In Weilheim wird derzeit ein Mobilfunkmast gebaut. Bisher gibt es in Teilen der Hechinger Ortschaft schlechten oder gar keinen Mobilfunkempfang. Foto: Rütschle

Der Mobilfunkausbau rund um Hechingen geht voran. Mehrere Ortschaften werden mittelfristig von neuen Mobilfunkmasten versorgt. Ein Überblick über die Versorgungslage.

Kurz eine Whatsapp-Nachricht verschicken oder nach dem Wetter googeln: Nicht überall ist dies rund um Hechingen problemlos möglich. Derzeit kommt aber vielerorts Bewegung in den Mobilfunkausbau.

 

Im Stadtteil Weilheim ist der Bau des Mobilfunkmasts weit vorangeschritten. Der Gittermast, der vom Anbieter Telefónica betrieben wird, steht bereits. Die weiteren Mobilfunkanbieter können sich an diesem Angebot beteiligen.

In Stein haben jüngst der Ortschaftsrat sowie die Stadt Hechingen grünes Licht für den Bau eines Mobilfunkmasts in der Nähe des Gewerbegebiets Lotzenäcker oberhalb der Ortschaft gegeben. Dort wird die Telekom bauen; wann genau, ist noch nicht bekannt.

Standorte gefunden wurden ebenfalls in Bechtoldsweiler, Stetten und Boll. In Hechingens größtem Stadtteil Stetten soll der Mast zwischen Hechinger Straße und Bundesstraße 27 entstehen. Mit diesem Standort deckt er auch Teile der Oberstadt Hechingens ab. In Bechtoldsweiler wird der Mast nordwestlich des Hechinger Teilortes am Waldrand in der Nähe des Spielplatzes geplant. Und in Boll fasste der Ortschaftsrat kürzlich den Beschluss für den Standort bei der Turn- und Festhalle mit einer Begrenzung der Masthöhe auf 35 Meter.

„Weiße Flecken“ im Kreis

Das Problem Mobilfunkabdeckung im ländlichen Raum betrifft den gesamten Zollernalbkreis. 23,04 Prozent der Fläche sind sogenannte „Graue Flecken“, wie aus einer Anfrage der FDP-Landtagsabgeordneten Timm Kern und Rudi Fischer an die Landesregierung hervorgeht. Das bedeutet, dass diese Region nur durch einen einzigen Netzanbieter mit mobilem Breitband versorgt wird. 2,56 Prozent seien sogar so genannte „Weiße Flecken“, in denen es gar keine Versorgung mit mindestens 3G-Standard gibt, wie die Politiker in einer Pressemitteilung informieren. Beide Werte liegen über dem Bundesdurchschnitt und beziehen sich auf den Jahresbeginn.

Das Mobilfunkmonitoring zeigt Gebiete mit Ausbaudefizit in violetter Farbe. Foto: Bundesnetzagentur

Kern tritt bei der Landtagswahl im kommenden Jahr für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen an. Dieser umfasst neben der Zollernstadt auch die Gemeinden Jungingen und Burladingen aus dem Zollernalbkreis. Rund um die Stadt Burladingen liegt sogar ein „Ausbaudefizit“ vor. Dies sind Flächen, auf denen es derzeit und in den nächsten zwölf Monaten ab dem Erhebungszeitpunkt keine ausreichende Versorgung mit einem Mobilfunknetz in 4G oder 5G geben wird.

Anbieter ist entscheidend

Grundlage der Daten ist das Mobilfunk-Monitoring der zentralen Informationsstelle des Bundes (ZIS), das von der Bundesnetzagentur betrieben wird und öffentlich zugänglich ist. Wer dort reinklickt sieht, dass Hechingen mit einem 5G-Netz größtenteils von zumindest einem Anbieter abgedeckt ist. Am schlechtesten versorgt sind noch Gebiete östlich von Beuren sowie nördlich von Jungingen. „Weiße Flecken“ sind auf der Karte verstärkt südlich und nördlich von Burladingen zu sehen.

Wirtschaftliche Gründe

Deutlich wird durch das Mobilfunk-Monitoring, dass je nach Anbieter die Mobilfunkversorgung in den einzelnen Regionen variiert. So haben Vodafone-Nutzer beispielsweise nur eine 2G-Anbindung in Hechingens Stadtteil Stein; Telekom-Nutzer sind dort gut versorgt, haben in Beuren aber eine schlechte Verbindung; Telefónica weist dort auch nur eine 2G-Empfangsstärke auf.

Warum im ländlichen Raum der Mobilfunkausbau hinterherhinkt? Laut Landesregierung hänge dies besonders von den Netzbetreiber ab, die ihr Netz grundsätzlich nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausbauen würden. „Beim wirtschaftlichen Ausbau investieren die Netzbetreiber in Bereichen, in denen möglichst viele Nutzer eine spürbare Qualitätsverbesserung erfahren und gleichzeitig die Ausbaukosten dazu im Verhältnis günstig sind“, heißt es auf Anfrage von den FDP-Landtagsabgeordneten Kern und Fischer weiter. Gerade im ländlichen Raum sei die Nutzerdichte oft gering, die Ausbaukosten in topographisch anspruchsvollen Gebieten aber hoch.

Das Mobilfunk-Monitoring ist im Internet abrufbar unter: www.gigabitgrundbuch.bund.de/GIGA/DE/MobilfunkMonitoring/Vollbild/start.html.