Das Ichenheimer Orchester unter der Leitung von Mario Rosenfeld hatte sich zu seinem Jahreskonzert dem Himmel gewidmet. Foto: Lehmann

„Zwischen Himmel und Sternen“ zeigte der Musikverein Ichenheim mit dem Orchester und dem Jugendorchester die Vielseitigkeit der Klangwelt.

Das Jahreskonzert des Musikvereins Ichenheim stand unter dem Motto „Zwischen Himmel und Sternen“. Gelöst von der Schwerkraft des Seins zogen die Musiker mit den Klängen gleich zu Beginn in die Lüfte. Eröffnet hatte den Konzertabend das Jugendorchester unter der Leitung von Filippo Pezza. Die Nachwuchsmusiker stiegen mit „Selections from Mary Poppins“, einem ungewöhnlichen Kindermädchen voller Fröhlichkeit und Charme, ein. Dramatisch und ergreifend hingegen waren die Klänge des Stücks „Apollo 13“, die den Heldenmut der realen Mondmission auffing. In die orientalische Welt von Akrabah und dem Taschendieb Aladdin ging es mit dem fliegenden Teppich durch die Lüfte, mit „Highlights from Aladdin“ verzauberten die Jungmusiker das Publikum, dass mit viel Applaus dankte. Nach der Zugabe von „How to train your dragon“ verabschiedeten sich die Jugendlichen von der Bühne, ehe das Orchester unter Leitung von Mario Rosenfeld den Abend weiter gestaltete.

 

Energischer Marsch mit Taktwechseln forderte das Orchester

Mit der eindrucksvollen Fanfare „The Benefication From Sky And Mother Earth“ würdigte das Orchester die Schönheit der Natur mit kraftvollen Bläsermotiven und rhythmischer Energie. Herausfordernd war hingegen der energische Marsch mit Taktwechseln und Walzer-Passagen und dem Abschluss in einem rauen und ungestümen Rondo „Third Suite“ – dieses Stück verlangte nicht nur dem Dirigenten, sondern auch den Musikern einiges ab. Mit einem Klanggemälde der „Aurora Borealis“ brachten die Musiker die Zuhörer zum Staunen. Die atemberaubende Schönheit der Nordlichter wurde musikalisch eingefangen und glanzvoll wiedergegeben. Auch die Lindenfeldhalle wurde in das magische Licht getaucht, was dem Stück ein besonderes Schauspiel verlieh. Anlässlich der olympischen Spiele 1984 wurde das Stück „Olympic Fanfare and Theme“ komponiert und hat eine festliche Strahlkraft. Es gehört bis heute zu den bekanntesten musikalischen Symbolen der olympischen Spiele und verkörpert den Geist der Sportveranstaltung. In die Welt der Sterne ging es mit dem Stück „Guardians oft the Galaxy“, dem Stück zum gleichnamigen Marvel-Kinohit. Das Stück erzählte von einer bunt zusammengewürfelten Truppe voller Mut, Zusammenhalt und dem Willen, gemeinsam Großes zu erreichen.

Ohne Zugabe ging es nicht von der Bühne

Im Weltraum angekommen fing das Orchester mit „Cantina Band“ die Stimmung der lebhaften und skurrilen Taverne „Mos Eisley Cantina“ aus Star Wars Episode IV ein. Jazz und Swing beherrschte das lebhafte Stück, mit dem zur Science-Fiction-Serie „Captain Future“ übergeleitet wurde. Eines der bekanntesten Lieder des 20. Jahrhunderts entführte das Publikum „Over the Rainbow“, ein Stück, das Sehnsucht, Hoffnung und den Traum von einer besseren Welt verkörperte. Mit dem regen Treiben am Flughafen zwischen An-und Abflügen, hektischen Durchsagen und Stimmengewirr schloss das Programm des Musikverein Ichenheim. Doch ohne Zugabe konnte auch das Orchester das Konzert nicht beenden, dass nochmals unter tosendem Applaus zu den Instrumenten griff.

Ausbildung

In Kooperation mit der Grundschule Ichenheim bietet der Musikverein eine zweijährige Ausbildung für Kinder der dritten Klasse an. Die Kinder werden von Instrumentallehrern einmal wöchentlich unterrichtet. Zusätzlich finden von Beginn an einmal pro Woche Orchesterproben in der „Bläserklasse“ statt. Nach zwei Jahren kommen die Kinder in die Jugendkapelle und setzen dort ihre musikalische Karriere fort bis zum großen Orchester des Musikverein Ichenheim, so der Verein. Weitere Infos unter www.mv-ichenheim.de.