Mit Atemschutz und Sauerstoffflaschen machen sich die Einsatzkräfte für die Übung bereit. Foto: Beck

on 300 Grad bis zu 600 Grad – der mobile Brandübungscontainer der Netze-BW ist bis zum 23. November am Ichenheimer Feuerwehrhaus stationiert.

Ichenheim - Von 300 Grad bis zu 600 Grad – der mobile Brandübungscontainer der Netze-BW ist bis zum 23. November am Ichenheimer Feuerwehrhaus stationiert und steht dort für Schulungen unter hitzigen Realbedingungen für die Einsatzkräfte zur Verfügung. Die "heiße Kiste", wie die mobile Anlage genannt wird, sei bereits die zweite Generation und seit 2007 in Betrieb. "Insgesamt gibt es fünf Exemplare in Baden-Württemberg und Bayern", so Kommunalberater der Netze BW, Daniel Kalt, bei einem Pressetermin, bei dem die möglichen Übungen mit dem Container präsentiert wurden. Mehr als 80 000 Einsatzkräfte konnten sich mithilfe der Brandübungsanlage in den vergangenen 15 Jahren in Sachen Brandbekämpfung weiter vertraut machen. "Trainings, wie sie darin möglich sind, und einem echten Einsatz sehr nah kommen, sind generell rar", weiß Kalt. Dabei sensibilisierten gerade solche "heißen" Übungen die Rettungskräfte auf für Gefahren, die etwa beim Löschen von elektrischen Verteilungsanlagen und Umspannstationen entstehen könnten.

Mit Maske und Sauerstoffflasche ausgestattet

Die Brandschutz-Übung laufe gemäß eines vorgegebenen Verlaufs ab. Vor der Tür des Containers knien zwei Einsatzkräfte. Sie tragen Schutzkleidung, Maske und sind mit Sauerstoffflaschen ausgestattet. Auf das Zeichen des vorderen Feuerwehrmannes wird die druckdichte Tür geöffnet und die ersten Flammen mit einem Strahlrohr gelöscht. Eine große Rauchgas-Durchzündung, der sogenannte Flash-Over, macht sich bemerkbar, bevor die Einsatzkräfte den Raum betreten können. Dabei können sich Atemschutzträger mit gefährlichen Situationen bei Hitze, Dunkelheit und Enge vertraut machen. Begleitet werden die Trainingseinsätze durch speziell eingewiesene Feuerwehrleute, die vor Ort die Bedienung und Überwachung übernehmen.

Kameras sorgen für Sicherheit

Die richtige Kleidung sei dabei ausschlaggebend, wie die Einsatzkraft aus Ichenheim, Rafael Jägle, erklärte. Für weitere Sicherheit sorgen vier Kameras, die die Simulation aus verschiedenen Perspektiven beobachten, und ein Mikro mit Gassensoren.

Das System der Übung könne mithilfe von Schaltern reguliert werden. Es gebe dabei drei Stufen der Flammen, so Kalt. Der Brandcontainer ist zudem mit einem Bett und einem Bücherregal ausgestattet, um eine realistische Situation des Zimmer- und Treppenbrands nachzustellen. "Die Ausbildung ist das A und O", so Feuerwehrmann Michael Schäfer. Es sei wichtig, eigenständig agieren zu können. Aber auch Teamwork und die Absprache während des Einsatzes seien bedeutsam.

Nur bis 23. November in Ichenheim

Der Übungscontainer schließt am 23. November, aufgrund der kalten Jahreszeit und kommt im Frühjahr wieder zum Einsatz – wo das sein wird, sei noch offen.