Elena Bauer schneidet eine Audiodatei an ihrem PC. Foto: privat/Fabian Bauer

Elena Bauer aus Berneck dreht ab September einen Podcast. Darin soll es darum gehen, wie sich Lebensträume in der Realität entpuppen: Ähnlich oder ganz anders?

Was hat man sich von seinem Beruf, Hobby oder Leben erhofft – und was ist daraus geworden? Elena Bauer aus Berneck startet einen Podcast, in dem sie genau über diese Frage mit Frauen aus der Region ins Gespräch kommen will. „Traum und Tagelohn“ heißt das Projekt – und beschreibt genau das, was Bauer erforschen möchte. „Diese Diskrepanz zwischen Traum und der Realität“, erklärt die 33-Jährige. Das können berufliche Träume sein, aber auch private Ziele.

 

Dabei soll es auch darum gehen: Welche Kompromisse sind Frauen für ihren „Traum“ eingegangen? Und was hätten sie gerne vorher gewusst? Was entspricht dem idealisierten Traum? Was hat sich als weniger glänzend herausgestellt? Das können jahrzehntelange Lebensgeschichten sein, aber auch junge Frauen, die gerade ihren Traum verwirklichen. „Das Ziel ist zu zeigen, was es alles gibt und auch von diesen Frauen zu lernen.“

Selbst antwortet Bauer auf diese Frage: „Ich hätte gern vorher gewusst, dass es nicht darum geht, durch alle Türen zu gehen.“ Könnte sie noch einmal entscheiden, sie würde sich vermutlich viel mehr auf das Kreative und ihre kreativen Fähigkeiten konzentrieren, anstatt möglichst überall und in allen Bereichen gute Noten zu schreiben.

Rhetorik und Philosophie studiert

Sie hatte bereits als kleines Mädchen festgestellt, dass sie das Thema Film und Produktion interessiert. Als sie dann mit der Schule fertig war, traute sie sich allerdings nicht, sich direkt bei der Filmakademie Ludwigsburg einzuschreiben. Also studierte sie erst in Tübingen Rhetorik und Philosophie.

Brotlose Kunst? Bauer findet diese Studiengänge jetzt hilfreich. „Ich freue mich, das aktiv anzuwenden und mit meinen Gästen zu philosophieren“, erklärt sie. Im Philosophiestudium habe sie etwa gelernt, Dinge zu hinterfragen, analytisch vorzugehen und auch gesellschaftliche Themen vertieft. Nach dem Bachelor besuchte sie schließlich die Filmakademie Ludwigsburg.

Auch geht es um die Frage: „Was bedeutet denn: „geschafft?“ meint Bauer. Wer etwas „geschafft“ hat, hat sein Ziel erreicht. „Zum Beispiel Schauspieler: vielleicht ist jemand auf der kleinen Dorfbühne glücklicher als stets Statist bei der großen Filmfirma“, erklärt sie. Sie ist überzeugt: „Es gibt da verborgenen Schätze, gerade auf dem Land.“ Das seien auch Menschen, „die vielleicht nicht so geltungsbedürftig sind“.

Die Idee zum Podcast ist ihr direkt in ihrem Alltag gekommen. „Wenn ich mit anderen gesprochen habe, da dachte ich irgendwann: Das könnte jetzt auch eine Podcast-Folge sein.“

Auch möchte sie mit den Zuhörern ins Gespräch kommen – etwa durch Orte und Auftritte, bei denen der Podcast und die Menschen in ihm greifbar werden, anstatt „nur“ eine Stimme aus den Lautsprecherboxen zu sein. „Ich denke, es ist ein großer Zugewinn, wenn man mit dem Publikum im Gespräch bleibt.“ Einen WhatsApp-Kanal hat sie bereits ins Leben gerufen.

Dreh soll im September sein, die erste Staffel ist auch sechs Folgen à etwa 40 Minuten angesetzt. Zu hören sein soll der Podcast ab Oktober überall, wo es Podcasts gibt. Gefördert wird das Projekt von der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg und dem Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz.

Mitmachen beim Projekt

Partner gesucht
Elena Bauer ist bereits auf der Suche nach Gesprächspartnerinnen. Wer jemanden kennt oder selbst am Podcast teilnehmen möchte, kann sie unter hi@traumundtagelohn.de erreichen. Auch für Themenvorschläge ist Bauer offen, genauso wie für Kooperationen.

Abschlussprojekt für Studierende
Für Medienstudenten besonders interessant: Bauer bietet auch an, das Projekt etwa im Rahmen einer Bachelorarbeit zu begleiten und kennenzulernen. In manchen Studiengängen werden gerade solche praktischen Bereiche gesucht.