Insgesamt elf mal – darunter auch einmal durch die Kantorei – findet jeweils mittwochs im evangelischen Gemeindehaus der wärmende Mittagstisch statt.
Letzter Termin in diesem Winter ist am 25. März. Es ist nunmehr der vierte in der Reihe seit 2023 und ist wohl schon Teil einer liebgewonnenen Tradition der fleißigen Köchinnen, aber auch der überaus dankbaren Gäste.
Nach der Pensionierung und dem Wegzug von Diakonin Ursula Schmitthenner, die den Mittagstisch bis zum letzten Jahr organisierte und tatkräftig mitwirkte, konnte die Lücke durch das altbewährte und eingespielte Team samt „Neuling“ Katharina Beck gefüllt werden. Die 68 jährige leidenschaftliche Hobby-Köchin wohnt in Nordschwaben und kocht besonders gerne für große Gruppen. Sie hatte sich bei der evangelischen Kirche gemeldet und überlegte sich seither bereits Tage vorher, welches Eintopf-Rezept in Angriff genommen wird - und wie dieses auch abgewandelt werden kann.
Auch an diesem Mittwoch duftete es bereits im Foyer des Gemeindehauses nach einem herzhaften Eintopf. In der Küche gab es kurz vor der Öffnung um 12.30 Uhr noch eine kurze Absprache des Küchenteams mit Katharina Beck und ihren Kolleginnen Kathrin, Gabi, Lilo, Kerstin und Liesel. Die beiden Suppentöpfe für Großküchen wurden nochmals abgeschmeckt, ob die Proportionen zwischen Chili, Oregano, Thymian, Rosmarin, Ahornsirup, Paprika, Kreuzkümmel, Salz und Pfeffer stimmig waren. Man bemerkte es: Im Team ging es unkompliziert und vertraut zu, man neckte sich gegenseitig, hatte viel Spaß miteinander und lachte gemeinsam. Katharina Beck schwang scherzend den Kochlöffel, um ihre Meinung mitzuteilen. Vorbereitet waren rund 120 Portionen Kartoffel-Eintopf mit Chili-Note. Seit dem Morgen waren Mitglieder des Teams mit dem Schnippeln von 30 Kilogramm Gemüse, darunter Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika, Knoblauch, Spinat und Pizzatomaten beschäftigt.
Wer noch eine Abrundung zum deftigen Eintopf wünschte, erhielt zum Dessert ein Apfelcrumble mit Vanille-Eis. Für dessen Entstehung war das Team um Marita Failenschmid zuständig. Hier wurden seit neun Uhr morgens zehn Kilogramm Äpfel in schmale Scheiben geschnitten. Diese wurden mit Streuseln aus genügend Butter, Mehl und einem Zimt-Zucker Gemisch belegt. Nach dem Backen wurde das goldgelbe, duftende Gebäck aus dem Ofen genommen und mit einer Kugel Vanille-Eis belegt. Das Brot stammte aus der Spende der Bäckerei und Konditorei Scheiblerei.
Kapazitäten für 120 Gäste
Katharina Beck sagte: „Wir haben nur Kapazitäten für rund 120 Gäste. Allerdings wurde noch nie jemand weggeschickt, wir finden immer eine Lösung, wenn es auch mal mehr sind“. Sie schmunzelte: „Es sind noch immer alle satt geworden“. Mit einer Ausnahme gab es bislang nur vegetarische Eintöpfe. Beim Sauerkrauteintopf sind als Zugabe jedoch Würstchen vorgesehen. Das muntere Küchenteam sagte unisono: „Uns macht es einfach Spaß, wir haben Spaß miteinander und auch die Gäste sind sehr nett“. Der wärmende Mittagstisch finanziert sich aus dem Spendentopf, der an der Türe aufgestellt ist. Katharina Beck bestätigte, dass die Spenden jeweils ausreichend und kostendeckend sind.
Viele alleinstehende Frauen
Der Saal füllte sich bereits vor der Ausgabe der Speisen, ein buntes Publikum fand sich ein. Darunter waren Familien mit Kindern, Paare und viele lebensältere Personen. Deutlich erkennbar waren aber auch eine Mehrzahl alleinstehender ältere Damen, die einen Plausch mit dem Tischnachbarn oder der. Tischnachbarin sichtlich genossen. Pfarrerin Ulrike Krumm sprach zur Begrüßung: „Das, was man hier sieht, ist der Anfang der Diakonie - als sogenannter ’Tischdienst’“ . Sie meinte: „Der Eintopf hier wärmt den Bauch und auch die Seele“. Dann stimmte sie das christliche Lied „Wo die Liebe und die Güte wohnt“ an, wobei alle Gäste mitsangen.
30 Helfer in drei Schichten
Das Team war in drei Schichten eingeteilt, zwei Einkäuferinnen beschafften jeweils am Vortag die ganzen Zutaten. Insgesamt 30 Helfer sind in drei Schichten eingeteilt, die erste Schicht ist mit dem Kochen ab neun Uhr morgens beschäftigt, die zweite Schicht arbeitet ab elf Uhr im Service, die letzte Schicht räumt auf und spült ab 13.00 Uhr. Katharina Beck berichtete, dass genügend Helfer zur Verfügung stehen. Alle, die Kontakt aufnehmen, werden auch zur Mitarbeit eingeladen. Insoweit gibt es keine Wartelisten.
Info: Der wärmende Mittagstisch findet jeweils mittwochs zwischen 12.30 und 14 Uhr im evangelischen Gemeindehaus Schopfheim, Roggenbachstraße. 1a, bis zuletzt am 25. März statt.