Auf einem Feld bei Bietenhausen will die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) eine Stahlkonstruktion errichten. Der Gemeinderat berät darüber am Montag.
Der Mobilfunk soll auch bei Bietenhausen ausgebaut werden. Dort wird ein Funkmast mit einer Höhe von 31 Metern errichtet. Die Konstruktion entsteht am Ortsausgang Richtung Höfendorf auf der linken Seite. Die Bauarbeiten finden im Auftrag des Unternehmens „Deutsche Funkturm GmbH“ statt, einem Tochterunternehmen der Deutschen Telekom mit Sitz in Leverkusen.
Die Deutsche Funkturm stellt nach eigenen Angaben „maßgeblich den Ausbau der Infrastrukturen für die deutschen Mobilfunkanbieter, Rundfunksender und Betreiber von Richtfunkstrecken sowie für die Funknetze von Behörden und weiteren Institutionen sicher“.
Auch beim Bauwerk in Bietenhausen gehe es darum, Lücken im Funknetz zu schließen und das bestehende Netz zu verbessern. Das berichtet das Planungsbüro „iwb Winterhalder“ in Niedereschach auf Anfrage. Die Eigenheit in Bietenhausen: Das Gerät erhalte das Signal nicht über ein Erdkabel, sondern per Richtfunk. Dabei kommt das Signal von einem anderen Funkmast in Sichtweite und wird danach sozusagen weiterverteilt.
Ein Mobilfunkstandort wird nur dort geplant, wo Bedarf besteht
Wann die Bauarbeiten bei Bietenhausen beginnen, ist derzeit offen und abhängig von der Genehmigung des Projekts durch die Baubehörden. Diese Genehmigungsverfahren dauern zwischen acht und zwölf Monaten – teils seien sie noch länger –, berichtet eine Sprecherin der DFMG auf Anfrage. „Zum aktuellen Zeitpunkt können wir noch keinen Termin für einen Baubeginn absehen“, heißt es deshalb weiter.
Derweil geht der eigentliche Bau des Mobilfunkmasts schnell und dauere mit Arbeiten am Fundament drei Monate, wobei das Aufstellen meist nur um die zwei Tage in Anspruch nimmt.
Ist die Genehmigung erteilt, wird zunächst das Fundament hergerichtet und der Stromanschluss hergestellt. Danach dürfen Schaulustige mit den Hochbauarbeiten rechnen, die einen Ausflug wert sein könnten. Das Planungsbüro erklärt: Die Stahlgitter werden in mehreren Teilen angeliefert, die ein Kran jeweils in die Höhe bugsiert.
Gleichwohl weist die Bundesnetzagentur auf der offiziellen „Mobilfunk-Monitoring“-Karte 5G-Empfang für Bietenhausen aus. Warum also soll gerade dort ein Funkmast gebaut werden? Vorneweg: „Unsere Bauvorhaben realisieren wir auf Basis der Funknetzplanung der Deutschen Telekom“, erklärt eine Pressesprecherin der DFMG.
Ein Mobilfunkstandort wird nur dort geplant, wo Bedarf besteht. Dass die Bundesnetzagentur für eine Region 5G-Abdeckung ausweist, heiße nicht automatisch, dass die Abdeckung von jedem Anbieter gegeben ist. Dies bedeutet nur, „dass 5G theoretisch irgendwo in dem Gebiet von einem der Anbieter verfügbar ist. Nicht aber, dass die Abdeckung zwingend gut, überall oder auch bei allen Anbietern gleich vorhanden ist“.
Abstimmung am Montag
Das liege daran, dass die Mobilfunknetzbetreiber jeweils eigene Netze betreiben, weil auch die Mobilfunkinfrastruktur der Mobilfunkanbieter unterschiedlich gewachsen ist. Natürlich könnten auch andere Mobilfunkanbieter die DFMG-Standorte nutzen, „sodass keine zusätzlichen Masten errichtet werden müssen“. Sicher ist: „Einfach so“ werde kein Mast gebaut, denn der Prozess für einen neuen Standort sei langwierig. In Deutschland dauere es aktuell etwa zwei bis vier Jahre, bis ein neuer Mobilfunkmast geplant, genehmigt, gebaut und ans Netz angeschlossen ist.
Der Gemeinderat stimmt über das Bauvorhaben in der Sitzung vom Montag, 9. Februar, 18.30 Uhr im Gemeindehaus Rangendingen ab.
Weitere Standorte
Plan
Im Zollernalbkreis verfolgt die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) 15 weitere Mobilfunkstandorte. „Viele davon befinden sich noch in einer sehr frühen Planungsphase“, heißt es von der DFMG. Darunter sind auch ein Standort bei Hart, ein potenzieller Standort bei Trillfingen, ein potenzieller Standort bei Höhendorf und Hirrlingen. Abhängig von der jeweiligen Höhe eines Standortes, der Topografie, den verwendeten Frequenzen und der Sendeleistung der Antennen beträgt der Versorgungsradius eines Mobilfunkstandortes 1,5 bis 2 Kilometer, erklärt die DFMG.