Kai Kübler (von links), Bürgermeister Jürgen Fuchs, Landrat Helmut Riegger und Michael Stierle freuen sich über die Einweihung der neuen Bahnbrücke über der Bahnhofstraße in Ostelsheim. Foto: Biermayer

Ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Reaktivierung der Strecke der Hesse-Bahn ist fertiggestellt. Landrat Helmut Riegger weihte die neue Brücke über der Bahnhofstraße in Ostelsheim ein. Doch bis die ersten Züge rollen bleibt noch viel zu tun.

Ostelsheim - Es war etwas ungemütlich an diesem Morgen – man könnte fast sagen zugig. Das tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch. Sowohl Landrat Helmut Riegger, als auch Bürgermeister Jürgen Fuchs und Michael Stierle, Abteilungsleiter S-Bahn und ÖPNV im Calwer Landratsamt, waren mit dem Projektverlauf rundum zufrieden.

Dies sei ein wichtiger Punkt auf der Strecke zwischen Calw und Renningen, erklärte Riegger auf der neuen Brücke stehend. Ab hier werde die Strecke für ein Stück zweigleisig. Die Vertaktung mit dem Verkehrs- und Traifverbund Stuttgart werde dadurch erst ermöglicht. "Die Brücke ist deshalb ein zentrales Bauwerk", erklärte der Landrat, wenn auch "kein architektonisches Highlight".

Nach einem knappen Jahr Bauzeit und Kosten von 1,5 Millionen Euro habe man die neue Brücke im Zeitplan fertiggestellt, führte er weiter aus. Und auch für Ostelsheim selbst bringe das neue Bauwerk Vorteile. Das sei zum einen selbstverständlich die Bahn, welche in zwei Jahren über die Brücke rollen soll. Er hätte in Gesprächen festgestellt, dass dies ein Argument für Menschen sei, ein Haus in Ostelsheim zu bauen.

Zum anderen habe die Gemeinde in der Planungsphase Anforderungen in Bezug auf die Durchfahrtshöhe und -breite gestellt. Diese habe man umgesetzt. So gebe es jetzt anders als früher einen Gehweg unter der Brücke. Insgesamt bedankte er sich bei der Gemeinde, Verkehrsminister Winfried Hermann und dem Bauunternehmen für die gute Zusammenarbeit.

Der Ostelsheimer Bürgermeister Jürgen Fuchs bedankte sich ebenfalls bei seinen Bürgern für deren Geduld. Die Bauarbeiten hatten für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Die direkte Verbindung nach Weil der Stadt war lange gesperrt. "Nach der Baustelle ist vor der Baustelle", spielte er auf die nächste Sanierung einer Bahnbrücke in Ostelsheim im Simmozheimer Weg an.

Es sei zwar noch viel zu tun, so Fuchs weiter. "Aber wir freuen uns ganz arg auf die Bahn", meinte er. Er dankte dem Landrat für die gute Zusammenarbeit, gerade in Bezug auf die Höhe der neuen Brücke. Hier müsse man nicht einmal mehr ein Schild aufstellen. Und der Gehweg sei gut, damit die Gäste in Zukunft entspannt zum neuen Park-and-Ride-Haltepunkt in unmittelbarere Nähe zur Brücke kommen könnten.

600 Kubikmeter Beton habe man für das Bauwerk benötigt, erklärte Stierle. Die Brücke sei im übrigen ziemlich genau die Mitte der etwa 20 Kilometer langen Strecke. Auf den zwei Gleisen die durch Ostelsheim führten, würden sich zukünftig die Züge begegnen. Auch er ging nochmals auf die Höhe und Breite der neuen Brücke ein. Dies sei eine Herausforderung gewesen, meinte er.

Benannt werde die Brücke nicht. Dies sei auch nicht der Normalfall. Bei der Hans-Ulrich Bay-Brücke in Calw, habe man eine Ausnahme gemacht, um einem besonderen Menschen für seinen Einsatz um die Strecke zu danken. Und auch der Tunnel, welcher zwischen Ostelsheim und Schafhausen neu gebaut wird, werde eine Namen bekommen. Dies sei so vorgeschrieben.

Der Anstich für den noch namenlosen Tunnel sei im Juni oder Juli geplant, führte Stierle weiter aus. Insgesamt befinde sich das Projekt Hesse-Bahn im Zeitplan. 2023 sollen die Züge rollen. Dafür tue man viel. 15 Baustellen auf der Strecke gebe es, wie Landrat Riegger einwarf. Insgesamt sei die Hesse-Bahn für den ÖPNV im Kreis Calw ein sehr wichtiges Projekt, meinte er abschließend.

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