Der Kampf gegen Funklöcher im Schwarzwald läuft – auch rund um St. Georgen ist noch einiges zu tun. Ein neuer Funkmast soll nun auf Brigacher Gemarkung gebaut werden.
Gerade noch mitten im Telefongespräch, dann – nur wenige Sekunden später – ertönen nur noch verzerrte Geräusche aus der Freisprecheinrichtung, dann ein Signalton. Und Stille. Wer mit dem Auto im Schwarzwald unterwegs ist und dabei telefoniert, kennt dieses Szenario nur zu gut. Noch immer ist die Region voller kleinerer und auch etwas größerer Funklöcher.
Doch nach und nach werden sie gestopft – auch ein neuer Funkmast auf Brigacher Gemarkung soll nun dazu beitragen, dass die Mobilfunkversorgung rund um die Bergstadt ausgebaut wird. In seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch gab der Technische Ausschuss grünes Licht für den entsprechenden Bauantrag, zu dem der Ortschaftsrat Brigach noch vor dem Jahreswechsel seine mehrheitliche Zustimmung mit sechs Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen erteilt hatte.
Brigachs Ortsvorsteher Georg Wentz blickt im Rahmen der Ausschusssitzung kurz auf die Anfänge des Projekts im Jahr 2022. Damals standen vonseiten der Telekom mehrere Standorte zur Auswahl, erklärte Wentz – nun sei die Wahl auf das landwirtschaftliche Grundstück im Bereich Obertal, zwischen dem Ort Brigach und dem Hirzwald gefallen.
Wo der genaue Standort liegt, ist in der Sitzungsvorlage für den Technischen Ausschuss beschrieben: etwa 60 Meter nördlich des Gebäudes Obertal 5, mit einem Abstand von circa 30 Meter zum bestehenden Wald. Vom eigentlichen Ortsteil wird der Mobilfunkturm rund 1,1 Kilometer entfernt.
An dieser Stelle soll der knapp mehr als 40 Meter hohe Mast erbaut werden – geplant ist er als sogenannter Schleuderbetonmast mit zwei Plattformen sowie Systemtechnik auf einem Fertigteilfundament. Dauerhaft versiegelt wird durch das Fundament eine Fläche von rund 28 Quadratmetern.
Mittelschwerer Eingriff ins Landschaftsbild
Der Sitzungsvorlage für den Ausschuss zufolge ergibt die Bilanzierung des Eingriffs einen von knapp 1800 Ökopunkten. Ausgeglichen werde dies durch die Pflanzung von drei Bäumen.
Und das in jüngster Vergangenheit in St. Georgen vor allem wegen geplanter Solarparks vieldiskutierte Landschaftsbild? „Die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes wird mit einer mittleren Eingriffsschwere angenommen“, heißt es in der Sitzungsvorlage für den Technischen Ausschuss. Diskussionsbedarf sah das Gremium in der Sache dennoch nicht. Die Räte winkten den Bauantrag ohne weitere Äußerungen einstimmig durch. Ausgeglichen werden soll der Eingriff ins Landschaftsbild nach Angaben der Stadtverwaltung monetär: Geplant ist laut Sitzungsvorlage die Zahlung eines Ersatzgeldes in Höhe von drei Prozent der Baukosten.
Ortsvorsteher hört keine Beschwerden
„Wenn man daran zurückdenkt, wie man noch vor zehn Jahren diskutiert hat wegen Funkmasten“, sei das heute kaum mehr vorstellbar, kommentierte Bürgermeister Michael Rieger. Mittlerweile habe die Mehrheit der Bevölkerung ein großes Interesse an guter Mobilfunkverbindung. Diesen Eindruck bestätigten auch die Schilderungen von Ortsvorsteher Wentz: Bei ihm seien bezüglich des Vorhabens keinerlei Beschwerden eingegangen.