One Campus heißt das Großprojekt der DHBW, in dessen Zuge das frisch sanierte C-Gebäude in Schwenningen eingeweiht wurde. Doch hinter der Strategie steckt noch vieles mehr.
Grund zum Feiern gab es am Mittwoch bei der offiziellen Einweihung des sanierten Gebäudes C der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Villingen-Schwenningen, das sich entlang der Friedrich-Ebert-Straße befindet und schon seit ein paar Monaten im neuen Glanz erstrahlt, nicht nur für Rektor Lars Meierling, sondern für viele andere Hochschul-Akteure.
Egal ob die Professoren und Dozenten der DHBW oder benachbarten HFU, auch Duale Partner und sonstige Beteiligte des One Campus-Konzepts hatten die Möglichkeit, das neu eröffnete Gebäude einmal aus Sicht eines Studenten kennenzulernen und in die einzelnen Räume hineinzuschnuppern. Auf den fünf neu gestalteten Stockwerken gibt es etwa das KI-Kompetenzzentrum, digital ausgestattete Seminarräume, Cube oder Planspiel – alles Elemente, so heißt es, die innovatives Lernen, interdisziplinäre Begegnungen und zukunftsorientierte Infrastruktur vereinen sollen.
Ein Kulturprojekt
Überhaupt bedeutet für Rektor Lars Meierling das Gesamtprojekt One Campus kein reines Bau-, sondern ein Kulturprojekt, wie er im Gespräch betont. Zusammenarbeit, tägliche Gemeinschaft – alles Begriffe, die er mit dem neuen Konzept verbindet. „Die Hochschule lebt nicht von Prüfungsordnungen, sondern vom Miteinander“, ergänzt er.
So sei es auch Aufgabe der Hochschule, Sozial- und Selbstkompetenzen zu stärken. „Wir müssen den Austausch fördern und Interaktion gestalten“, sagt Meierling. Für die Kompetenz- statt reiner Wissensvermittlung sei auch das richtige Lehrraumsetting unabdingbar. Zusammen mit Gesamtprojektleiterin Nicole Maier zeigt der Rektor beispielhaft einen Lehr-Lernraum mit Active Board, in dem die Tische für Klausuren oder Gruppenarbeiten flexibel und schnell umgebaut werden können.
Aus zwei mach eins
Und das alles gilt für die beiden DHBW-Fakultäten Wirtschaft und Sozialwesen, die seit Anfang des Jahres am gleichen Standort vereint in der Friedrich-Ebert-Straße – eben im neuen C-Gebäude – bestehen. Bisher war die Fakultät Sozialwesen am Standort Schramberger Straße sowie in der Bürkstraße untergebracht. Das ehemalige EVS-Gebäude in der Bürkstraße hat die DHBW im Herbst 2025 zurückgegeben, die Schramberger Straße steht seit Ende vergangenen Jahres leer.
Dass dieser Meilenstein vollzogen wird – und vor allem so schnell – davon hat vor zwei Jahren noch niemand etwas geahnt – wenngleich die reine Sanierung des C-Gebäudes bereits in den Startlöchern stand. Erst nach der Amtsübernahme durch Lars Meierling im Sommer 2024 sei das Projekt durch einen Verbesserungsvorschlag aus der Sozialwesen-Fakultät ins Rollen gekommen.
Die Raumoptimierung
Der neue Rektor, der wie er selber sagt, ein „Faible für Raumoptimierung“ hat, habe für One-Campus-Vision sofort Mitstreiter gefunden. Zumal das Vorgehen, Flächen zu prüfen und zu reduzieren, sowieso die grundsätzliche Strategie des Ministeriums sei, erklärt Meierling – im Übrigen auch in vielen anderen Bereichen.
„Wir haben genug Räume hier – und wir haben uns getraut“, freut er sich über den Schritt, der nicht zuletzt auch mit Blick auf den demografischen Wandel und die derzeit nicht zu erwartenden steigenden Studentenzahlen getan wurde.
Beeindruckt zeigt sich Lars Meierling von der Teamleistung, durch die die einstige Vision habe „in Rekordzeit“ umgesetzt werden können. Auch die HFU, mit der man eng verbunden sei, habe auf unbürokratische Weise „extrem geholfen“ und unter anderem acht Räume im eigenen Campus zur Verfügung gestellt.
„Hier ist Leben“
Seit Anfang des Jahres also lernen und arbeiten die Studenten der Fakultäten Sozialwesen und Wirtschaft neben- beziehungsweise miteinander. „Hier ist Leben“, freut sich der Rektor, dass das erste Fazit der Zusammenlegung positiv ausfällt. Hier hätten nun alle eine infrastrukturelle Anbindung und auch die Mensa sei besser ausgelastet.
Doch mit Blick auf die weitere Ausgestaltung des One-Campus-Gedanken sagt er auch: „Die Lösung von gesellschaftlichen Problemen funktioniert nicht bloß durch eine gemeinsame Fakultät.“ Gemeinsame Projekte rund um Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder Klimaneutralität sind angestoßen und sollen die sozialen und wirtschaftlichen Komponenten vereinen.
Und auch mit der HFU sind Projekte geplant, durch die Ressourcen gemeinsam genutzt und der Standort als „Hochschulcampus in Villingen-Schwenningen“ sichtbar gemacht werden soll.