Die Trasse des geplanten Radwegs von Aichhalden nach Heiligenbronn und Waldmössingen soll entlang der Waldseite führen. Dafür muss der Waldsaum umgewandelt werden. Foto: Herzog

Ein straßenbegleitender Radweg von Aichhalden nach Heiligenbronn und Waldmössingen könnte schon 2024 oder 2025 umgesetzt werden. Derzeit ist ein Förderantrag in Bearbeitung.

In der jüngsten Sitzung des Waldmössinger Ortschaftsrats stellte Tiefbauamtsleiter Konrad Ginter eine Prioritätenliste über insgesamt neun Radwegprojekte vor, an denen Schramberg beteiligt ist. Ihm zufolge werde, um die Verkehrswende im Land voranzubringen, der Ausbau von Radwegen politisch massiv vorangetrieben und hohe Fördersummen bereitgestellt. An die Stadt sei herangetragen worden, Radwege in der Gesamtstadt anzulegen. Alles gleichzeitig ginge natürlich nicht.

 

Sulgen – Mariazell

Während der Radweg Sulgen – Mariazell bis Ende August fertiggestellt und am 23. September feierlich in Betrieb genommen wird, werde aktuell der Neubau der Mariazeller Straße mit Radstreifen in Sulgen forciert. Federführend sei dabei ebenfalls die Stadt, berichtete Ginter.

Aichhalden-Heiligenbronn-Waldmössingen

Beim geplanten Radweg Aichhalden-Heiligenbronn-Waldmössingen entlang der K 5527 und L 419 obliege die Leitung dem Landkreis. Der Antrag zur Aufnahme in das Landesgemeindeverkehrs-Finanzierungsgesetz (LGVFG) müsse im Herbst erneut gestellt werden. Eine Aufnahme ins Förderprogramm könne erst erfolgen, wenn der Grunderwerb abgeschlossen ist. Mit einer Realisierung rechne Ginter 2024 oder 2025, im Jahr darauf mit dem Baubeginn des Radwegs von Hardt nach St. Georgen.

Offene Projekte

Offen vom Zeitplan her seien der Heimbachtalradweg sowie die Radwege Schramberg-Tennenbronn-St. Georgen, Schramberg-Hardt, Schramberg-Lauterbach und Tennenbronn-Windkapf-Hornberg, schilderte der Tiefbauamtsleiter die Reihenfolge der vorgesehenen Priorisierung.

Trasse auf Waldesseite

Rat Roland Weißer verwies auf eine Waldbegehung mit Revierförster Jörg Fehrenbacher, bei der nicht klar gewesen sei, auf welcher Straßenseite der Radweg Aichhalden-Heiligenbronn angelegt werden soll. „Auf der Seite des Gemeindewaldes“, gab Ginter preis und begründete dies mit weniger erforderlichem Grunderwerb. Dabei müsse die Straße durch den breiteren Ausbau ein Stück zum Wald hin verschoben werden. „Wenn wir die Trasse auf die andere Seite planen, könnte das Projekt am fehlenden Grunderwerb eventuell scheitern“, gab der Tiefbauleiter zu bedenken.

German Notheis hatte Bedenken, wenn wegen eines Radwegs so massiv in den Waldrand eingegriffen werde. Da könne er nicht zustimmen. Die Straße, beruhigte Ginter, werde nicht vollständig in den Wald verlegt. Es handle sich um eine Umwandlung des Waldsaums von etwa zwei Metern, bei der höchstens eine Baumreihe weichen müsse. Dies sei akzeptabel. Darüber werde heute aber nicht abgestimmt und die Planung noch im Ortschaftsrat vorgestellt, versicherte der städtische Vertreter.

Heimbachtalradweg dauert noch

Jürgen Kaupp erkundigte sich über einen möglichen Zeitrahmen beim Heimbachtalradweg, der von Waldmössingen nach Fluorn-Winzeln, Römlinsdorf, Busenweiler, Betzweiler-Wälde bis nach Leinstetten zur Mündung in die Glatt führen soll und den die Stadt Dornhan bauseits begleiten wird. Nach Auskunft von Ginter hätten erste Gespräche mit den Projektgruppen stattgefunden. „Da sind wir aber noch ganz am Anfang. Vor 2027 werden wir da nicht beginnen können“, wollte er sich nicht festlegen.

Mit der Enthaltung von Notheis befürwortete der Ortschaftsrat die vom Fachbereich Umwelt und Technik vorgeschlagene Priorisierung der Schramberger Radwegprojekte bis 2026.