In Bieselsberg darf ein rund 40 Meter hoher Funkmast gebaut werden. In Zukunft soll das Aufstellen solcher Anlagen in der Gemeinde Schömberg über ein Mobilfunkvorsorgekonzept besser gesteuert werden. Dazu ist ein unabhängiges Gutachten notwendig. Foto: Buck

Trotz heftigen Widerstands vor Ort hat das Landratsamt Calw den Funkmast in Bieselsberg genehmigt. Solche Konflikte sollen aber künftig in der Gemeinde Schömberg vermieden werden.

Schömberg - Das Landratsamt Calw begründete im April seine Genehmigung des Funkmastes damit, dass gemäß Baugesetzbuch solche Anlagen gebaut werden dürfen, wenn sie der öffentlichen Versorgung dienen. In diesem Fall sind es Telekommunikationsleistungen. Der Ortschaftsrat von Bieselsberg und der Gemeinderat von Schömberg lehnten das Vorhaben jeweils gleich zwei Mal ab. In einer Unterschriftenaktion von Gegnern des Mobilfunkmastes sprachen sich rund 60 Prozent der Bieselsberger gegen den Mast aus.

Besonders umstritten ist dabei der neue Standard 5G. Wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilt, kommen beim Mobilfunk hochfrequente elektromagnetische Felder zum Einsatz. Bei 5G sind diese Frequenzen noch höher als bei vorherigen Standards. Damit ist ein schnellerer Datenaustausch möglich. Das BfS und die Bundesregierung gehen nach dem derzeitigen Stand von Wissenschaft und Technik davon aus, dass bei der Einhaltung der gesetzlich definierten Grenzwerte keine Gesundheitsgefahr von der 5G-Technologie zu erwarten ist.

Dies bezweifeln die Funkmastgegner. Sie warfen der Gemeindeverwaltung vor, nicht alles getan zu haben, um das Vorhaben zu verhindern, wie sich Bieselsbergs Ortsvorsteher Michael Nothacker im Gespräch mit unserer Redaktion erinnert.

Unabhängige Expertise

In Zukunft sollen jedoch solche Konflikte möglichst vermieden werden. Deshalb soll ein Mobilfunkvorsorgekonzept kommen. Um es aufzustellen, ist ein unabhängiges Gutachten notwendig, wie Nothacker deutlich macht. Die Betonung liegt dabei auf unabhängig. In den Beratungen des Gemeinderates über den Funkmast in Bieselsberg war immer wieder die Klage zu hören, dass nicht klar sei, welche Stimmen im Chor der Experten glaubwürdig sind oder nicht. Das soll es in Zukunft nicht mehr geben. Liege eine solch unabhängige Expertise vor, könnten im Flächennutzungsplan von vorneherein bestimmte Gebiete für einen Funkmast ausgeschlossen werden. Umgekehrt, so Nothacker, gelte dann aber auch: "Dort und dort ist es zulässig."

Unterstützung vom Bürgermeister

Der Ortschaftsrat von Bieselsberg empfahl in seiner jüngsten Sitzung dem Gemeinderat von Schömberg, ein solches Mobilfunkvorsorgekonzept aufzustellen. Schömbergs Bürgermeister Matthias Leyn stärkte in der Sitzung des Ortschaftsrates Nothacker den Rücken. Der Ortsvorsteher freute sich über diese Rückendeckung, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion deutlich machte.

Jetzt muss sich der Gemeinderat von Schömberg mit dem Mobilfunksorgekonzept befassen und die entsprechenden Mittel im Haushalt einstellen. Schließlich soll ein solches Konzept für die gesamte Gemeinde gelten und nicht nur etwa für Bieselsberg.