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Mode Neue Lässigkeit

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Lässige Kleidung statt Maßanzug: Im Herbst/Winter darf Mann mit Jeans und Chinos, hier von Alberto, ins Büro. Foto: Alberto
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Lässige Kleidung statt Maßanzug: Im Herbst/Winter darf Mann mit Jeans und Chinos, hier von Alberto, ins Büro. Foto: Alberto

Sneaker statt Anzugschuh, Revershemd statt Krawatte. Vor allem im Berufsalltag durchläuft die Männermode einen radikalen Wandel. Für die Herbst/Winter-Saison 2020 sagen Experten der Mode eine Abkehr vom klassischen Anzug voraus. Im Büro empfiehlt sich für Männer ein entspannter Look.

"Das ist eine kontinuierliche Entwicklung, die enorm durch den Komfort im Homeoffice und die Digitalisierung geprägt wird", erläutert Carl Tillessen vom Deutschen Modeinstitut in Köln. "Der New-Economy-Look greift immer mehr um sich", so Tillessen weiter. Ein stilistisches Rollenvorbild sei zum Beispiel Mark Zuckerberg, CEO von Facebook, der stets ein lässiges T-Shirt trägt.

Den entspannten Stil bei den Herren bestätigt auch Patrick Pendiuk, Mode-Redakteur beim Männermagazin GQ: "Der Super-Slim-Anzug wird eigentlich komplett aus der Mode verdrängt." Es geht sowohl beim Oberkörper als auch bei den Hosen um eine entspanntere Weite, erklärt der Modeexperte weiter.

Oben lässig, unten schick

Auch bei der Strickkleidung dreht sich im Herbst/Winter laut Pendiuk alles um mehr Volumen: "Da geht es um sehr grobe, oversized geschnittene Pullover, Sweater oder Pullunder."

Und die Zeiten, in denen man für Freizeit-Kleidung tendenziell weniger Geld ausgab, sind laut Tillessen sowieso vorbei. Denn Freizeitkleidung wird auch im Beruf getragen. "Gleichzeitig hat man das Bedürfnis, Status und Hierarchien zu signalisieren", meint der Modeexperte.

Es gilt: lässige Kleidung statt Maßanzug. Die bestünde dann aber eben nicht aus waschbarer Baumwolle, sondern aus hochwertigem Wollstoff, der gereinigt und gebügelt werden muss. Das gelte vor allem für Hosen: "Die edle Hose muss im Berufsalltag Wertigkeit signalisieren und gepflegt sein."

Die Jacke macht's

Abseits der Arbeit wird im Herbst und Winter die Jacken-Saison eingeläutet. "So eine Jacke muss aber auch wasserdicht sein, eine Kapuze haben, die man vielleicht sogar abzippen kann, oder Reflektoren fürs Fahrradfahren mit sich bringen", findet Bernhard Roetzel. Laut dem Modejournalist und Blogger lassen sich praktische und sportliche Jacken gut mit einem Anzug kombinieren: "Tweed-Sakko, Cargo-Hose und anstelle eines traditionellen Mantels wählt man einen Parka."

Das sieht auch Tillessen so. Neu sei in diesem Jahr, dass Männer auch Steppjacken und Puffer-Jackets über dem Anzug tragen könnten: "Die Jacke darf sogar kürzer sein als das Sakko." Um sich gegen die Kälte zu schützen, seien Puffer-Jackets künftig sogar das Nonplusultra.

Übrigens: Neben Jacken und Westen tauchen für Männer mittlerweile auch wärmende Steppschals auf, die aus Luftkammern bestehen.

Dabei glaubt Roetzel, dass eine Jacke nicht immer aufgeplustert sein muss: "Ich empfehle zu einer Cargo-Hose einen leichten Kapuzen-Anorak mit großen Taschen, in denen man vieles unterbringen kann. Darunter kann man einen grob gestrickten Pullover in warmen Farben tragen."

Für alle, die so gar keine Lust auf Cargo haben, gibt Pendiuk derweil Entwarnung: "Klassiker wie Jeans und Chinos bleiben natürlich weiterhin da." Und einen ganz neuen, seit Jahrzehnten nicht mehr wirklich in Erscheinung getretenen Stoff hat er auch schon als neues Trendmaterial ausgemacht: Cord. Ein treuer Begleiter ist laut Rötzel übrigens auch die Mütze: "Zu Utility- und Sportsachen passen Beanies oder größere Strickmützen im Herbst aufgrund ihrer Silhouette besser als Hüte mit Krempe", lautet seine Empfehlung.

Mut zu Sportschuh und Farbe

Und die Schuhe? "Urban Outdoor, die Mischung aus Sneaker und Bergschuh, liegt im Trend", sagt Roetzel. Übrigens auch ein Trend, der bei der Damenmode beobachtet werden kann. Doch auch bei der Wahl des Schuhwerks muss Mann auf feine Unterschiede achten. So werden laut Pendiuk dicke Plateau-Sohlen immer seltener. Sneaker könnten diesen Winter optisch zwar noch ein bisschen klobig sein, sie würden tendenziell aber eher "schlank und sportlich getragen", so Pendiuk.

Tillessen geht sogar noch einen Schritt weiter: Er traut den Sneaker als Kernelement der Männermode eine Renaissance zu. Sogenannte Hightop-Sneakers - also solche, die über den Knöchel reichen - und klassische Basketballschuhe kommen zurück, legt er sich fest.

Derweil sieht Roetzel bei der Farbwahl des Outfits die größte Modesünde, die es während der kalten Jahreszeit zu vermeiden gilt: "Schwarz und Grau ist für mich ein No-Go. Wer auf der Höhe der Zeit sein will, sollte die Sachen im Schrank lassen und lieber zu Orange, Rot und Erdtönen greifen." Auch Pendiuk erkennt im bunten Winter einen Trend: "Das lässt sich auch auf das 'Classic Blue' zurückführen, das als Farbe des Jahres ausgewählt wurde."

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