Unweit der Häuser und der Obstplantage soll der Sendefunkmasten auf dem Hochbehälter "Hörnle" (in der Bildmitte ganz oben) gebaut werden. Eine Bürgerinitiative möchte das verhindern. Foto: Schwind

In Hopfau macht sich Widerstand breit. Die Bürgerinitiative "Menschen in Hopfau" kann sich mit einem 15 Meter langen Stahlrohr samt einer Stahl-Bühnenkonstruktion, also mit einem LTE-Mobilfunkmasten der Telekom, nicht anfreunden.

Sulz-Hopfau - Der Mobilfunk sei in Hopfau, wie Ortsvorsteher Thomas Mutschler erklärte, seit Jahren ein Thema. Eine 2G-Versorgung sei 2021 nicht mehr adäquat. Da scheint die Aktion der Deutschen Funkturm GmbH, einer Tochter der Telekom, "Wir jagen Funklöcher", bei der der Sulzer Glatttal-Stadtteil einen LTE-Mobilfunkmasten gewonnen hat, gerade recht gekommen zu sein.

Beim Wasserhochbehälter "Hörnle", wo bereits die Feuerwehr ihren digitalen Funkmelder für den Einsatz hat, möchte nun die Telekom ihre Funkübertragungsstelle mit einem 15 Meter langen Stahlrohr samt einer Stahl-Bühnenkonstruktion positionieren.

Die Kommune, die mit einem Gemeinderatsbeschluss unter der Vorgabe eines Standorts im Falle eines Gewinns die Teilnahme erst ermöglicht hat, scheint da dem Bau recht positiv gegenüber zu stehen. Der Gewinn des LTE-Mobilfunkmasten löst aber nicht überall Freude in Hopfau aus.

In der neugegründeten Bürgerinitiative (BI) in Hopfau "Menschen in Hopfau" macht sich nämlich Skepsis breit. Der Zusammenschluss von Hopfauer Bürgern signalisiert, dass sie nicht gänzlich gegen einen durchdachten Netzausbau und dem Bau des Mobilfunkmasten wäre, sondern nur für einen anderen Standort.

Sie wünscht sich deshalb vor dem Beschluss des Ortschaftsrats eine offene und öffentliche Diskussion führen zu dürfen und fordert die Überprüfung des Vorhabens hinsichtlich wirtschaftlicher und gesundheitlicher Aspekte. Durch eine geeignete Standortwahl könne eine entsprechende Immissionsreduzierung erreicht werden, um weiterhin einen gesunden Wohn- und Lebensraum in Hopfau zu haben.

Eine Online-Kontaktaufnahme mit weiteren bereits im Strahlenschutz aktiven Bürgerinitiativen und Experten habe ergeben, dass ein weiterer Mast in Bezug auf die Strahlungsleistung überhaupt nicht notwendig wäre. Das Gebiet Hopfau und seine Einwohner könnten bereits jetzt durch das bestehende Vodafone-Netz vollumfänglich (und mit Reserven) versorgt werden, ist von der BI zu erfahren.

Die im Telekom-Netz vorhandenen Funklöcher dürften durch die gesetzliche "Roaming"-Neuregelung seit Januar diesen Jahres (Telekom und O2 können den Vodafone-Mast gegen Gebühren mitnutzen) längst erledigt sein, so die BI weiter. Wenn schon ein Mast aufgestellt werden solle, dann sei dieser, um die dortigen Funklöcher ebenfalls abzudecken, sinnvollerweise weiter Richtung Glatt und damit außerhalb von Hopfau zu versetzen.

Erst Bürger, dann Gremium

Die Initiative hat den Eindruck, dass die Hopfauer Bevölkerung seitens der Kommune nicht ausreichend mitgenommen werde und so noch viel Unwissen in der Bevölkerung herrsche. Deshalb hat die BI einen elf Fragen umfassenden Katalog an die Ortsverwaltung geschickt.

Ortsvorsteher Thomas Mutsch­ler erklärte, dass es einen Empfehlungsbeschluss des Ortschaftsrats erst nach einer Bürger-Präsenzinformation geben soll. Die Hopfauer Bürger wären auch aufgerufen gewesen, um bis zum 15. Juli Fragen an den Ortschaftsrat zu schicken, die dann bei der Informationsveranstaltung mit einem Fachmann der Betreiberfirma Telekom zu klären wären. Bis zum Mittwochabend seien vier Anfragen aus der Bevölkerung bei ihm eingegangen, erklärte Mutsch­ler.

"Insgesamt ist das für uns eine einseitige Betrachtungsweise. Als Ergänzung dazu haben wir bereits einen unabhängigen Fachmann an der Hand, der für einen Vortrag und eine Podiumsdiskussion zur Verfügung stehe", erklärte die Mitsprecherin der Initiative, Jenny Dieterle, bei der Ortschaftsratssitzung am Mittwochabend in der Glatttalhalle. Die Bürgerinitiative möchte eine eigene Expertise entweder parallel oder auch mit einer versetzten Veranstaltung einbringen.

Vergangenen Donnerstagabend hat die Bürgerinitiative einen ausführlichen Flyer unter der Bevölkerung in Umlauf gebracht, indem sie ihre Forderungen formuliert haben: "Wir setzen uns ein für eine offene und demokratische Herangehensweise an das Thema Mobilfunk und Netzausbau hier in Hopfau. Wir wollen die Lebensqualität in unserem idyllischen Ort erhalten, dass alle, egal, ob klein oder groß, jung oder alt, hier gesund aufwachsen und leben können. Wichtigste Aufgabe für uns ist aber die Information der Hopfauer Bevölkerung zum geplanten Funkmast, die Sicherstellung des Gesundheits- und Strahlenschutzes und ein dem Bauvorhaben zugrundeliegender transparenter und demokratischer Prozess", formulierte die BI.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: