Zu Essen gab es, was das Herz begehrt, als die Friedlinger am Sonntag zum Miteinanderfest zusammenkamen. Foto: Beatrice Ehrlich

Es wuselte am Sonntagnachmittag in Friedlingen. Bei einem vielfältigen Festprogramm und Essensangeboten aus aller Welt ließen es sich die Gäste gut gehen.

Die Vertreter von Friedlinger Religionsgemeinschaften machten es bei der interreligiösen Eröffnung vor, Hunderte Bewohner des Weiler Stadtteils und Gäste machten es später nach: Gemeinsam lässt es sich um Frieden bitten und darüber nachdenken, was das Menschsein gegenüber Gott zu bedeuten hat. Gemeinsam lässt es sich aber auch ganz hervorragend feiern.

Viele trugen dazu bei, dass das Friedlinger Miteinanderfest nach einem Jahr wetterbedingter Pause wieder zu einem echten Publikumsmagneten wurde.

 

Mit dabei waren unter anderen der Afghanistan-Verein, der albanische Verein, ein italienischer Verein, der Leos Club und Vertreter des Jugendparlaments, das sich mitten im Wahlkampf befindet, das Internationale Frauencafé, der alevitische Verein und die Moscheegemeinde.

Nicht zu vergessen: Bonds Bigband unter der Leitung von Christian Leitherer, die mit jazzigen Klängen für gute Stimmung sorgte.

Frauen aus Albanien boten traditionelle Speisen an. Foto: Beatrice Ehrlich

Lara Bögüs bereitete den Anwesenden mit ihrem Gesang zur Baglama, gespielt von Erdem Demir, eine Freude. Bei den Feiern der Aleviten spielen dieser spezielle Gesang und die Langhalslaute eine besondere Rolle, da in dieser Glaubensgemeinschaft die Traditionen mündlich weitergegeben werden, erklärt Saadet Grandazzo, die Vorsitzende der alevitischen Gemeinde Weil am Rhein.

Lara Bögüs singt, begleitet an der Baglama von Erdem Demir. Foto: Beatrice Ehrlich

Die Friedlinger Kindergärten bewirteten mit Kaffee und Kuchen, Familie Listl sorgte im Teamwork dafür, dass bei der Technik alles stimmte.

Bonds Bigband spielte für die Festbesucher. Foto: Beatrice Ehrlich

Viele Mitglieder des Stadtteilvereins Weil am Rhein-Friedlingen, der das Fest seit zehn Jahren veranstaltet, halfen überall da, wo noch helfende Hände gebraucht wurden: beim Auf- und Abbau, an der Getränkeausgabe und am Spielmobil.

Die Tische waren dicht besetzt. Foto: Beatrice Ehrlich

Schlangen bildeten sich wie jedes Jahr beim Generationenparcours, der von Gerhard Laux und seinem Team in bewährter Weise organisiert und aufgebaut wurde. Bedingung für die Teilnahme ist, dass jeweils ein Erwachsener mit einem Kind zusammen den Parcours durchläuft. Dabei geht es um Geschicklichkeit und Balancevermögen.

Aber auch um Tempo, wenn die Wettfahrt auf großen Kettcars im ehemaligen Kindergartenhof startet, der seit kurzem den Grundschülern der Rheinschule wieder als Schulhof dient.

Eröffnung mit (v.l.) Alev Kahraman, Volker Hentschel, Sarah Hagmann und Diana Stöcker. Foto: Beatrice Ehrlich

Oberbürgermeisterin Diana Stöcker ließ sich, begleitet von einem Mädchen aus Friedlingen, auf dieses Abenteuer ein, nachdem sie mit den Stadtteilvereins-Vorsitzenden Alev Kahraman und Volker Hentschel und der grünen Landtagsabgeordneten Sarah Hagmann das Fest offiziell eröffnet hatte.

Viele trugen zum Gelingen des Miteinanderfests bei

Wolken hingen am Himmel, doch zumindest in den ersten zwei Stunden fiel kein Tropfen vom Himmel. Idealbedingungen für ein Fest, das zum Verweilen gedacht ist. Eine Gelegenheit, die ältere Friedlinger genauso wie neu Hergezogene immer wieder gern wahrnehmen.

Afghanische Spezialitäten waren sehr gefragt. Foto: Beatrice Ehrlich

Vielen wichtig war die interreligiöse Eröffnung in der Friedenskirche gleich nebenan. Luca Ghiretti, der evangelische Stadtteilpfarrer, bat die anwesenden Religionsvertreter, mit ihm an einer gemeinsamen Patchworkdecke des Friedens zu weben. Sein Wort von den Menschen als „Kunstwerken“ des Glaubens machte als geflügeltes Wort an diesem Nachmittag noch mehrmals bei allen Rednern die Runde.

Eine Patchworkdecke des Friedens weben

Ömer Özcan, Iman der Weiler Ditib-Moscheegemeinde, rezitierte zwei Verse aus Koransuren, die sich mit dem Frieden unter den Menschen auseinandersetzen, und die er anschließend ins Deutsche übersetzte.

Zusammen gestalteten sie die interreligiöse Eröffnung. Foto: Beatrice Ehrlich

Manfred Listl von der katholischen Kirchengemeinde sprach ein Friedensgebet und Dede Hüseyin Kazimoglu sprach zu den Teilnehmern dieser Eröffnung von den Besonderheiten der Aleviten, bei denen, wie er betonte, immer der Mensch im Mittelpunkt steht, den Kopf geneigt in Bescheidenheit und Respekt vor Gott. Ezgin Meral spielte dazu auf der Saz-Baglama.