Das Projekt stellt sich organisatorisch und inhaltlich neu auf. Künftig gibt es die reparierten Zweiräder für alle sozial benachteiligten Menschen.
Das Fahrrad-Projekt des Freundeskreises Flüchtlinge stellt sich in seinem fünften Jahr breiter auf. Es wurde am vergangenen Dienstag im Interkulturellen Garten als Verein mit dem Namen Lahrer Fahrrad-Werkstatt gegründet. Das dreiköpfige Vorstandsteam bilden Udo Scharr, Peter Mag und Klaus Schweizer. Das Thema Gemeinnützigkeit ist mit dem Finanzamt bereits abgestimmt worden, die Eintragung ins Vereinsregister steht für die kommende Woche an, wie der Verein in einer Pressemitteilung berichtet.
Die Fahrrad-Werkstatt stellt sich demnach nicht nur organisatorisch neu auf, sondern auch inhaltlich. Gebrauchte Fahrräder, die in der Werkstatt wieder fahrtüchtig gemacht worden sind, gibt es nicht wie bisher nur für Migranten, sondern für alle sozial benachteiligten Menschen in Lahr und im Umland.
In der Werkstatt arbeiten außerdem künftig neben Migranten auch Einheimische – im Idealfall in Zweierteams. Bislang lautete das Motto „Flüchtlinge helfen Flüchtlingen“, an den Fahrrädern arbeiteten also ausschließlich Geflüchtete. „Das Reparatur-Team wird künftig durch deutsche Rentner ergänzt“, heißt es in der Mitteilung des Verein.
Was den Vereinszweck zudem ausmacht, ist eine Hilfe zur Selbsthilfe, heißt es in der Mitteilung weiter. Das heißt, dass Personen aus der Zielgruppe, also sozial Benachteiligte, in der Lahrer Werkstatt unter Anleitung lernen, wie sie ihr Fahrrad selbst reparieren können.
Aktuell ist der Verein auf der Suche nach weiteren Mitstreitern
Damit der Verein funktioniert, ist die Fahrrad-Werkstatt – wie bisher schon das Projekt – auf die Spenden von Fahrrädern aller Art angewiesen. Diese werden in der Werkstatt aufbereitet und den Kunden zu einem symbolischen Preis angeboten, teilt der Verein mit. Das Geld wird teilweise in Ersatzteile und Werkzeuge investiert, der Rest kommt sozialen Zwecken zugute. Im März beginnen die Ehrenamtlichen mit den Vorarbeiten in der Werkstatt und im Fahrrad-Lager auf dem Areal des Schlachthofs. Im April, so der Plan, soll es dann offiziell losgehen mit dem Verkauf der Räder.
Die acht Gründungsmitglieder sind noch auf der Suche nach weiteren Mitstreitern, die Spaß daran haben, für einen sozialen Zweck Fahrräder zu reparieren und den Kontakt zu hilfsbedürftigen Menschen zu pflegen. Gesucht wird zudem noch eine Person, die die Buchführung und die Steuererklärung fürs Finanzamt übernehmen kann. Wer Interesse an diesem ehrenamtlichen Engagement hat, wendet sich an Klaus Schweizer, zu erreichen via E-Mail an schweizerkls@gmail.com oder unter Telefon 07821/98 47 12.