Der Förderverein Sozialstation stellt die Weichen. Sein Fokus liegt auf einer engeren Anbindung an die Sozialstation.
Der Förderverein Sozialstation Riedöschingen bleibt ein tragendes Fundament für die regionale Pflegearbeit – ideell wie materiell. Das wurde bei der jüngsten Mitgliederversammlung, die alle zwei Jahre stattfindet, deutlich.
Der Verein zog Bilanz, wählte seinen Vorstand und warf mit Unterstützung von Markus Leichenauer, Geschäftsführer der Kirchlichen Sozialstation Blumberg, einen fundierten Blick in die Zukunft.
Teil des Trägerkreises
Der Vorsitzende Hermann Schwarz eröffnete die Sitzung mit einem Rückblick auf die Aktivitäten der vergangenen beiden Jahre. Neben zwei Vorstandssitzungen stand vor allem die engere Anbindung an die Sozialstation im Fokus. „Wir haben als Förderverein nun einen offiziellen Aufnahmeantrag gestellt, um Teil des Trägerkreises der Sozialstation zu werden“, so Schwarz. Möglich machte das eine Satzungsänderung der Sozialstation, die nun auch Fördervereine als Mitglieder zulässt.
Mitgliederwerbung immer wichtiger
Ein Daueranliegen bleibt die Mitgliederpflege: Der Verein zählt derzeit 122 Mitglieder – vor einigen Jahren waren es noch mehr als 145. „Durch altersbedingte Austritte, aber vor allem Todesfälle, verlieren wir regelmäßig Mitglieder. Umso wichtiger ist die Werbung neuer Unterstützer“, betonte Schwarz. In Zukunft sollen Informationsabende und verstärkte digitale Kommunikation dabei helfen.
Team bleibt im Amt
Kassiererin Carmen Rothermund präsentierte eine solide Finanzlage. 2023 schloss der Verein mit einem Plus von mehr als 700 Euro, 2024 konnte ein Zuwachs von mehr als 1400 Euro verzeichnet werden. Die Revisorinnen Agathe Wiegand und Anneliese Bumiller bestätigten eine ordnungsgemäße Kassenführung, der gesamte Vorstand wurde einstimmig entlastet. Bei der Neuwahl wurden Hermann Schwarz als Vorsitzender, Gerd Martin (Stellvertreter), Monika Weber (Schriftführerin) und Carmen Rothermund (Kassiererin) in ihren Ämtern bestätigt, Gerd Martin in Abwesenheit. Ebenfalls im Amt bestätigt wurden die beiden Kassenprüferinnen.
Einen besonderen Moment bildete die Verabschiedung des Schriftführers Rainer Hauptvogel, der das Amt nach 16 Jahren aus gesundheitlichen Gründen niederlegte. „Er war immer konstruktiv und hat unseren Verein mitgeprägt“, würdigte Schwarz dessen Engagement.
Immer mehr Hausbesuche
Im zweiten Teil der Versammlung gab Markus Leichenauer von der Kirchlichen Sozialstation Blumberg einen Einblick in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen: Die Zahl der Hausbesuche in Riedöschingen stieg von 2409 (2023) auf 3851 im laufenden Jahr. Auch die Tagespflege verzeichnete mit 455 Nutzungstagen eine stabile Nachfrage. „Wir sind wirtschaftlich stabil, was angesichts der Lage vieler vergleichbarer Einrichtungen nicht selbstverständlich ist“, so Leichenauer. Er hob auch die strategische Bedeutung der Fördervereine hervor: „Die Aufnahme des Fördervereins Riedöschingen sichert die Rechtsform der Sozialstation langfristig – insbesondere in Zeiten struktureller Umwälzungen in der katholischen Kirche.“ Ziel sei es, durch die Aufnahme zusätzlicher Vereine, die kirchlichen Träger zu ergänzen und die Vereinsstruktur resilienter aufzustellen.
Ein Missverständnis klärte Hermann Schwarz zum Ende auf: „Der Förderverein Sozialstation Riedöschingen ist nicht identisch mit dem inzwischen aufgelösten Förderverein Pflegeheim Haus Eichberg oder dem DRK-Mittagstisch in Blumberg.“ Eine Verwechslung hatte zu einer Kündigung eines Mitglieds geführt.
Zum Schluss dankte der Vorsitzende allen Engagierten und betonte die Bedeutung des persönlichen Einsatzes: „Wir sind froh, dass unsere Vorstandschaft wieder vollständig ist. Gemeinsam werden wir uns auch in den kommenden Jahren für eine gute Pflege in unserer Region einsetzen.“
Zur Organisation
Die Kirchliche Sozialstation Blumberg
ist ein ambulanter Pflegedienst in kirchlicher Trägerschaft, der hilfsbedürftige Menschen in ihrer häuslichen Umgebung betreut. Er bietet Leistungen in der Alten- und Krankenpflege, hauswirtschaftliche Hilfe, Betreuung, Beratung sowie Tagespflege an. Träger – also Vereinsmitglieder – sind in der Regel Kirchengemeinden, seit einigen Jahren sind aber auch die eigenen Fördervereine zugelassen. Die Sozialstation Blumberg zählt zu den größeren ihrer Art in der Region und hat ihre Struktur in den vergangenen Jahren zunehmend modernisiert: Ein hauptamtlicher Vorstand sowie neue Satzungen sichern die Zukunftsfähigkeit des ambulanten Pflegedienstes – auch angesichts der Herausforderungen, die durch die demografische Entwicklung und die Strukturveränderungen in der Kirche entstehen.