Der Fahrradanhänger „Out 4“ hat einen Sonnenschirm und Stühle sowie Tisch immer dabei. Foto: Out 4

Der „Out4“ ist ein Fahrradanhänger mit Potenzial: Man hat die Picknick-Ausrüstung immer dabei. Erfunden hat ihn Clemens Salm aus Freiburg – am Anfang stand eine Idee, die aus der Not geboren war. Der Anhänger wurde mit dem Eurobike-Award prämiert.

Klar, erfinden kann man so ein Ding eigentlich nur in einer Wohlfühlregion wie Freiburg: Der „Out4“ ist ein Fahrradanhänger mit Sonnenschirm, Klapptisch und vielen Möglichkeiten. Und er hat schon vor seiner breiten Einführung am Markt die Macher der internationalen Fahrradmesse Eurobike in Frankfurt überzeugt, die den Anhänger in der Kategorie „Zubehör“ am 3. Juli im Rahmen der Messe mit einem „Eurobike Award“ für sein Design, seine Nachhaltigkeit und seine Funktionalität auszeichnen und auf einer speziellen Ausstellungsfläche präsentieren werden.

 

Wer damit am wenigsten gerechnet haben dürfte, ist der Freiburger Volkswirt Clemens Salm, der die Idee zum Anhänger hatte, als er mit einer Freundin im Corona-Lockdown an der Dreisam saß und ein Picknick genoss. Man müsste, so Salm rückblickend, einen Anhänger haben, mit dem man „out for lunch“, also „draußen zum Essen“, unterwegs sein kann.

Idee ist an der Dreisam entstanden

Und so kam eins zum anderen: „Da kamen viele Zufälle zusammen“, erinnert sich der Tüftler. Sein Nachbar sei Schreiner und habe beim Bau einer ersten Version basierend auf einem Gebrauchtanhänger mitgemacht. „Den haben wir dann als Barwagen zu einem Grillfest an der Dreisam mitgenommen.“

Zufällig sei der Anhänger so auf einem Pressefoto in der Zeitung gelandet. Das habe einen Messebauer aufmerksam werden lassen, der dann in Absprache mit Salm einen Bauplan gezeichnet habe. Als ihn dann auch noch die Fahrrad-Leasing-Firma Jobrad gefragt habe, ob er nicht eine Idee für ein wohltätiges Fahrradprojekt im Kopf habe, sei ihm die Werkstatt „p3“ in Freiburg eingefallen, eine gemeinnützige Schreinerei, in der Flüchtlinge eine Ausbildung machen und auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden. Dort, so Salm, wurden dann die beiden ersten „richtigen“ Anhänger vom Typ „Out4“ gebaut. Den Namen haben Salms BWL-Studenten mitentwickelt, als sie sich unterschiedliche Nutzungsideen für den Anhänger ausdachten – vom Messestand übers mobile Büro bis zur Party-Theke. Da man die Deichsel und die Räder leicht abnehmen kann, eignet sich der Anhänger laut Clemens Salm auch für den Transport im Kofferraum zu seinen Einsatzorten.

Clemens Salm hat den Anhänger entwickelt. Foto: Out 4

Mit dem „Out4“ war zunächst nur eine Teilnahme auf dem kleinsten Stand in der „Start Up“-Halle der Fahrradmesse geplant, berichtet Salm weiter. Man habe sehen wollen, ob eine Nachfrage für einen Fahrradanhänger mit integriertem Sonnenschirm und ausklappbarem Tisch mit Stühlen besteht. Dann habe er von dem Preis gehört und sich beworben: „Wir konnten es gar nicht glauben, als wir erfahren haben, dass wir gewonnen haben.“

Anhänger kostet aktuell 5000 Euro

Wie es weitergeht mit dem „Out4“, ist offen: „Vielleicht werden wir nach der Messe von Anfragen überrollt“, sagt Clemens Salm. Vielleicht aber auch nicht. Mit einem angepeilten Verkaufspreis von knapp 5000 Euro ist der „Out4“ derzeit noch kein Schnäppchen für jedermann. Das könne sich ändern, wenn entsprechende Mengen gebaut werden, so Salm.

Passieren müsse das aber auch nicht unbedingt, so der entspannte Erfinder. Alle Beteiligten am „Out4“ seien auch mit anderen Dingen beruflich unterwegs und nicht vom Erfolg des Fahrradanhängers abhängig.