SC-Trainer Julian Schuster (rechts) kann in Vigo auch auf Johan Manzambi zurückgreifen. Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Mit einem 3:0-Hinspielsieg im Rücken kämpft der SC Freiburg um den Einzug ins Halbfinale der Europa-League. Vereinsikone Christian Streich glaubt fest daran.

Den ersten Jubel der Freiburger Fans gab es am vergangenen Donnerstag schon vor dem Spiel. Auf der LED-Leinwand wurde Trainer-Ikone Christian Streich auf der Tribüne eingeblendet, da wurde es auf der Südtribüne laut. Denn auch gut zwei Jahre nach seinem Abschied genießt Streich noch Kultstatus.

 

Und natürlich verfolgt auch der 60-Jährige die Geschehnisse bei seinem Herzensclub aus dem Breisgau, bei dem er insgesamt fast 30 Jahre tätig war. Allerdings: Mit seiner neuen Rolle als Zuschauer auf der Tribüne fremdelt Streich noch ein wenig. „Es ist komisch, von der Tribüne oben das Spiel zu sehen“, sagte er im Interview mit RTL/n-tv. „Ich war das 30 Jahre nicht gewöhnt. Ich würde am liebsten unten auf der Bank sitzen und mich verkleiden, so dass mich keiner erkennt und von dort das Spiel gucken“, sagte Streich, der zuletzt auch als TV-Experte im Einsatz war.

Auf welche Art und Weise er das Viertelfinal-Rückspiel des SC Freiburg in Celta Vigo schauen wird, ist nicht offiziell bekannt. Man darf aber davon ausgehen, dass Streich mit dem Sport-Club mitfiebern wird. Er selbst ist sich sicher: Nach dem 3:0-Sieg im Hinspiel, das Streich vor Ort verfolgte, werden sich die Breisgauer am Donnerstag (18.45 Uhr/RTL) in Spanien durchsetzen.

Das sagt Christian Streich zum Rückspiel

„Wenn der SC Freiburg die Intensität wieder so hochhalten kann – und das wird so sein – dann werden sie ins Halbfinale einziehen“, sagte Streich. Eine Aussage, die er als Cheftrainer wohl eher nicht in dieser Deutlichkeit getroffen hätte. Und doch deckt sie sich mit dem, was in der Vorwoche zu beobachten war. Die Spanier – in der heimischen Liga Sechster – hatten fast das gesamte Spiel über Mühe, gegen den SC Freiburg ihr Ballbesitzspiel auf den Platz zu bringen. Zu dominant traten die Breisgauer auf, zu harm- und ideenlos wirkte Celta.

Glaubt ans Halbfinale: Christian Streich. Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Und dennoch: Von einer Vorentscheidung spricht beim SC Freiburg trotz 3:0 im Hinspiel niemand. „Wir haben einen ersten großen und wichtigen Schritt gemacht – mehr aber auch nicht“, sagte SC-Trainer Julian Schuster, der am Mittwoch 41 Jahre alt wurde, am Abend vor dem Spiel.

Halbfinal-Einzug wäre das nächste Novum

Ähnlich äußerten sich zuletzt alle Akteure. „Jedes Spiel birgt neue Chancen und Risiken“, sagt etwa Abwehrchef Matthias Ginter. Am deutlichsten hatte sich nach der Gala-Vorstellung noch Vincenzo Grifo geäußert. Man fahre „mit breiter Brust“ nach Vigo. Dort, an der Nordwestküste Spaniens in Nähe der Grenze zu Portugal, kann der Sport-Club am Donnerstag seine ohnehin geschichtsträchtige Europapokal-Saison weiter verlängern. Noch nie kam eine SCF-Mannschaft im internationalen Wettbewerb so weit wie in dieser Saison, das Halbfinale wäre ein weiteres Novum.

Freiburger Erfolg wäre auch für die Bundesliga wichtig

Auch im DFB-Pokal ist man noch im Rennen, in der Bundesliga geht zudem der Kampf um die erneute Europapokal-Quali in die heiße Phase. Ein Sieg der Freiburger in Vigo würde die Chancen dabei weiter verbessern. Denn die deutschen Teams befinden sich in der Uefa-Jahreswertung in einem Zweikampf mit Spanien um Platz zwei. Dieser würde der Bundesliga einen fünften Champions-League-Startplatz sichern.

Johan Manzambi ist mit nach Vigo gereist

Daran jedoch wird am Donnerstag beim SC Freiburg keiner denken. Vielmehr geht es einzig und allein ums Weiterkommen. Helfen kann dabei Johan Manzambi. In Mainz hatte der Youngster einen Schlag aufs Knie bekommen und humpelte in die Kabine. Am Mittwoch gehörte er jedoch zur Freiburger Reisegruppe in Richtung Vigo und könnte laut Schuster auch spielen.