund um Freudenstadt herum. Rund zwei Monate hatte er in seiner Freizeit in die Zusammenstellung aller Daten zur Nagoldtalbahn investiert.
In der Turn- und Festhalle konnte Braun mehrere befreundete Modelleisenbahnvereine begrüßen. Mit vier Anlagen in H0 und N stellten sich die Modellbahnfreunde aus Herrenberg vor. Ein Meisterwerk: die Spur N-Anlagen mit einer zauberhaft wiedergegebenen Winterlandschaft, die zumindest am Samstag mit dem Wetter vor der Turn- und Festhalle übereinstimmte. Als reales Vorbild stellten die Herrenberger Modellbahnfreunde im Miniaturformat den Gültsteiner Bahnhof vor.
Erste Anlage schon vor 36 Jahren erstellt
Mit einer sehenswerten Modulanlage war die Bürgeraktion Bottwartalbahn vor Ort. Ein harter Kern von rund zehn bis 15 Mitgliedern, davon sechs Modellbahner, haben sich das Ziel gesetzt, die ehemals 36 Kilometer lange Bottwartalbahn, zumindest wieder auf Modulen aufleben zu lassen. Rund 15 Meter Modellbahn gibt es bereits, „30 Meter könnten es noch werden“ , so Wolfram Berner von der 2019 gegründeten Bürgeraktion. In Freudenstadt waren sie das erste Mal dabei. Erfreuliches konnte die Bürgeraktion berichten: „Inzwischen gibt es Vorplanungen die Bottwartalbahn im Original von Marbach am Neckar nach Heilbronn wieder als moderne Regionalstadtbahn aufleben zu lassen.“
Mit zwei Anlagen in Spur N und H0 waren die Modellbahnfreunde Renchtal angereist. Ihre erste Anlage hatten sie schon vor 36 Jahren erstellt. Eine der gezeigten Anlagen wurde mit zwei Stromkreisen betrieben.
Mit ebenfalls zwei Anlagen stellten sich die Märklin-Freunde aus Hilpertsau- Obertsrot im Murgtal vor. Eine Anlage wurde digital betrieben. Auch die bewährte analoge Modellanlage wurde zum Blickfang. Eine der Anlagen zeigte eher den historischen Bahnbetrieb der 50er-Jahre. Auf einer großen Drehscheibe vor einem Bahnbetriebswerk warteten mehrere Modelldampfloks auf ihren Einsatz. Auf einer der Anlagen drehte eine Straßenbahn munter ihre Runden.
Eine Bastelecke für die jungen Besucher
Vor allem am Sonntag schauten Familien vorbei, wobei bei der Vielfalt der Anlagen nicht nur Kinderherzen höher schlugen. Die jungen Besucher konnten sich in einer Bastelecke kreativ austoben. Die Märklin „My World“ war für den Nachwuchs ein weiterer Blickfang. Sie drehte eifrig ihre Runden. Spürbar war, dass die klassischen Modellbahnen nichts von ihrer Faszination verloren haben.
Bei vielen Besuchern lebte nochmals die Kindheit auf, wenn die Modellzüge durch abwechslungsreich gestaltete Modelllandschaften rollten. Tunnel, Brücken und Steigungen wurden bewältigt. Bahnhöfe und Bahnsteige präsentierten sich mit reichlich gestaltetem Leben.