Norbert Ziegeler berichtet über die Gäubahn. Foto: Steinmetz

Gäubahn, Tempo 30, Radwege: Beim Themenabend der Bürger für Ergenzingen (BfE) im „Waldhorn“ ging es um den Verkehr. Es gab lebhafte Redebeiträge der rund 30 Besucher.

Der Verkehr ist ein Dauerthema, auch im Ortschaftsrat. Zuletzt stand der Kreisverkehr auf der Tagesordnung, und zwar als Unfallschwerpunkt. Dass oft Tempo 30 nicht eingehalten wird, ist ein Ärgernis. So mancher hat schon selbst gefährliche Situationen beobachtet oder erlebt – als Fußgänger oder als Radfahrer.

 

Zum Auftakt berichtete Stadt- und Ortschaftsrat Norbert Ziegeler über die Gäubahnkappung, die im März 2027 kommen soll. Bis dahin können Zugreisende auf der Gäubahn noch direkt bis zum Stuttgarter Hauptbahnhof gelangen, danach muss in Vaihingen auf die S-Bahn umgestiegen werden. „Für uns ist das eine Zumutung“, sagte Ziegeler. Zumal der geplante Pfaffensteigtunnel Richtung Flughafen wohl erst 2032 in Betrieb gehen werde. Für Ziegeler ist sie nicht nur von den Kosten her, sondern auch „ökologisch grenzwertig“ und ein „Irrsinn“. Entlang der Gäubahn gibt es denn auch Proteste.

Tempo 30 gilt durchgängig

„Wir sind ein vielbefahrenes Dorf“, leitete Ulrike Schneider zum Thema innerörtlicher Verkehr über. Feststellen konnte sie: „Tempo 30 im Ort ist super.“ Die Geschwindigkeitsreduzierung gilt in Ergenzingen durchgängig, das Ziel sei erreicht worden, sagte Cornelia Ziegler-Wegner. Sie räumte ein, dass die Temporeduzierung nicht immer beachtet werde. Parken auf der Straße sei dann eine Möglichkeit zur Entschleunigung.

Irmgard Kussauer hatte eine Idee aus Spanien mitgebracht: „In Mallorca sind überall Schwellen. Dort wird das Tempo eingehalten.“ Sonst funktioniere das nicht.

Parken an der Straße ist allerdings auch ein Problem, so vor allem in der Baisinger Straße. Dort sei es gefährlich. „Eine Lösung kann ich nicht präsentieren“, meinte Cornelia Ziegler-Wegner.

Gefährliche Situationen entstehen außerdem immer wieder am Kreisverkehr mit seinem kleinen Radius. Das hat die Polizei festgestellt. Weitgehend einig waren sich die Anwesenden, dass dies hauptsächlich auf das Verhalten der Verkehrsteilnehmer zurückzuführen sei. Die Unfälle hätten zumeist nur Blechschäden zur Folge. Der Ortschaftsrat hatte sich dafür ausgesprochen, die Mittelinsel des Kreisverkehrs besser zu markieren. Die weitestgehende Lösung wäre eine Ampel. Die aber habe wegen des Staus niemand im Ortschaftsrat gewollt, erinnerte sich die frühere Ortschaftsrätin Renate Holzmann.

„Wir sollten noch viel mehr im Ort radfahren“, appellierte Cornelia Ziegler-Wegner. Das ist teilweise, so in der Gospertstraße, nicht gerade attraktiv. Die BfE-Ortschaftsrätin gab zu, dass nicht alles optimal sei, so auch beim neuen Radweg Richtung Eckenweiler, den der Landkreis gebaut hat. Am Bahnhof sind jedenfalls Abstellplätze für Räder vorhanden, auch Boxen. Dort allerdings das E-Bike unterzustellen, sei nicht einfach, wurde moniert.

Car-Sharing ist Thema

Car-Sharing ist eine weitere Möglichkeit, den Verkehr zu reduzieren. Ein solches Mietfahrzeug könne zehn bis zwölf Autos ersetzen, informierte Norbert Ziegeler. Damit beschäftigen sich die Ergenzinger Ortschaftsräte bei ihrer nächsten Sitzung. Zwei Anbieter für Car-Sharing haben sich dem Gremium bereits vorgestellt.

Wie sich Ergenzingen weiterentwickeln könnte und wie junge Leute hier leben wollen, wurde als Thema für die nächste Veranstaltung angeregt.