Mit Annafrid Merz (29) von der Erlacher Höhe und Carmen Folcz (24) von der Akademie Eigen-Sinn teilen sich aktuell zwei Frauen die mobile Jugendarbeit in der Stadt Freudenstadt.
Die beiden Streetworkerinnen präsentierten sich und ihre Arbeit beim Pressegespräch in den Räumlichkeiten der Erlacher Höhe. Der Grund für die Vorstellung waren sowohl personelle Veränderungen als auch Änderungen in der bisherigen Struktur der mobilen Jugendarbeit.
Seit ihrem Start im Jahr 2009 bis zuletzt 2024 wurde diese gemeinsam von der Erlacher Höhe (50 Prozent), der Akademie Eigen-Sinn (25 Prozent) und der Diakonischen Bezirksstelle (25 Prozent) gleistet. Ende 2024 ist die Diakonische Bezirksstelle ausgestiegen und „Eigen-Sinn“ hat in der Folge entsprechend aufgestockt.
Im Doppelpack unterwegs
Annafrid Merz ist bereits seit Februar 2024 mit im Boot und arbeitet neben der mobilen Jugendarbeit in der Wohnungsnotfallhilfe der Erlacher Höhe, Carmen Folcz kam im März 2025 hinzu und arbeitet ergänzend im Bereich der Schulsozialarbeit.
Beide haben zwischenzeitlich feste Treffen für das gemeinsame Streetwork vereinbart und sind normalerweise montags, mittwochs und freitags am Nachmittag beziehungsweise am frühen Abend im Doppelpack in der Stadt unterwegs.
Personeller Wechsel und Vakanz
Manuel Trick, der die mobile Jugendarbeit als Teamleiter bei der Erlacher Höhe verantwortet, und auch Alexander Fix, Geschäftsführer der Akademie Eigen-Sinn, sind nach einer Phase personeller Wechsel und Vakanz von Stellenanteilen zuletzt sehr froh über die Konstellation und Kontinuität seit mittlerweile mehr als einem Jahr.
Wichtig ist es beiden Frauen, bei diesen Rundgängen Vertrauen zu den jungen Menschen aufzubauen und Beziehungsarbeit zu leisten. Alles passiere freiwillig und vertraulich. Zu den Säulen der mobilen Jugendarbeit gehöre neben dem Streetwork auch die Einzelfallhilfe, die Gruppenarbeit und die Gemeinwesenarbeit, bei der man beispielsweise als eine Art Sprachrohr der Jugendlichen mit der Stadt agiert und diese bei Bedarf auch an weitere Stellen vermittelt oder bei Behördengängen unterstützt.
Kontakt über WhatsApp oder Instagram
Das dafür erforderliche Netzwerk – sowohl mit der Stadt als auch mit kooperierenden Einrichtungen wie dem F 23 – werden aktuell gestärkt. Folcz nutzt dort auch die Büroräume, das Büro von Merz befindet sich in der Erlacher Höhe. Gerne werde von den Jugendlichen die Möglichkeit genutzt, beide über WhatsApp oder Instagram zu erreichen. „Neben der aufsuchenden Arbeit ist das eine niederschwellige Möglichkeit, der Kontaktaufnahme“, sagt Trick.
Um die strukturellen Veränderungen sichtbar zu machen, wurden das Logo, die T-Shirts und Jacken der mobilen Jugendarbeit zwischenzeitlich erneuert.
Zur Person
Carmen Folcz
aus Schopfloch hat Kindheitspädagogik an der Hochschule Stuttgart studiert und das Studium im Februar 2025 beendet. Ihr Wunsch war es, danach in die Schulsozialarbeit einzusteigen. Als sich die Chance ergab, die 50 Prozent-Stelle durch mobile Jugendarbeit aufzustocken, hat sie die Chance ergriffen. Bereits im Studium hatte sie sich in einzelnen Modulen mit der Thematik befasst.
Annafrid Merz
aus Freudenstadt hat Soziale Arbeit an der DHBW Stuttgart studiert und sich im Praxisteil mit jüngeren Menschen mit Abhängigkeiten befasst. Die Corona-Pandemie hatte ihren Wunsch nach mobiler Jugendarbeit während des darauffolgenden Fremdpraktikums zunächst verhindert. Nach dem Studium hatte sie sich aber darauf beworben und die Stelle bei der Erlacher Höhe bekommen.