Bevor das Narrentreffen eine zweijährige Pause einläutet, wurde beim Schnurren in der Fischerbacher Halle noch einmal kräftig gelacht.
Das Schnurren stand am Freitagabend unter besonderen Vorzeichen: Zum einen wird es wegen des Narrentreffens erst in zwei Jahren wieder ein Schnurren in der Halle geben. Zum anderen startete der Abend mit einem „Special Guest“, und auch bei den Schnurrgruppen gab es eine Premiere: Statt der angekündigten drei Gruppen standen kurzfristig gleich vier auf der Bühne.
So konnten sich die Fischerbacher auf noch mehr Geschichten freuen – Geschichten, bei denen manch einer gehofft hatte, sie würden nie ans Licht kommen.
Nachdem die Hexenmusik den voll besetzten Saal ordentlich angeheizt hatte, trat der „Special Guest“ auf: „Petry Undercover“ (Günter Gempler) brachte den Saal auf Betriebstemperatur.
Im Outfit Wolfgang Petrys sang er zahlreiche Schlagerhits – von Petry selbst und anderen bekannten Stars der deutschsprachigen Szene. Selbst Bürgermeister Thomas Schneider machte begeistert mit. Für besondere Heiterkeit sorgte eine regionale Version des Klassikers „Griechischer Wein“, der kurzerhand in „Badischer Wein“ umgedichtet wurde.
Als erste Schnurranten traten die „Waschweiber“ (Simone Schmieder‑Ringwald und Nicola Schwendemann) auf. Es war ihr erster Auftritt, doch sie wirkten, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Mit viel Witz berichteten sie unter anderem über den Kindergarten und präsentierten ihr Gedicht – ganz im Fischerbacher Dialekt – über Platzmangel, Dreck, Waldgruppen und die Hoffnung auf mehr Raum für die Kleinsten.
Transportprobleme und glückliche Ehefrauen
Auch die Geschichte „Falsches Rad bewacht – oder Heiko braucht ne Brille“ brachte den Saal zum Lachen. Ein falsch geparktes Fahrrad, zu viel Aufmerksamkeit und zu viel Bier – am Ende wurde klar: Heiko hatte die ganze Zeit das falsche Rad „bewacht“. Die Pointe: „…i glaub, er brucht bald e Brill – des wär schick.“
Ohne große Pause folgten die „Schrägen Vögel“, die ihre Geschichten nicht nur erzählten, sondern auch musikalisch untermalten. Besonders gut kam das Baumarkt‑Abenteuer an: Ein neuer Piaggio Porter, überlange Holzpaneele und die Frage, wie man fünf Elemente à 2,50 Meter transportiert – inklusive Ladungsverlust. Am Ende stand dennoch eine glückliche Ehefrau und die Moral des Abends: „Happy Wife, Happy Life.“
Der Solist des Abends, Mathis – der Jüngste, aber längst nicht mehr der Kleinste – erzählte bei seinem Auftritt unter anderem die Geschichte seiner Tante Moni, die überzeugt war, eine Anakonda vor der Haustür liegen zu haben. Nach einigem Hin und Her stellte sich heraus: Es war lediglich eine große Ringelnatter, die schließlich im hohen Bogen aus dem Weg befördert wurde.
Den Abschluss bildeten die drei „Damen“ vom Friseursalon „Chicsaal“, die reichlich Klatsch und Tratsch aus dem Berufsalltag im Gepäck hatten. Besonders die Geschichte vom verschwundenen Ostergeschenk sorgte für Gelächter: Während alle Kinder ihre Überraschungen fanden, fehlte bei einem die Sporthose. Nach vielem Suchen wurde ein Ersatz besorgt – und das Original später beim Anheizen des Grills entdeckt. Die Erklärung der drei „Damen“: „Tja, das Verschwinde von der Sporthos war kei Katz und kei Kater, einzig und allein des guede Versteck von dem Vater.“
Abschluss mit Musik
Mit der Hexenmusik ging ein unterhaltsamer Abend zu Ende. Weiter geht es mit dem Schnurren erst wieder 2028.