Die Folgen der hohen Austrittszahlen in den Kirchen treffen Menschen, die Unterstützung dringend benötigen. Mit der Kirchensteuer lässt sich einfach Gutes tun, findet unser Redakteur Jonas Köhler.
Die Austrittswelle, die sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche spüren, scheint unaufhaltsam. Der Frust ist zurecht groß, denn der Basis, die schlussendlich am meisten unter fehlenden Steuereinnahmen leidet, sind zum größten Teil die Hände gebunden.
Als Gründe für den Austritt nennen die Menschen die Entfremdung von der Kirche – auch durch diverse (Missbrauchs-)Skandale – und das liebe Geld. Die Gemeindemitarbeiter vor Ort versuchen ihr Bestes, das durch Geschehnisse andernorts verlorene Vertrauen wiederherzustellen. Bei der Konjunkturlage sind aber auch sie machtlos.
In wirtschaftlich schwierigen Zeiten überlegen sich auch gläubige Menschen zweimal, ob sie wirklich wollen, dass monatlich die Kirchensteuer von ihrem Konto abgebucht wird. Da ist es schnell vorbei mit der Nächstenliebe.
Geld fehlt Diakonie und Caritas
Das Geld fehlt dann vor allem bei Diakonie und Caritas, fehlt bei der Unterstützung derjenigen Menschen, die sie am dringendsten benötigen. Die Gemeinden tun gut daran, auf die Menschen zuzugehen und ihnen zu verdeutlichen, für welche guten und wichtigen Projekte die Kirchensteuer eigentlich verwendet wird. Denn die Kirche bietet Menschen in schwierigen Zeiten Halt und sichert vielen, die es schwer haben, die Lebensgrundlage.
Ob man nun gläubig ist oder nicht – dafür lohnt es sich doch, monatlich ganz unkompliziert etwas Geld auszugeben.