Die Gemeinde Seewald erweitert ihr Mobilitätsangebot und wird in Besenfeld das E-Carsharing-Angebot der Firma Deer annehmen. Eine E-Ladesäule und zwei Stellplätze sollen in der Nähe des Rathauses Besenfeld angesiedelt werden.
Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung bei einer Enthaltung beschlossen, sich an der aktuellen Netzwerkaktion des Unternehmens zu beteiligen. Die Aktion ermöglicht es, die Kosten bei Zusammenschluss von mindestens drei Kommunen deutlich zu reduzieren.
Bürgermeister Dominic Damrath erklärte, dass sich die Gemeinden Schopfloch, Empfingen, Bad Rippoldsau-Schapbach und Seewald für das Angebot interessieren. „Wir sehen das Angebot als mögliche Ergänzung zum ÖPNV und müssten lediglich die Parkfläche zur Verfügung stellen und die notwendige Infrastruktur“, so Damrath. Weitere Unterhaltskosten würden auf die Gemeinde nicht zukommen.
Der Standort der E-Ladesäule und der zwei Stellplätze sollte in der Nähe des Rathauses Besenfeld angesiedelt werden. Aus Sicht der Verwaltung sei zunächst keine Schnellladesäule erforderlich, so dass die Kosten für die Gemeinde mit den Infrastrukturmaßnahmen bei rund 12 000 Euro liegen würden. Das Fahrzeug würde von der Firma Deer gestellt.
Überdachung angeregt
Martin Rebstock (Vereinigter Seewald) sprach von einem guten Angebot. Die Zeit sei reif für Car-Sharing in der Gemeinde. Rebstock wollte wissen, wer für den Winterdienst verantwortlich ist. „Ist hier nicht eine einfache Überdachung sinnvoll“, fragte er. Zudem regte er an, den Standort in einen nicht so gut angebundenen Teilort der Gemeinde zu verlegen.
Test im größten Teilort
„Die Firma möchte hier im größten Teilort das Angebot testen. Weitere Standorte könnten dazukommen, wenn es gut angenommen wird“, erklärte Damrath. Er sagte zu, die Idee mit der Überdachung zu prüfen. Für die Räumung des Parkplatzes im Winter sei sicher die Gemeinde zuständig.
Annelie Keck (Frauenliste) bezweifelte den Bedarf. Es sei zwar toll, alles anzubieten, aber Kosten würden trotzdem entstehen. „Ich wüsste nicht, wer das nutzen soll“, sagte sie. Christian Züfle (MUM) wies darauf hin, dass es keine E-Ladesäule in Seewald gebe. Auf lange Sicht sei es sinnvoll, eine Ladestation zu haben. „Es ist ein Versuch, wenn es läuft, ist er noch ausbaufähig“, so Züfle.
Ladestation nicht nur für Carsharing-Fahrzeuge
Monika Stelzer-Podschwadt (Frauenliste) warf ein, dass es mit einer normalen Ladesäule lange dauere, ein Auto aufzuladen. „Es wäre die erste Ladesäule in Seewald. Es ist keine Schnellladesäule, aber die Leute könnten sich auch in Seewald aufhalten“, sagte Gerd Müller (VS). Er schlug vor, zusätzlich eine Zuleitung zu legen, um im Bedarf auf eine Schellladesäule umrüsten zu können.
Damrath erklärte, dass dies geprüft werde. Er sicherte zu, dass der zweite Stellplatz von der Öffentlichkeit zum Laden von E-Autos genutzt werden könne. Ein Platz müsse jedoch für das Carsharing-Fahrzeug frei gehalten werden. „Die Teilnahme an diesem Angebot unterstützt die Umwelt- und Verkehrspolitik der Gemeinde“, so Damrath.