Die Fußballkooperation zwischen dem FSV Altdorf und dem FV Ettenheim kann ab der Saison 2025/26 kommen. Die Mitglieder beider Vereine haben in ihren jeweiligen Versammlungen der Gründung des neuen Dachvereins FC Ettenheim/Altdorf zugestimmt.
Das Votum der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fußballvereins Ettenheim fiel eindeutig aus: Von den knapp 30 Mitgliedern, die der Einladung gefolgt waren und ihr Votum in das außergewöhnliche Vorhaben einbringen wollten, stimmten lediglich zwei gegen das Vorhaben, ein Mitglied enthielt sich der Stimme. Auch die Mitgliederversammlung des FSV Altdorf stimmte bei zwei Enthaltungen der Gründung des neuen Dachvereins FC Ettenheim/Altdorf zu. Damit gab es grünes Licht für die von den Vorstandschaften des FV Ettenheim und des FSV Altdorf seit 2020 angedachte und seit 2022 intensiv entwickelte Idee, die Herrenmannschaften der beiden Bezirksligisten in einem neuen Dachverein von der kommenden Spielzeit an zusammenzuführen.
Warum schließen sich die Vereine zusammen?
Über die Kooperation der beiden Vereine wurde bei vielen Gesprächen ab 2020 lose und konkret seit 2022 gesprochen. So hat sich auch der FSV-Vorstand mit deutlicher Mehrheit 2022 für die Kooperation ausgesprochen. FSV-Altdorf-Vorstandsmitglied Thorsten Stückle ist ein enger Begleiter der Kooperation und stellte den Mitgliedern die Beweggründe des Zusammenschlusses vor. Insbesondere den jungen Spielern beider Vereine soll eine gemeinsame Perspektive im Heimatclub geboten werden. Stückle stellte heraus, dass nur die Neugründung des FC Ettenheim/Altdorf ein sofortiges Aufstiegsrecht beinhaltet. Bei einer Spielgemeinschaft müsste ansonsten eine Wartezeit von zwei Jahren eingehalten werden. „Diese Wartezeit bringt keine Motivation für zwei gute Bezirksligavereine“, so Stückle.
Auch beim FVE ist man von den Vorteilen eines neuen Vereins überzeugt
Auch die Verantwortlichen beim FV Ettenheim zeigten sich bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung überzeugt davon, dass man mit dem Vorhaben einen guten Weg einschlage. Die Neugründung bremse – im Gegensatz zu Spielgemeinschaften – Aufstiege nicht aus. Sie ermögliche von der kommenden Saison an drei Herrenmannschaft (die erste Mannschaft bleibt in der Bezirksliga), sie beuge auch personellen Aderlässen der Mannschaften vor und biete für die Nachwuchsspieler deutlich verbesserte Perspektiven. Auch in puncto Infrastruktur sehe man durch den Zusammenschluss neue Chancen, betonen Conrad Gast und Andreas Disch seitens der FVE-Vorstandschaft.
Was ändert sich durch den neuen Verein?
Der neue Verein regelt ausschließlich den Spielbetrieb der Herrenmannschaften. Die beiden Muttervereine bestehen ansonsten in ihren Strukturen uneingeschränkt fort.
Wie geht es im Zeitplan weiter?
Die Vorrunde der Saison 2025/26 wird in Ettenheim und die Rückrunde in Altdorf gespielt. „Das trifft sich gut, da wir ab der zweiten Jahreshälfte 2025 Sanierungsarbeiten im Clubheim durchführen werden“, so Daniel Rauer-Mahn (Vorstand FSV Altdorf Verwaltung/Organisation).
Die Gründungsversammlung des neuen Vereins, der auch den Jugendmannschaften eine Perspektive eröffnen soll, soll spätestens im März 2025 stattfinden.
Besondere Konstruktion
Hinsichtlich der rechtlichen, organisatorischen und sportlichen Strukturen des künftigen FC Ettenheim-Altdorf haben Vorstand und die sportlichen Verantwortlichen bereits intensive Arbeit geleistet, wie Gast und Disch seitens des FVE-Vorstands darlegten. Das Bemerkenswerte an der neuen Konstruktion: im ganzen Verbandsgebiet Südbadens gibt es weniger als eine Hand voll dieser Art. Die bisherigen Stammvereine wurde kurioserweise beide im selben Jahr, nämlich 1926, gegründet und feiern übernächstes Jahr ihr 100-jähriges Bestehen.
Wie geht es für Vorstand, Trainer und Spieler weiter?
Bis zur Gründungsversammlung sind noch einige Aspekte zu klären. So sollen beispielsweise die Werbepartner abgeholt und steuerrelevante Themen rechtlich geklärt werden. Wer den neuen Verein führen soll, wurde von Vereinsseiten bereits geklärt. So werden sich Matthias Nägele (FVE) und Jonas Mösch (FSV) die Vorstandsarbeit teilen. Gesucht werden noch Rechner und Schriftführer. Aufbauend auf dem Konstrukt der Fusion werden bei beiden Vereinen die Spielergespräche für die kommende Saison geführt. Bis zu diesen Gesprächen soll auch die Trainerfrage geklärt sein. Thorsten Stückle vom FSV Altdorf betont: „Das Feld für das Miteinander ist bereitet. Wir freuen uns in Ettenheim ein kongenialen Partner gefunden zu haben, der die gleiche Vereinsphilosophie wie wir vertritt.“ „Und was, wenn’s schief geht?“, lautete die Frage bei der Mitgliederversammlung des FVE. Für Andreas Disch ist klar: „Das wird für uns kein Thema.“ Allerdings war man sich jedoch darin einig: „Es gibt noch viel zu tun.“
Das Vereinswappen
Gestaltet wurde auch bereits das Vereinswappen des FC Ettenheim/Altdorf. Dieses lehnt sich an die traditionellen Vereinsfarben der beiden Clubs Schwarz/Weiß/Rot an.