Ein erstes Modell stand am Mittwoch kurzzeitig auf dem Museumsplatz: Das Stadtmuseum plant gemeinsam mit dem Rotary-Club Lahr, der Stadt eine Bühne zur Verfügung zu stellen.
Die Ruhe auf dem Museumsplatz wurde am Mittwochmittag durch lautes Bohren und Sägen gestört. Das Fachunternehmen Holzbau Langenbach baute nahe des Stadtmuseums ein Holzgerüst auf, das durch seine schiere Größe für Aufmerksamkeit sorgte. Auf Nachfrage erhielt unsere Redaktion die Information, dass nachmittags Vertreter der Stadtverwaltung eintreffen würden, die darüber aufklären könnten.
Tatsächlich beendete das Rätselraten, was es mit der Konstruktion auf sich hat, erst die Leiterin des Stadtmuseums, Silke Höllmüller: „Es handelt sich bei dem Bau um ein Lehrgerüst, das künftig eine Bühne darstellen könnte.“ Man sei noch in einem frühen Stadium, daher müssen noch viele Gespräche geführt werden, so Höllmüller. Jürgen Dittus, Architekt, Schöpfer der Raumwunder-Box (siehe Info) und Mitglied im Rotary-Club Lahr, pflichtete Höllmüller bei – und ergänzte: „Zentrale Fragen wie der Standort der Bühne sind noch ungeklärt.“ Zudem sei es noch gar nicht klar, ob die Stadtverwaltung zustimmen werde. Geplant sei, die Bühne, die ganzjährig den Museumsplatz zieren könnte, im Sinne des bürgerschaftlichen Engagements zu übergeben. Der Rotary-Club unterstütze die Aktion, so Dittus. Die Ähnlichkeit zum Raumwunder, das mit monatlich wechselndem Thema im Stadtmuseums zu sehen ist, sei kein Zufall. Dittus’ Wunsch: „Die Bühne soll nächstes Jahr am 17. Juni zum fünften Geburtstag der Raumwunder-Aktion stehen“.
Modellbau ist ein erster Versuch
Kurze Zeit später trafen dann die angekündigten Vertreter der Stadtverwaltung ein, angeführt vom Ersten Bürgermeister Guido Schöneboom. Dieser äußerte sich nur zaghaft zu dem angestrebten Vorhaben. Es sei noch zu früh, um ausführlich darüber zu sprechen. Der Modellbau sei ein erster Versuch, viele Dezernate sowie die Feuerwehr und der Brandschutz seien zur Prüfung der Umsetzbarkeit involviert . „Wir müssen ein Gefühl bekommen“, so Schöneboom. Es sei ein Angebot an die Stadt, allerdings sei die Finanzierung noch nicht gesichert. Und, so der Erste Bürgermeister, aus Sicht der Stadt gelte: „Ein Angebot muss nicht angenommen werden.“ Mehr könne die Verwaltung noch nicht sagen.
Das Holzkonstrukt stand nicht lange auf dem Museumsplatz – nach zwei Stunden wurde es von Holzbau Langenbach wieder abgebaut.
Die Raumwunder des Lahrer Stadtmuseums
Das Lahrer Raumwunder ist ein Kunst-und Sozialprojekt des Stadtmuseums Lahr, des Rotary-Clubs Lahr und der Lahrer Werkstätten. Es handelt sich dabei um einen Hohlraum in der Größe von 75 Zentimeter Breite, 60 Zentimeter Höhe und 30 Zentimeter Tiefe, der durch unterschiedliche Wandbearbeitung/Silhouettengestaltung und durch Einbauten von Figuren und Objekten mit Raumvolumen und Raumtiefen spielt. In dem nach vorne offenen „Kasten“ können durch Materialcollage die nach hinten zulaufenden geschlitzten Wände, die ebenfalls geschlitzte Decke – auch durch herabhängende Objekte (zum Beispiel Vögel oder Fische) – und die „Bühne“ gestaltet werden; sei es kindlich als Landschaft mit Blumen und Bienen, sei es abstrakt mit Objekten oder durch Installationen und Figuren. Architekt Jürgen Dittus, Mitglied des Rotary-Clubs, entwickelte die dreidimensionale Raumwunder-Box. Hergestellt wird sie von den Lahrer Werkstätten. Seit der Einführung der Box im Jahr 2021 gibt es eine jährliche Ausstellungsreihe im Foyer des Lahrer Stadtmuseums. Die Zeitgeist-Stiftung von Eckehard F. Ficht aus Lahr stiftet für dieses Jahr zwölf Raumwunder-Boxen.