Die Idee zur Bildung eines Gremiums für die politische Teilhabe Jugendlicher in Trossingen setzt das Stadtjugendreferat mit dem Projekt „Achterrat“ um.
Im Dezember 2025 wurde die fünfte Runde des „Achterrates“ gestartet mit einer Pflichtveranstaltung für alle achten Klassen der Trossinger weiterführenden Schulen mit insgesamt 250 Schülern. Die Stadtjugendreferenten Marc Molsner und Johannes Ganter begrüßten an dem Freitag rund 50 Achtklässler zum zweiten Teil der Jubiläumsveranstaltung in der Mensa des Ganztagegebäudes.
Die aktuell erarbeiteten 15 Themen wurden zuvor schon auf elf heruntergebrochen und vorgestellt, sechs davon sind nun im Rennen. Die beteiligten Jugendlichen hatten sich freiwillig gemeldet, um sich in ihrer Freizeit für ihre Belange einzusetzen.
Das Projekt „Achterrat“ kann seit vier Jahren einen beachtlichen Erfolg verbuchen. Einige Ideen der Achtklässler wurden umgesetzt – von Jugendpartys über Ausflüge, Beteiligung am Clean-up-Day, Hotspot-Internet, Anschaffung einer Tischtennisplatte und nicht zuletzt das im Jahr 2024 erstellte Volleyball-Feld bei der Solweghalle.
Interesse signalisieren
Es sei wichtig als Stadt den Jugendlichen zu signalisieren, „wir haben Interesse an euch“, weiß Marc Molsner. Die kontinuierliche Beteiligung trage Früchte. Auch die Idee, einen Soccer-Court im Stadion zu bauen, geht auf Initiative des Achterrats zurück. Für diesen Soccer-Court wurden im Haushalt 2026 der Stadt Trossingen 100 000 Euro veranschlagt. Ganz klar also, dass es sich auch in der fünften Runde des Achterrates eine fußballbegeisterte jugendliche Gruppe gebildet hat, die dieses Thema gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt Trossingen im Jahr 2026 weiter ausarbeiten will.
„Die Jugendlichen wissen nämlich genau, was sie wollen“, sagt Marc Molsner. Um Energie zu tanken ging es zuerst zum „Warm up“ ins Freie. Damit ist keine Gymnastik gemeint, sondern die Beantwortung von zehn Fragen.
Zur Überraschung der Stadtjugendreferenten kennen sich die Jugendlichen in Trossingen sehr gut aus. Zurück in der Mensa erläuterte Marc Molsner zunächst die sechs „Streichthemen“. So die seit Jahren immer wieder gewünschte Schlittschuhbahn, die nicht finanzierbar sei. „Zwei Wochen mobile Schlittschuhbahn kosten 40 000 Euro.“ Außerdem sei die Schwenninger Eisbahn mit dem Ringzug gut erreichbar. Für das Streichthema „Kino“ machte er dennoch Hoffnung. „Sobald das Kesselhaus so saniert ist, dass Kino möglich wird, können wir auch über das Jugendreferat Filmvorführungen organisieren“.
Kino im Kesselhaus
Blieben noch elf Themen, über die die Jugendlichen später per Handzeichen abstimmten. Die meisten seien sehr hochwertige, wie Jobs für Jugendliche und Schülerfirma/Schülercafé, betonte Marc Molsner und freute sich, dass das Thema soziale Hilfsprojekte von den Schülern direkt gekommen ist und diese sich Gedanken darüber machen, wie sie anderen Menschen helfen könnten.
Deshalb werde der Wunsch nach einem Boxautomaten mit aufgenommen, der dann aber wie die Themen Stadtentwicklung, Jugendclub/Disco, sowie Wlan und Ladestation aufgrund zu weniger Stimmen, gestrichen wurde.
In die Endrunde schafften es Jobs für Jugendliche, Schülerfirma/Schülercafé, Winterball, soziale Projekte, Mountainbike bei der Erlebniswiese und der Soccer-Court im Stadion. Jetzt galt es, sich für ein Projekt zu entscheiden und in Kleingruppen dann die erste Themensammlung zu erarbeiten. Elf Mädchen um Schulsozialarbeiterin Anne Rapp erstellten die erste To-Do-Liste für den „Winterball“.
Themenpaten gesucht
Alle sechs Themen, die nach Fastnacht bei etwa sechs Treffen in den jeweiligen Kleingruppen erarbeitet werden, sollen dann bis Ende Juni dem Gemeinderat präsentiert werden. Das Stadtjugendreferat und die Teilnehmer des Achterrats sind auf der Suche nach Themenpaten.
„Jeder Erwachsene, der gerne mit Jugendlichen arbeitet und etwas moderieren kann und vor allem auch Interesse am Thema hat, ist willkommen“, so Stadtjugendreferent Marc Molsner, um die Gruppe zum Ziel zu führen.
Ansprechpartner sind Marc Molsner (Handy 0176/11 02 54 16 oder E-Mail marc.molsner(@)trossingen.net) sowie Johannes Ganter (Handy 0172/7 55 49 45 oder E-Mail johannes.ganter@trossingen.net).