Die Oberweierer Frauengemeinschaft begeisterte mit ihrem olympischen Programm im Georg-Schreiber-Haus. Foto: Bohnert-Seidel

Die Frauengemeinschaft Oberweier hat zum 48. Mal einen bunten Abend veranstaltet. Thema des Ganzen waren die Disziplinen rund um die antiken griechischen Spiele, die von den Darstellerinnen mit Witz und Selbstironie neu interpretiert wurden.

Ganz schön olympisch ging es bei der 48. Frauenfasnacht der Oberweierer Frauengemeinschaft im im Georg-Schreiber-Haus zu. Im Vergleich zu Olympia gab es bei den Frauen jedoch jede Menge zum Lachen, zum Schunkeln und zum heiteren Stelldichein. Die Frauen erlebten gemeinsam einen genussvollen Abend und ließen es ganz schön krachen. Dazu brauchte es vor allem bestens aufgelegte Frauen sowie ein sagenhaftes Moderatorenteam mit Marie Schwend und Nicole Kopp. Einziger Mann in der Runde war Dekan Johannes Mette. Alle weiteren männlichen Gäste unterstützten die Frauen in der Küche.

 

Am Freitagabend erlebten die Frauen einen starken historischen Moment. Roswitha Fischer, Vorsitzende der Frauengemeinschaft, überreichte symbolisch an Anja Groß, die seit dem vergangenen Jahr neu im Vorstandsteam der Frauen agiert, eine leuchtende Fackel. Erstmals übernahmen junge Mitglieder aus der Frauengemeinschaft die gesamte Organisation der Frauenfasent. Neben allerlei Schabernack legten sie auch ein klares Statement für die Gleichberechtigung von Frauen innerhalb der katholischen Kirche ab. Wie sehr sich die Frauen danach sehnen und auch nicht locker lassen, bestätigte der aufbrausende Applaus. Am Eingang gab es für jede Frau anstatt einer Eintrittskarte ein Purpurkreuz, das sie sich an das Kostüm heften. Marie Schwend erklärte: „Das Kreuz zeigt: Wir lassen nicht locker. Es ist ein Purpurkreuz als Zeichen der Ermutigung und Hoffnung auf eine Zukunft in der Institution Kirche, die Frauen endlich gleichberechtigt zieht.“

Die Frauen kamen mit bunten und detailreichen Kostümen, die sich rund um Olympia drehten. Foto: Bohnert-Seidel

Fantasievoll zeigten sich Frauen in den schönsten Kostümen. Einige holten vielleicht ihren alten Jogginganzug aus den 1980er- und 90er-Jahren aus dem hintersten Schrankwinkel. Unter den Frauen agierten Dressurreiterinnen und setzten klare Kante für ihre Equipe Steckenpferd.

Frauen begeisterten mit einer Menge an Selbstironie

Fußball ist bekanntlich auch olympisch. Bestens eignete sich das Trikot der vergangenen Fußballspiele als Kostüm. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt. Bevor die Show begann, hatten einige Gäste schon ihre Goldmedaille um den Hals. Da galt der Spruch: „Wir sind goldig, aber keine Sportskanonen.“ Olympiareife Darbietungen erlebten die Gäste allemal.

In Oberweier sind die Generationen gesetzt und die Freude seit vielen Jahren riesengroß, wenn die Mädchen der KJG unter der Leitung von Melanie Naya Geiger und Franziska Weber einen Tanz einstudieren. Yoga mag vielleicht noch nicht olympisch sein, aber so eine Yoga-Stunde mit Marietta hatte es in sich. Im Hausfrauen-Dreikampf nahmen sich die Frauen selbst auf den Arm und lieferten sich im Umgang mit Sparschäler, Wäscheklammern und Toilettenpapier einen Wettkampf. Nicht fehlen durfte „d´Zittungsfrau“ Susanne Stahl, die den neuesten Tratsch von und um Oberweier berichtete. Aber die Krone setzten die Frauen mit ihrem Finale auf. Sie erwiesen sich choreographisch in ihren Darbietungen perfekt. Erlebt werden konnte Unterhaltung aus der Liebe und Hingabe zur Fasnacht, die Frauen für Frauen schenkten.

Ein Wermutstropfen: Die Frauen müssen wieder ein Jahr warten. Denn seit einiger Zeit ist die Organisation der Frauenfasnacht nur alle zwei Jahre.

Info – Die Organisatoren

Die Frauengemeinschaft Oberweier wurde im Jahr 1921 gegründet. Am Freitagabend feierten die Frauen ihre 48. Frauenfasnacht mit neun Programmpunkten. Die Frauenfasnacht wird alle zwei Jahre organisiert. Die nächste ist wieder im Jahr 2027.