Spektakuläre Transporte führen derzeit nachts durch Peterzell: Einzelteile für eine weitere Windkraftanlage auf der Falkenhöhe zwischen Schramberg und Hornberg werden angeliefert.
Einige helle nächtliche Stunden erlebt Peterzell in diesen Tagen. Erstmals in der Nacht auf Freitag erleuchteten die Lichter zahlreicher Fahrzeuge die Ortsdurchfahrt.
An Bord hatten die sogenannten „Wing Carrier“, die noch von zahlreichen Begleitfahrzeugen flankiert wurden, eine ebenso wertvolle wie sperrige Fracht: drei etwa 67 Meter lange und jeweils rund 23 Tonnen schwere Rotorblätter, die sich schon bald auf der Falkenhöhe zwischen Schramberg, Lauterbach und Hornberg drehen sollen.
Wenn sich die Transporte – langsam, vorsichtig und mit viel Fingerspitzengefühl der Fahrer und aller Helfer – durch die Peterzeller Ortsdurchfahrt schlängeln, haben sie bereits einen langen Weg hinter sich: Die bereits transportierten Rotorblätter etwa kommen – ebenso wie Stahl-Turmsegmente und der Triebstrang, die mit weiteren Schwerlasttransporten auf die Falkenhöhe gebracht werden – aus Cuxhaven in Norddeutschland.
Über die A 9 geht es für sie in mehreren Etappen in Richtung Süden und schließlich über den Raum Stuttgart auf die B 27. Vorbei an Walddorfhäslach, Tübingen, Hechingen, Balingen, Rottweil und Villingen-Schwenningen führen die Transporte zur Anschlussstelle Donaueschingen – und dann weiter bis durch die Peterzeller Ortsdurchfahrt, wo die Bauteile schon fast auf die Zielgerade einbiegen: Der Windpark Falkenhöhe, bisher bestehend aus drei Windkraftanlagen, auf dessen Gelände nun eine vierte gebaut werden soll, liegt nur noch wenige Kilometer entfernt an der Grenze zwischen dem Landkreis Rottweil und dem Ortenaukreis.
Insgesamt sind es neun Schwerlasttransporte, die in diesen Tagen durch die Peterzeller Ortsdurchfahrt führen. Neben den Rotorblättern müssen auch Stahl-Turmsegmente, Triebstrang, Nabe und das etwa 70 Tonnen schwere Maschinenhaus der Windkraftanlage an ihren Bestimmungsort befördert werden. Maschinenhaus und Nabe kommen dabei aus dem Raum Mönchengladbach – und reisen quer durch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg.
Weitere Transporte in den nächsten Tagen
Bis Mitte der sechsten Kalenderwoche, die am kommenden Montag, 2. Februar, beginnt, soll der letzte Transport Peterzell passiert haben. Dann sollen sämtliche Einzelteile auf der Falkenhöhe vorliegen.
Viel mitbekommen sollen die Peterzeller aber auch bis dahin nicht von den Kolonnen aus Sattelzügen, Warn- und Begleitfahrzeugen: „Um den Verkehr am Tag möglichst wenig zu beeinträchtigen, finden die Fahrten überwiegend in den späten Abend- und Nachtstunden statt“, erklärt Lucien Herrmann, Projektleiter für den Windpark Falkenhöhe bei RES Deutschland, auf Anfrage unserer Redaktion.
Tagsüber bleibt der Verkehr unbeeinträchtigt
Punktuell könne es entlang der Strecke zu temporären Verkehrsbeeinträchtigungen kommen, unter anderem auch zu kurzzeitigen Sperrungen. Eine weiträumige Umleitung sei jedoch nicht erforderlich.
Und tagsüber weisen nur die Halteverbotsschilder in der Peterzeller Ortsdurchfahrt und der abmontierte Überbau des Fußgängerüberwegs am Dorfbrunnen darauf hin, was sich hier in manchen Nächten Spektakuläres abspielt.
Die nächsten Schritte auf der Falkenhöhe
Aufbau
Sind erst dann alle Teile angeliefert, geht es auf der Falkenhöhe mit dem Aufbau der Anlage weiter: Die Haupterrichtung erfolge im Februar mit voraussichtlicher Inbetriebnahme Anfang März, erklärt Lucien Herrmann, Projektleiter für den Windpark Falkenhöhe bei RES Deutschland. Der Fundamentbau wurde demnach bereits im Sommer abgeschlossen. „Die nächsten Schritte sind die Errichtung des Großkrans und das anheben und platzieren der Großkomponente. Anschließend erfolgt der technische Innenausbau“, erklärt Herrmann. So sieht zumindest der Plan aus – wobei es, wie der Sprecher erklärt, wegen des Wetters durchaus zu Verschiebungen kommen könne.