Die Bauarbeiten für den Mobilfunkmast auf dem Weilheimer Bleichberg haben begonnen. Unsere Redaktion weiß, wie der Mast aussehen soll.
Telefonieren mit dem Smartphone ist in großen Teilen Weilheims derzeit nicht störungsfrei möglich. Auch der Internetempfang per Mobilfunk ist stark eingeschränkt.
Insbesondere Anlieger im Unterdorf sind – wenn sie über keinen Festnetzanschluss verfügen – quasi von der Außenwelt abgeschnitten.
Doch das wird – läuft alles nach Plan – nicht mehr lange so sein. Denn: Derzeit laufen auf dem Bleichberg, der Anhöhe südwestlich von Weilheim, die Bauarbeiten für den neuen Mobilfunkmast. Dort wird bis Mitte Juli ein 30 Meter hoher Turm aufgestellt, der die Empfangsproblematik allemal ad acta legen soll.
Ortsvorsteher Gerd Eberwein hat intensiv für den neuen Mobilfunkmast, der in Gitterform gebaut wird, gekämpft. Regelmäßig habe er die Baufirma Semi kontaktiert und nachgehakt, wann denn endlich Baubeginn sei. Seine Hartnäckigkeit scheint sich gelohnt zu haben. Seit Montag sind zwei Baustellenfahrzeuge auf dem Bleichberg aktiv.
Baugrube für Fundament wird derzeit ausgehoben
Eine erste Baugrube für das Fundament ist bereits ausgehoben; die Fläche, auf welche der Mast gebaut werden soll, ist abgesteckt. Dazu finden Erdarbeiten für die Baustraße statt. „Mit diesem Standort haben wir eine gute Lösung gefunden“, ist Ortsvorsteher Gerd Eberwein zufrieden.
Der Prozess von den ersten Überlegungen bis zum Bau des Mobilfunkmasts hat in Weilheim nun drei Jahre gedauert. Und dieser Zeitraum ist vergleichsweise kurz, blickt man auf Projekte in anderen Kommunen. Möglich gemacht habe dies die reibungslose Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung – namentlich Robert Mauz, Caren Wagner, Marcus Kempka und Bürgermeister Philipp Hahn, die den Bau unterstützt hätten.
Zu Beginn habe man sich im Ortschaftsrat und mit Bürgerbeteiligung Gedanken über einen passenden Standort gemacht. Einig war man sich schnell, dass die „toten Flecken“ in Weilheim, wie Eberwein sie nennt, beseitigt werden müssen.
Die erste Idee, einen 50 Meter hohen Mobilfunkturm im Bereich des Steinbruchs im Nordosten des Storchendorfs zu bauen, stieß angesichts des drohenden Eingriffs in das Landschaftsbild schnell auf Ablehnung. Dann sei der Bleichberg als Standort in den Sinn gekommen. Dort gibt es mit dem alten und neuen Wasserhäusle bereits eine bebaute Fläche. Dazu sind in diesem Bereich bereits große Linden gewachsen, die den Mast zur Ortschaft hin bis zu einer gewissen Höhe abschirmen werden. In Blickrichtung Bisingen und Grosselfingen werden nach Abschluss der Bauarbeiten ebenfalls Bäume gepflanzt.
Aussicht wird nur marginal beeinträchtigt
Ausflügler, die auf den Albliegen und Parkbänken den Blick zur Burg Hohenzollern genießen, werden durch den Mast ebenfalls kaum beim Genießen der Aussicht beeinträchtigt. Oder wie Eberwein sagt: „Kleiner Eingriff, große Wirkung“.
Mit dem Mobilfunkmast soll auch der Wohnstandort Weilheim attraktiver gemacht werden. Besonders hinsichtlich des angedachten Neubaugebiets „Berg II“, für das Eberwein sich einsetzt. Denn: Je weiter östlich man sich in Weilheim bewegt, umso schlechter der Empfang. Der westliche Teil des Hechinger Stadtteils wird noch durch den Mobilfunkmast am Grosselfinger Sportplatz teilweise abgedeckt.
Betreiber nach dem Bau wird der Anbieter „Telefonica“ sein. Vertraglich zugesichert sei, dass es auch weiteren Dienstleistern wie der Telekom oder Vodafone möglich gemacht werden muss, sich an den Mobilfunkmast anzukoppeln. Ob die jeweiligen Firmen die Chance auch ergreifen, ist aber deren Sache.
Mobilfunk in Hechingen
Nicht nur in Weilheim Thema
Der Bau eines Mobilfunkmasts ist derzeit nicht nur in Weilheim ein Thema. Auch die Ortschaftsräte in Bechtoldsweiler, Stetten, Boll und Stein beraten über ähnliche Projekte. In Bechtoldsweiler wurde bereits ein Standort in diesem Frühjahr festgelegt. Dort stehen nun Prüfungen der Naturschutzbehörde an. In Stetten und Boll, die zusammen den Mobilfunkmast planen, wurde noch kein finaler Standort festgelegt. Dies ist aber in der laufenden Sitzungsrunde der Gremien vorgesehen. In Stein schien man in diesem Frühjahr einen Standort gefunden zu haben, der sich aber bei einem Vor-Ort-Termin als zu klein erwies. Ein neuer Standort wird derzeit geprüft, Stein befindet sich damit aber im „schwebenden Verfahren“.