Früher war 1&1 nur ein virtueller Netzbetreiber, nun hat das Unternehmen ein eigenes Netz aufgebaut. Foto: Federico Gambarini/dpa/Federico Gambarini

Vor gut zehn Jahren verschwand E-Plus vom Markt, danach gab es mit der Telekom, O2 und Vodafone nur noch drei Handynetze. Inzwischen ist wieder eine Nummer vier aufgetaucht.

Beim Aufbau des vierten deutschen Handynetzes hat das Telekommunikationsunternehmen 1&1 eine staatliche Pflichtvorgabe nach eigenen Angaben erreicht. Wie die Firma aus Montabaur mitteilte, sind die rund 12,5 Millionen Mobilfunkkunden auf das Netz von 1&1 - das sogenannte Kernnetz - umgebucht worden. 

 

Früher war 1&1 nur ein virtueller Netzbetreiber, dessen Kunden vor allem im Netz von O2 unterwegs waren. Dafür zahlte 1&1 Miete. 2019 ersteigerte die Firma für gut eigene Milliarde Euro erstmals Frequenzen, mit denen sie schrittweise ein eigenes Netz aufgebaut hat. 

Der Netzaufbau kam allerdings nur schleppend voran. Im Sommer hatte 1&1 1200 Funkstationen in Betrieb. Im Vergleich zu O2 mit seinen 28.000 Standorten ist das Netz noch immer klein. Deshalb sind die 1&1-Kunden weiterhin auch mit den Antennen eines anderen Anbieters verbunden: Dort, wo es keine 1&1-Antennen gibt, haben sie eine Vodafone-Verbindung. Mit Vodafone hat 1&1 einen entsprechenden Vertrag geschlossen.