An insgesamt elf Terminen bot die evangelische Kirchengemeinde im Schopfheimer Gemeindehaus mittwochs einen wärmenden Mittagstisch an.
Ein Hinweis vom letzten Eintopf der (vierten) Saison zum wärmenden Mittagstisch war an der Türe zum evangelischen Gemeindehaus angebracht. Beim Betreten duftete es bereits von Weitem nach herzhaften Eintopf, den das Helferteam jeden Mittwoch als Wärmer für die Seele und den Magen mit viel Engagement und Liebe vorbereitet hatte. Dieses Mal präsentierte sich ein Weißer Bohneneintopf mit Gemüse, Brot und Tee. Auch die Dessert-Feen der Küchenmannschaft hatten sich zur Abrundung des Mittagstisches zuletzt eine herrliche Leckerei ausgedacht: Aprikosenquarkcreme mit Meringuestücken und karamellisierten knusprigen Mandelblättchen.
Arbeitsschichten für 30 Helfer
Insgesamt elf Mal - darunter auch einmal durch die Kantorei - wurde der wärmende Mittagstisch im evangelischen Gemeindehaus in jeweils drei Arbeitsschichten angeboten. Nunmehr wirbelten letztmals die rund 30 Helferinnen – darunter auch mit männlicher Unterstützung von Hans-Jürgen Bässler als „Mann für alle Fälle“ – in den Räumen des Gemeindehaus. Die Vorbereitungen mit Gemüseschnippeln, Vorbereiten und mit dem Service liefen auf Hochtouren. Es wurde jeweils höchster Wert darauf gelegt, pünktlich um 12.30 Uhr mit der Essensausgabe starten zu können. Zu diesem Zeitpunkt waren die Sitzplätze im Saal mit hungrigen Gästen, darunter viele alleinstehende ältere Frauen und auch Familien, bereits restlos besetzt.
„Grober Fahrplan“ der Rezepte war festgelegt
Die Organisatorinnen Katharina Beck und Marita Failenschmid hatten den groben „Fahrplan“ mit den jeweiligen Rezepturen der einzelnen Mittagstische bereits im voraus festgelegt. Die Waren wurden dann jeweils dienstags beschafft, am Mittwoch Morgen um 07.30 Uhr startete das gemeinsame Gemüseschnippeln des Teams. Dieses Mal wurden rund 40 Kilogramm Gemüse, dazu noch zahlreiche Dosen Pizza Tomaten verwendet. Für den Nachtisch benötigte man rund 15 Kilogramm Aprikosen, zehn Kilogramm Quark und fünf Liter Sahne.
Katharina Beck schmunzelte und sagte: „Wie genau die Rezeptur ausfällt, wissen wir im Einzelnen vorher gar nicht so genau. Einige Gewürze sind auch geheim, die zum Abschmecken benutzt werden“. Seit Mitte Januar wirten die Ehrenamtlichen jeden Mittwoch und verausgaben jeweils mindestens 120 Portionen Eintopf. Beim letzten Mal der Essensvorbereitung in der Küche schlich sich doch etwas Wehmut beim bevorstehenden Abschiednehmen voneinander ein.
Eine Küchenhelferin sagte: „Wir hatten ein sehr schönes Miteinander und viel Spaß miteinander – schließlich sind wir alles altgediente Hausfrauen“. Unterstützung gab es für das Küchenteam vom „Hahn im Korb“, Hans-Jürgen Bässler, der mit süßen Stärkungen und Schokokuchen immer für gute Laune bei den fleißigen Köchinnen sorgte. Der „Mann für alle Fälle“ wurde oftmals auch kurzerhand zum Gemüseschnippeln eingeteilt, wenn Not am Mann, Pardon, an der Frau war.
„Chefköchin“ Katharina Beck berichtete: „Wir bemerkten zunehmend, dass die vorbereiteten Mengen für unsere Gäste nicht mehr ausreichten. Mittlerweile füllen wir einen dritten Großküchen-Topf, so dass wir 140 Portionen ausgeben können“. Sie hält Rückschau: „Wir hatten großen Spaß und einen tollen Umgang miteinander, aber langsam freuen wir uns, wenn wieder etwas mehr Ruhe einkehrt“. Geschnippelt wurden für die Saison in der Rückschau rund 500 Kilogramm Gemüse. Das Gemüse wurde von Familie Grether aus Schallbach und das Brot von der Scheiblerei Schopfheim gespendet. Viele Gäste bedankten sich herzlich beim Team mit Blumensträußen und Präsenten und bedauerten das Saisonende. Das Team musste versprechen, nächstes Jahr wieder startklar zu sein. Katharina Beck sagte: „Wir unterhalten über unseren ,Suppen-Feen’-Chat guten Kontakt miteinander“. In Kürze trifft man sich zum gemeinsamen Abendessen, und im Sommer gibt es Treffen mit Kaffee und Kuchen.
Telefonnummern werden ausgetauscht
Auch Pfarrerin Ulrike Krumm bedankte sich bei den Akteuren und verteilte Kugelschreiber an die Gäste zum Notieren der Telefonnummern der neuen Bekanntschaften. Die Essensausgabe erfolgte jeweils gegen Spenden.