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Mode Haut zeigen

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Asymmetrische Träger - wie hier bei Triumph zu sehen - sind ein aktueller Trend in der Bademode.  Foto: Triumph
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Asymmetrische Träger - wie hier bei Triumph zu sehen - sind ein aktueller Trend in der Bademode. Foto: Triumph

Auch wenn die Urlaubsreise vielleicht ausfällt: Im Badeanzug und Bikini kann man immer in der Sonne liegen. Das sind die gefragten Modelle für die Saison 2020. Ein Trend, der vielen gefällt, bleibt in diesem Sommer dabei erhalten: Der Badeanzug ist inzwischen nicht mehr nur ein Teil für Schwimmer und jene, die an bestimmten Stellen nicht zu viel Haut zeigen wollen, sondern er ist allgemein in Mode.

Angedeutet hat sich das über ein paar Jahre - nun aber hat sich die Entwicklung stark genug verbreitet. Gibt es diese Saison dann überhaupt was Neues in der Bademode? Klar! Denn auch der Badeanzug unterliegt saisonalen Veränderungen. Inspiriert ist er im Moment zwar oft am Stil der 80er-Jahre. Damals waren Badeanzüge ebenfalls stark angesagt, mit einem Höhepunkt ab 1989, als die Ausstrahlung der Rettungsschwimmer-Serie "Baywatch" begann. Aber die aktuellen Modelle seien "eben peppiger", findet Simone Piskol, Personal Shopperin aus Heidenau.

Asymmetrische Träger, Neckholder - oder gar keiner

Insbesondere der obere Bereich der Badeanzüge ist raffiniert gestaltet. Zwar gibt es nach wie vor viele klassische Modelle mit zwei Trägern. Mindestens ebenso viele sind aber schulterfrei, haben Träger, die im Nacken zusammenlaufen oder nur über eine Schulter verlaufen, berichtet Piskol. "Diese Asymmetrie zaubert ein tolles Dekolleté, wohingegen die Off-Shoulder-Modelle verspielt und feminin wirken, ganz besonders natürlich jene im Carmen-Stil", erklärt Daniela Wilhelms vom Versandhändler Baur, der viele Marken vertreibt.

Am Badeanzug setzen sich die Designer außerdem sehr bewusst damit auseinander, wo Stoff angebracht ist und wo er etwa als Hingucker fehlen kann. Cut-outs nennen sich bewusst gesetzte Löcher in der Kleidung. Diese Details zeigen Haut an besonders reizvollen Stellen des Körpers. Aktuell werden die Cut-outs bei der Bademode nicht immer ganz freigelassen, oft überzieht sie auch ein transparenter Stoff oder eine Gitteroptik. Zumeist kommen sie an der Taille zum Einsatz, aber auch über dem Bauchnabel.

Bondage-Stil und hoher Beinausschnitt

Weiterhin beliebt sind Schnürungen. Wilhelms sagt sogar: "Sogenannte Criss-Cross-Badeanzüge sind 2020 ein Muss. Besonders sexy sind Modelle im Bondage-Stil mit seitlichen Schnürungen." Im Handel finden sich daneben auch noch Modelle mit Bändern oder Gürteln auf Bauchhöhe. "Die Bändchen ziehen die Blicke auf sich und können so, richtig platziert, von vermeintlichen Problemzonen ablenken", erklärt Modeberaterin Piskol die Vorzüge.

Außerdem beliebt: Ein sehr hoher Beinausschnitt. Und auch am Dekolleté sitzt der Stoff tendenziell tief. Nicht selten reichten die Ausschnitte bis zum Bauchnabel, berichtet Modeexpertin Wilhelms. Auch die Rückenpartie kann ähnlich als Hingucker gestaltet sein. "Hier wird ebenfalls viel mit Bändern gearbeitet, die etwa über Kreuz gesetzt sind." Wem das nicht taugt, der findet zum Beispiel alternativ viele höher geschnittene Modelle mit langen Ärmeln im Handel, die sogenannte Rashguards. "Sie erinnern aufgrund ihres sportlichen Neopren-Materialiens und ihrer Reißverschlüsse an Surfer- und Taucher-Bekleidung", beschreibt Wilhelms.

Bikini mit hohen Bund

Und der Bikini? Der ist 2020 natürlich nicht einfach so aus dem Handel verschwunden. Aber auch er kommt nun keinesfalls mehr knapp daher - so haben die Höschen einen hohen Bund. "Diese High-Waist-Modelle sorgen für eine schmale Taille und lassen die Beine besonders lang wirken. Und nebenbei kaschieren sie auch noch ein paar Pfunde am Bauch weg", zählt Wilhelms die Vorteile auf.

In der Männermode ist die Entwicklung ähnlich - tendenziell hat sie mehr Stoff als zu frühere Zeiten zu bieten. Und zugleich weniger: "Die neuen Badehosen sehen mehr aus wie Surf-Shorts", sagt Michael Spitzbarth, Mitglied beim Netzwerk Deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD). Abe sie seien aktuell etwas kürzer geschnitten als bei diesem Modell eigentlich üblich und "enden fünf bis zehn Zentimeter über dem Knie - und sind nicht mehr so extrem weit". Zudem seien die Nähte verklebt und sorgen damit nicht mehr für Druckstellen. Der Stoff ist elastischer. Insgesamt gibt es also deutlich mehr Bewegungsfreiheit.

Apropos: Auch die knapp geschnittene Badehose ist nicht passé. "Sie wird zwar vermutlich nie wieder so modern sein, wie sie es mal war", sagt Modeberaterin Piskol. "Aber bei Schwimmern ist sie nach wie vor sehr gefragt - einfach, weil sie für diese sportliche Aktivität am praktischsten ist."

Nachhaltigere Stoffe

Ein modell- und geschlechtsübergreifender Trend der Bademode ist der Nachhaltigkeitsgedanke, der die gesamte Modebranche zunehmend bewegt. "Statt, wie früher, Garn zu verarbeiten, der letztlich aus Rohöl gewonnen wurde, geht der Trend hin zu Econyl", berichtet Michael Spitzbarth, Mitglied beim Netzwerk Deutscher Mode- und Textildesigner (VDMD). Dabei handelt es sich um eine zu 100 Prozent recycelte Nylonfaser. "Hier wird Müll, zumeist sind es recycelte Fischernetze, eingeschmolzen und zu Garn verarbeitet."

Umweltschutz sei mittlerweile ein großes Thema in der Fashionwelt bestätigt auch Daniela Wilhelms vom Versandhändler Baur: "Immer mehr Labels bringen Badeanzüge und Bikinis aus umweltfreundlichen Materialien, zum Beispiel aus recycelten Plastikflaschen, auf den Markt." Die Anforderungen, die an die Stoffe gestellt werden, werden dadurch aber nicht heruntergeschraubt. "Sie müssen langlebig sein, elastisch, Salzwasser- und UV-resistent", listet Spitzbarth auf.

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