Hohe Berge, tiefe Täler: Immer wieder reißen die Mobilfunkverbindungen vor allem im Schwarzwald, teilweise jedoch auch auf der Baar unvermittelt ab. (Symbolfoto) Foto: © Fabian – stock.adobe.com

Im Auto telefonieren und unterbrechungsfrei durch den Schwarzwald fahren – fast ein Ding der Unmöglichkeit. Doch nun kommt Bewegung in die Sache.

Die IHK Schwarzwald-Baar-Heuberg stellte im Mai den aktuellen Mobilfunkatlas für den Regierungsbezirk Freiburg vor, an dessen Erfassung sich die Kammer beteiligte. Im Vorfeld konnten Personen Funklöcher an die IHK melden.

 

IHK-Präsidentin Birgit Hakenjos formulierte es damals so: „Wer heute keinen stabilen Mobilfunk hat, ist abgehängt.“ Der Ausbau sei daher keine technische Randnotiz. „Wir brauchen ein flächendeckend starkes Netz – und zwar jetzt.“

Im Schwarzwald-Baar-Kreis sind laut Mobilfunkatlas 97,06 Quadratkilometer mit LTE versorgt. Die Anzahl der Haushalte, die unterversorgt sind wird mit 1797 angegeben, was insgesamt 3972 Personen betrifft.

Schwierigkeiten gibt es laut Mobilfunkatlas vor allem ungefähr in dem Bereich St. Georgen bis in den Großraum Triberg und Wolterdingen in Richtung Schwarzwald. Teilweise wird diese Region bei der Telekom als Planungsgebiet für Verbesserung ausgewiesen, teilweise wird es laut Planungsunterlagen weiterhin keine Veränderung zum Status Quo geben. Auf der Baar dürfte eines der bekanntesten Funklöcher entlang der B 33 von Bad Dürrheim nach Villingen sein, in Höhe der Parkplätze.

Zwei neue Standorte

Die Telekom verkündet in einer aktuellen Pressemitteilung vollmundig: „Im Schwarzwald-Baar-Kreis ist der Mobilfunk jetzt noch besser.“ Und erklärt warum: Die Telekom habe dafür in den vergangenen Wochen zwei Antennenstandorte neu in Betrieb genommen. An vier Standorten wurde der Mobilfunk ausgebaut, so die Angaben des Unternehmens. Damit habe die Telekom die Abdeckung mit mobilem Internet im Landkreis verbessert.

Die Versorgung der Haushalte mit schnellem Mobilfunk steigt demzufolge auf 98 Prozent. Von den neu gebauten Mobilfunkstandorten stehen zwei in Villingen-Schwenningen. „Der Bedarf an Bandbreite nimmt ständig zu – rund 30 Prozent pro Jahr. Deshalb machen wir beim Mobilfunkausbau weiter Tempo“, sagt Lena Raschke, Unternehmenssprecherin der Deutschen Telekom.

Status und Ausblick

Die Telekom betreibt im Schwarzwald-Baar-Kreis eigenen Angaben zufolge jetzt 78 Standorte. In den kommenden drei Jahren sollen weitere 42 Standorte hinzukommen. Zusätzlich plant das Unternehmen, 44 Mobilfunkstandorte mit LTE und 5G zu erweitern. Hierbei ist die Telekom auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen oder Eigentümern angewiesen, um Flächen für neue Standorte anmieten zu können. Vermieter erhalten dafür eine langfristige ortsübliche Miete. Wer eine Fläche für einen Dach- oder Maststandort anbieten möchte, kann sich an die Deutsche Funkturm wenden: www.dfmg.de/standortangebot.

Wer mehr über die Verfügbarkeit von Mobilfunk in seinem Landkreis erfahren will, kann sich unter www.telekom.de/netzausbau informieren. Für den Schwarzwald-Baar-Kreis gibt es Infos unter www.ihk.de/sbh, Suchwort Mobilfunkatlas.