Die Bundeswehr übt im öffentlichen Raum des Zollernalbkreises noch vier Mal in diesem Jahr. Foto: filmbildfabrik - stock.adobe.com

Die Bundeswehr kündigt für den weiteren Jahresverlauf vier Übungen an, die auch im öffentlichen Raum im Zollernalbkreis abgehalten werden. Ein Überblick.

Mindestens vier Übungen der Bundeswehr, die außerhalb der offiziellen Übungsplätze und Kasernen stattfinden, stehen in diesem Jahr noch im Zollernalbkreis an. In einer Pressemitteilung der Stadt Hechingen heißt es: „Aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Verteidigungspolitik muss künftig verstärkt mit Truppenbewegungen und Übungen der Bundeswehr gerechnet werden.“

 

Ein Sprecher des Landeskommandos Baden-Württemberg ergänzt auf Nachfrage: „Geübt werden muss immer und möglichst häufig, abwechslungsreich und damit fordernd.“ Auch wechselnde Gelände-, Wetter oder Infrastrukturbedingungen seien dabei von Bedeutung. Die Ausgestaltung von Übungslagen, also die inhaltliche Einbettung des Geschehens, sei stets an der aktuellen sicherheitspolitischen Realität ausgerichtet.

Derzeit stehe daher die Landes- und Bündnisverteidigung gegen eine russische Bedrohung im Vordergrund; vor 2022 die Erfordernisse von Auslandseinsätzen. Ein Überblick über die angekündigten Übungen:

Militärische Übung vom 14. bis 25. Juli

Eine Einheit des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr übt vom 14. bis 25.Juli in den Landkreisen Zollernalb, Tuttlingen sowie Sigmaringen. Der Hintergrund ist die sogenannte „Vermessung von Hochpunkten“. Bedeutet, dass Soldatinnen und Soldaten mit vier Bundeswehrgeländewagen durch die Region fahren, um beispielsweise die Höhe von Kirchtürmen, Schornsteinen oder Funkmasten zu ermittelt, um diese in militärische Land- oder Navigationskarten einzutragen, erfährt unsere Redaktion von der Pressestelle des Landeskommandos.

Diese dienen der Positions- und Richtungsbestimmung. Besonderen Wert erfährt sie als Alternative, wenn die globalen Satellitennavigationssysteme wie GPS oder GALILEO aufgrund von Störungen nicht zur Verfügung stehen. Die Auswahl der zu überprüfenden Hochpunkte richtet sich nach den vorhandenen Datenbeständen, die durch diese Vermessungen überprüft werden.

Für die Bevölkerung bestehe dabei keinerlei Gefährdung oder Beeinträchtigung; Übungsmunition werde nicht eingesetzt.

Militärische Übung vom 15. bis 17. Juli

Bei der Übung von Dienstag bis Donnerstag, 15. bis 17. Juli, handelt es sich um eine Funkübung der Fernmeldeeinheit des Artilleriebataillons 295 aus Stetten am kalten Markt. Im Einsatz sind zwölf Soldaten und vier Fahrzeuge. Dabei geht es laut Landeskommando um das Einrichten von Funk- und Fernmeldeverbindungen über längere Strecken in unterschiedlichem Gelände. Im Vordergrund stehe die Erkundung geeigneter Aufbauplätze der Funkstationen für eine störungsfreie militärische Kommunikation. Auf- und Abbau sowie Inbetriebnahme der Funktechnik unter Zeitdruck seien ein weiteres Übungsziel. Die Funktrupps bewegen sich dabei in einem relativ großen Raum und sind nur kurze Zeit an einer festen Position. Bei den Fahrzeugen handelt es sich um Radfahrzeuge. Das schwerste ist ein geländegängiger Lkw mit Fernmeldekabinenaufbau. Auch hierbei wird keine Übungsmunition verwendet.

Militärische Übung vom 20. bis 24. Oktober

Geübt wird dabei im Süden des Landkreises Tübingen und im Zollernalbkreis. Im Fokus steht die „Bewachung von Liegenschaften“, insgesamt nehmen 100 Soldaten und 15 Fahrzeuge teil. Diese Übung betrifft die Heimatschutzkräfte der Bundeswehr.

Militärische Übung vom 7. bis 9. November

Die letzte angekündigte Bundeswehrübung findet Anfang November im Zollernalbkreis und den angrenzenden Landkreisen statt. Es handelt sich um die jährlich stattfindende Übung vom ABC-Abwehrregiment 750 aus Bruchsal. Es gibt unterschiedliche Übungsteile: Ein Teil findet auf dem Übungsplatz Heuberg statt. Beginnend mit einer Verlegung der Truppe per Fahrzeugmarsch beinhaltet diese eher allgemeine infanteristische Themen wie Handwaffenschießen.

Ein zweiter Teil ist freilaufend, das heißt im öffentlichen Raum. Welche Orte, Inhalte und Abläufe geübt werden, plane derzeit das ABC-Abwehrregiment 750. Alle Aktivitäten werden vorab mit den Verantwortlichen der betreffenden Gemeinden abgesprochen. Beteiligt sind rund 450 Soldaten und 100 Fahrzeuge.