Trifft Wilhelm Tell den Apfel oder nicht? Das Programm von „Momento Vivere“ war spannend. Foto: Verena Wehrle

Sich einmal zurückversetzt fühlen in die Zeit vor 1000 Jahren, das konnten die Besucher beim Mittelaltermarkt in Todtnau.

„Jubel“, war immer wieder zu hören, wenn die Schauspieler mal wieder eine lustige Nummer gezeigt haben – vor allem der Humor und Nummern mit Augenzwinkern standen beim Mittelaltermarkt im Vordergrund.

 

Das Flair war schon besonders, in das sich Todtnau am vergangenen Wochenende verwandelt hatte. In der Taverne, aus Wittenberg angereist, klingelte die große Glocke, wenn mal wieder jemand großzügig Trinkgeld gegeben hatte. Die Fasslimo werde direkt im Nachbarort hergestellt, erzählte die junge Bedienung. Bei sengender Hitze war der Absatz an Kirschbier, Met und anderen mittelalterlichen Getränken in Tonbechern groß. Auch Knoblauchbrot, Spieße und andere Speisen wurden über die Theken gereicht.

Gaukler und Ritter

Im prall gefüllten Programm waren etwa „Memento Vivere“, eine Gruppe des historischen Fechtens aus Tschechien, zu erleben. Sie zeigten auch, wie Wilhelm Tell den Apfel nicht trifft und ließen ein altes Toilettenhäuschen in die Luft gehen. Die Musikgruppe der Tutbürger aus Chemnitz unterhielt mit Witz und Charme, auch auf dem Dudelsack. Auf der Bühne war die Mittelalterfolkband „Heiter bis Folkig“ zu hören.

Die Tutbürger begeisterten mit Witz und Charme. Foto: Verena Wehrle

Der Gaukler „Lautnhals“ verschluckte mal eben ein Schwert aus einem Luftballon oder tat zumindest so und führte sein Publikum ins mittelalterliche Animieren und Jubeln ein, denn auch das will gelernt sein.

Vieles zum Ausprobieren

Die Besucher konnten sich im Axtwerfen, Bogenschießen und Angeln versuchen oder ein Bad in der mittelalterlichen Wasserguillotine nehmen. Auch Spiele für Kinder gab es. Und auch Handwerken wie dem Schmied konnten Klein und Groß über die Schulter schauen.

Für die Kinder war die Arbeit des Schmieds spannend. Foto: Verena Wehrle

Schausteller reisten weit

Die Schausteller – allesamt von der Agentur Sündenfrei engagiert – kamen aus Ostdeutschland angereist. Eine lange Fahrt hatten sie auf sich genommen. „Ja, aber wir wollten euch etwas Abwechslung bieten“, sagte eine Schaustellerin aus Leipzig.

Rund 1000 Eintrittskarten seien im Vorverkauf im Umlauf gewesen, informierte Gerhard Asal, der den Markt organisiert hat. War der Andrang am Samstag noch etwas verhalten, hatte sich der Marktplatz gegen Sonntagnachmittag so richtig gefüllt, bevor später der Starkregen einsetzte.

Weitere Bilder vom Mittelaltermarkt finden Sie in der Galerie auf unserer Homepage unter www.verlagshaus-jaumann.de