Die Stadtspitze lässt diesmal den Engländer ran. Michael Bawtree aus Haslemere sorgt für eine Ritterbier-Fontäne.
Handgeklapper. Schurken und Helden. Volk zu Horb, in Scharen gekommen. Die 25. Horber Ritterspiele sind eröffnet! Der Fassanstich. Nach dem Unglück beim Horber Advent, bei dem es Bürgermeister Ralph Zimmermann am Daumen erwischte, musste jemand Neues ran. Und wen hat der Burgunder Francois de Moncorbin – Übersetzer für die Gäste aus Haslemere – rausgesucht? Michael Bawtree. „He will open the Barrel!“ Der Engländer macht sich Mut. Setzt an. Ein Schlag, zweiter Schlag – dann kommt die Ritter-Bierdusche! Blitzschnell greift Hochdorfer-Chef Eberhard Haizmann ein, damit kein Freibier verschüttet wird!
Lustiger Start in grandiose Ritterspiele. Turnierplatz, 15.30 Uhr. Horst Bulheller – der böse Graf Wigo – gibt Vollgas mit der Kutsche. Vorne steht die böse Maid mit Federflügeln. Schon in der Probe ein spektakuläres Bild. Bulheller: „Wir werden zum 25. Jubiläum noch mehr Spektakel bringen. Mit Friedensbotschaft am Ende.“ Wenn selbst der böse Graf Wigo versöhnlich wird...
Foltermeister bringt Grusel-Feeling
Abgrundtiefe Stimme, böser Blick. Foltermeister Bramdal bringt im Lager vor dem Turnierplatz Grusel-Feeling. Hübschlerinnen, Totengräber und Kräuterweiber mit im Haufen des Foltermeisters. Gegenüber schnippelt Darius von Barbelberg gerade Kohlrabi. Noch einmal Stärkung für den Haufen aus Kreuzfahrern, nordischen Söldnern.
Die Schmiede ist noch nicht voll angefeuert – hier werden Messer, Schwerter und Speere gemacht.
Daniel der Färber rührt im Kessel
Daniel der Färber rührt nebenan gerade im Kessel mit Färber-Wau. Er sagt: „Das Kraut muss noch abgeseiht werden, damit ich Wolle und Stoffe damit färben kann!“
Die Hauptbühne – bei der Generalprobe am Donnerstagabend haben Andreas Schnell à la Herzog Eberhardt, Uwe Ruoff alias König Maximilian, Marc Uhlig (Herzog Ulrich) und Andreas Stopper als Herold schon gezeigt, wie genial sie das Historienspiel unter das Volk bringen. Beste Szenen: Die Anklage wegen „Liebesblödigkeit“ – weil Eberhardt das Steuergeld in Orgien verfeiert. Wie Ulrich den Verschwender zur Rede stellt. Und Maximilian an sich. Ruoff: „Ich hab schon als Kind mit Krippenspiel angefangen.“
Tempelritter gönnt sich ein kühles Met-Bier
Bester Platz, um das Ganze zu genießen: die Doppelstock-Taverne vor der Bühne. Tempelritter Georgius hat den Panoramablick gleich entdeckt, lässt sich von Schankweib Teresa ein kühles Met-Bier reichen.
Tavernenkollege Peter auf der Inselspitze hat das Bad schon gerichtet. Doch der Tonkrug ist so schwer. Harlekin Peter holt einfach ein bisschen Wasser aus dem Zuber und gießt es dem Wirt über die Hand: „So gibts keinen Krampf beim Heben!“
Das Ritterbier schmeckt schon wieder
Abkühlung. Entspannung. Gibt’s auch ganz spontan. Auf der Schillerstraße weht der Wind plötzlich den Rest-Regen (gegen 9.30 Uhr kurzer Schauer) auf das Kleid von Simone. Hupps. Dann lacht sie: „Nicht so schlimm. Das kühlt schön.“
Das sagen sich auch drei Arbeitskollegen aus Gaggenau. Sie sitzen unter den Sonnenschirmen vor der Markthalle. Genießen das erste Ritterbier. Sie lachen: „Es schmeckt schon wieder.“
Und wie werden die 25. Ritterspiele in Horb? Fragen wir doch mal die Profis. Kartenlegerin Tanja lacht: „Ich sehe, dass die 25-Jahr-Feier das grandioseste 25. Jubiläum der Ritterspiele werden wird.“