Die Preise für Immobilien sinken zwar, ein Kauf bleibt dennoch teuer. Foto: dpa/Robert Günther

Trotz der EZB-Zinssenkung ist die Immobilienfinanzierung weiter schwierig. Auf einen raschen Aufschwung am Markt deutet wenig hin, schreibt unser Finanzkorrespondent Hannes Breustedt.

Seit Monaten legen sich Immobilienauguren ins Zeug, das Ende der Krise auszurufen. Die kaum verhohlene Nachricht: Nicht länger abwarten, der richtige Zeitpunkt für den Immobilienkauf ist da. Wenn solche Ratschläge von Maklern oder Finanzierungsvermittlern kommen, ist generell Skepsis angebracht. Das Statistische Bundesamt lieferte nun einen Realitätscheck: Die Preise sind abermals gesunken – und zwar deutlich. Der Marktausblick bleibt verhalten.

 

Wahrscheinlichstes Szenario: Mühsame Erholung

Die Daten beziehen sich zwar auf das erste Quartal – das aktuelle Marktgeschehen spiegeln sie also nicht wider. Seit Ende März ist einiges passiert: Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen gesenkt; Stimmungsindikatoren aus der Immobilienbranche haben sich aufgehellt; die Kreditvergabe für Eigenheimkäufe ist gestiegen.

Trotzdem deutet auf einen raschen Aufschwung am Markt noch nicht viel hin. Wie bei der mauen deutschen Wirtschaft insgesamt ist eher mit einer mühsamen Erholung zu rechnen. Selbst wenn die Preiskorrektur bei Wohnimmobilien abgeschlossen sein sollte, bleibt das Zinsniveau hoch. Tatsächlich waren die Finanzierungsbedingungen Anfang des Jahres sogar günstiger – als an den Finanzmärkten noch mit rascheren und stärkeren Lockerungen der Geldpolitik im Euroraum gerechnet worden war.

Anders als bei Tages- und Festgeldkonten haben die Zinsen für Immobilienkredite trotz der EZB-Zinssenkung zuletzt wieder leicht zugelegt. Dass sie im Jahresverlauf deutlich fallen, ist unwahrscheinlich. Angesichts anhaltender Inflationsrisiken ist es gut möglich, dass die Währungshüter in den kommenden Monaten die Finger von der Zinsschraube lassen. Außerdem bleiben die Arbeits- und Materialkosten hoch, sodass die Probleme der Immobilienwirtschaft und die Krise am Bau vorerst anhalten dürften.