Besondere Verbindung: Courbevoie und Freuenstadt feiern das 60. Jubiläum ihrer Partnerschaft. Allerdings warf Corona die Planungen über den Haufen. Foto: Rath

Freudenstadt und Courbevoie feiern das 60. Jubiläum ihrer Partnerschaft. Am Freitag und Samstag, 1. Und 2. Oktober, gibt es aus diesem Anlass einen eSports-Cup. Dazu werden noch Mitspieler gesucht. 

Freudenstadt - Eigentlich hätte es zu diesem besonderen Jahrestag wieder einen Sportstätten-Wettkampf mit Athleten beider Städte geben sollen, der zur Pflege der Partnerschaft regelmäßig alle zwei bis drei Jahre stattfindet. Wegen Corona ist das derzeit nicht möglich. "Präsenz geht nicht. Leider", sagt Fabienne Janz. Die 51-jährige Französin ist bei der Stadt Freudenstadt für die Partnerschaft zuständig. Ganz ohne offizielle Begegnung sollte das Datum dann doch nicht verstreichen, das Janz als "ein besonderes Jubiläum" bezeichnet. So sei die Idee eines eSport-Cups geboren worden. "Online-Treffen sind ja kein Problem. Und wir wollten auf jeden Fall ein Zeichen für die Freundschaft und die Solidarität in Europa setzen."

Deutsch-französische Städtepartnerschaften gibt es viele, aber die wenigsten davon seien bereits sechs Jahrzehnte alt. Die Freundschaft zwischen Courbevoie, nordwestlich vom Großraum Paris gelegen und kaum zehn Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt entfernt, und Freudenstadt, passt sehr gut, findet Fabienne Janz. Die Städte seien sehr verschieden, aber ergänzten sich gut. Courbevoie habe mehr als 82 000 Einwohner und sei mit seinen Hochhäusern eher großstädtisch geprägt. Gleichzeitig sei die Stadt sehr grün, so wie Freudenstadt mit seinen 24 000 Einwohnern, und verfüge über viele Parks. "Eine gute Lebensqualität und der Gedanke der Nachhaltigkeit, das ist die verbindende Klammer", sagt Fabienne Janz.

Aus der Not eine Tugend

Mit dem eSport-Cup – ausgetragen wird ein Video-Fußball-Turnier mit "Fifa 21" auf Playstation-Konsolen – wollten die Organisatoren dann gleich noch aus der Not eine Tugend machen. "Wir hoffen, damit auch Jugendliche ab 16 Jahren anzusprechen, die bislang mit der deutsch-französischen Partnerschaft nicht viel zu tun hatten", so Freudenstadts Oberbürgermeister Julian Osswald. Sprachbarrieren ließen sich nicht leugnen; aber überbrücken. "Wir sehen es als eine gute Möglichkeit an, Jugendliche in Zeiten von Corona grenzüberschreitend miteinander in Kontakt zu bringen", so der OB

Geplant sind zwei Runden: Zum Auftakt am Freitagabend sollen Jugendliche ab 16 Jahren aus dem ganzen Landkreis Freudenstadt gegeneinander antreten – dezentral von zu Hause aus. An diesem Abend werden dann die vier besten Spieler aus dem Kreis gesucht. Sie treten dann in Runde zwei gegen die vier besten Playstation-Zocker aus Courbevoie an, die ebenfalls am Freitagabend ermittelt werden.

Am Samstag folgt Turnierrunde zwei mit Übertragung per Internet in Echtzeit, in Freudenstadt vom Campus Schwarzwald aus. Zwei Moderatoren kommentieren die Spiele, in französischer und in deutscher Sprache. Sechs Spielrunden sind vorgesehen, vier Einzelbegegnungen und zwei Mannschaftsspiele. "Da es um den Zusammenhalt geht, wollen wir nicht Frankreich gegen Deutschland spielen. Es gibt gemischte Teams mit jeweils zwei Spielern aus beiden Ländern. Die Spieler werden zugelost", erklärt Fabienne Janz. Team eins heißt 1961, das Jahr der Begründung der Partnerschaft, Team zwei 2021.

Gemischte Mannschaften

Ausgelobt werden Preise. Der Sieger erhält beispielsweise einen Sessel speziell für Videospiele. Gefördert wird das Turnier vom deutsch-französischen Jugendwerk. Anmeldung ist möglich über die Internetseite der Stadt. Dort gibt es auch weitere Informationen zum Turnier und zum Ablauf. "Wir freuen uns sehr darauf und hoffen, nicht nur eSport-Fans zu erreichen, sondern auch viele Zuschauer, gerne auch ältere", so Janz. Direkte persönliche Begegnungen soll es in naher Zukunft übrigens auch wieder geben. Der Sportstätten-Wettkampf soll im Oktober 2022 nachgeholt werden.

Mehr Infos und Anmeldungen unter https://www.freudenstadt.de/esport.

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